Stimmen der Revolution: "Ich will im Maidan-Land leben"…

10. Februar 2014 • Archiv

Ich will im Maidan-Land leben, wo jeder sich wie ein Teil des Ganzen fühlt, ein Teil von einem Land, in dem es keine “Ost-West”, “russisch sprachigen-ukrainisch sprachigen” gibt, in dem alle Ukrainer einer für den anderen stehen.

Ich will im Maidan-Land leben, wo der Arzt Sie kostenlos medizinisch versorgt, für den alle Patienten gleich sind, der den hippokratischen Eid nicht nur als ein Lippenbekenntnis abgegeben hat. Und der danach in die Küche im Haus der Gewerkschaften geht und sagt: “Ich brauche 3 Portionen Suppe. Es ist für meine Patienten (!). ” Und er tut es einfach so. Er ist bewusst.

Ich will im Maidan-Land leben, wo ich mich sicher fühle. Es klingt absurd, aber außerhalb des Maidan Perimeters fürchte ich in der letzten Zeit sogar einen gelben-blauen Band zu tragen, geschweige denn eine große Fahne. Am Maidan sind wir alle eine Gemeinschaft.

Ich will im Maidan-Land leben, wo nicht nur eine Mutter sich Sorgen macht, ob ich hungrig bin, sondern auch Leute, die mir völlig fremd sind. Ich war dort als Freiwilliger, ich sah es. Wenn eine völlig fremde Frau mir das Abendessen brachte und sagte: “Ich werde nicht weggehen, bis Sie fertig gegessen haben.” (Und sie ging nicht weg).

Ich will im Maidan-Land leben, Ich will Ihre Augen und Gesichter sehen, gefüllt mit Güte, frei von egoistischen Zielen. Ich möchte neben dieser beiden Paare leben, die am Samstagabend an die Barrikaden kamen, um den frierenden Jungs Tee auszugeben (eine Perfekte Familie), mit 3 kleinen Frauen, die aus Sumy kamen um zu helfen; Ich will neben Anna Iwanowna leben, die 72 ist, aber voller Leben und Wahrheit und das ist es, warum sie dort ist, im Land meiner Träume – am Maidan. Die Liste ist lang, der Gedanke ist einmalig- sie sind bewusst.

Ich will im Maidan-Land leben, wo das Haupt Lied nicht “liebe Mutter, gib es mir, gib es mir” – sondern die ukrainische Hymne ist. In der Nacht klingt sie jede Stunde. Wenn die Hymne klingt, stehen auch die Männer auf den Barrikaden am oberen Instytutska Straße um 4 Uhr morgens mit der Hand auf dem Herz und singen. Dann klingt das Gebet. Es gibt keine Kameras, Ihr Patriotismus wird nicht im Fernsehen ausgestrahlt. Sie singen mit dem Herzen. Ich möchte in diesem Land leben.

Ich möchte “Maidan” in ganz Ukraine sehen: von Solomonowo [Oblast Transkarpatien], bis Red Star [Kirowohrad], vom Dorf Hrem’yach [Region Tschernigow ] bis nach Cape Sarich [Krim]. Wir sind Eins.

Hoch lebe eine vereinigte Ukraine!

Von Svetlana Nahorna

English version

Aus der englischer Version übersetzt von Marina Bondas

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