Die Regierung, die Tituschki und die Phantome

18. Februar 2014 • Archiv

Während der Proteste in der Ukraine sind viele Organisationen bekannt geworden, die sich zu den Anschlägen auf die Aktivisten des Maidan und Brandstiftungen bekannt haben.

Darunter gibt es auch fragwürdige, die die Fragen zu ihrer Existenz aufrufen.

 

Charkiwer „Oplot“ und der eingetragene Verein „Für die Ordnung“

Eine einfache Kampfsportschule ist im Januar 2014 zu einem eingetragenen Verein geworden, dieser wird mit dem Oberbürgermeister von Charkiw, Gennadij Kernes, in Verbindung gebracht. Das erste Mal wird „Oplot“ in der Presse am 17. Januar erwähnt. Damals haben Autos mit den Sankt-Georgs-Bändern die Autos der Maidan- Aktivisten blockiert.

Der Verein „Für die Ordnung“ ist Anfang Januar bei der zweiten Runde der Proteste im Mariinskyj Park in Kyiw aufgetreten.

Später haben sich diese beiden Organisationen zusammengeschlossen und heißen jetzt „Anti-Auto-Maidan“.

Bei mehreren Pressekonferenzen haben die Führer dieser Organisationen darauf hingewiesen, dass ihr Ziel ist, das Umfeld des Präsidenten zu beschützen und selbständig den Maidan dem Erdboden gleich zu machen.

„Es wird die Zeit kommen, wenn wir uns organisieren, und wenn die Polizei oder der Staat den Maidan nicht ausrottet, dann werden wir es tun, wir haben genug Kräfte.“- sagte Jewgen Schylin von „Oplot“. Auf die Frage, wann sie es tun wollen, antwortete er, dass die Organisation jetzt nach Hause fährt, aber in zwei Wochen zurückkommt und alles in Ordnung bringe. Seitdem hat man von ihr nichts gehört.

 

„Die ukrainische Front“

Noch eine Initiative aus Charkiw, gegründet am 1.Februar mit dem Ziel „Befreiung der Ukraine von den Besetzern.“ Nach Angaben der Veranstalter haben an dieser Versammlung etwa 6000 Personen teilgenommen, unter anderem die Abgeordneten Oleh Tsarjow, Dmytro Swjatasch, Dmytro Dobkin, Anatolij Denysenko, außerdem Diplomaten, Mitglieder der Partei der Regionen u.a. Nach nicht offiziellen Angaben wurde diese Organisation vom Bürgermeister von Charkiw Mychajlo Dobkin initiiert. Er hat auch den Wunsch geäußert, diese Organisation an den Verhandlungen zwischen der Opposition und der Regierung zu beteiligen.

Wolodymyr Gorbach, Politologe am Institut für Euro-Atlantische Zusammenarbeit, vermutet, dass die Absicht für das Auftreten dieser Organisation in der Verleumdung der Opposition besteht.

Seit ihrer Gründung hat sie sich nicht aktiv gezeigt.

 

„Der rote Sektor“

– eher eine fiktive, als eine reale Organisation, ist zuerst am 1.2.2014 aufgetreten. Diese Gruppierung hat sich zu mehreren Brandstiftungen der Autos von Maidan-Aktivisten bekannt.

„Der rote Sektor“ tritt nach eigenen Angaben gegen die Extremisten und Faschisten, die Kyiw eingenommen haben, auf. „Das sind die Bastarde, die Berkut mit Steinen bewerfen, es sind keine Patrioten. Wir werden mit gleichen Handlungen antworten,“ – sagten die Organisatoren.

Danach gab es keine weiteren Interviews. Eine Seite auf Facebook wurde am 4. Februar eingrichtet und zählt 229 Nutzer, ein Teil davon sind Mitglieder von „Oplot“. Der letzte Beitrag stammt vom 5.Februar. Der Ersteller der Seite ist Mykola Amelchenko, dessen Facebook-Profil auch am 4. Februar erstellt wurde. Der letzte Beitrag stammt vom 7. Februar.

 

„Die Phantome vom Sewastopol“

Noch so eine Organisation, die viele Fragen wegen ihrer Existenz aufwirft. Sie trägt Anzeichen einer terroristischen Organisation. Am 16. Februar haben sie sich zum Mord an einem der Automaidan-Aktivisten und dann zur Brandstiftung seines Autos bekannt. Ein entsprechendes Video wurde auf Youtube veröffentlicht.

Die Aktivisten dieser Organisation haben ziemlich detailliert den Mord beschrieben. Ein Mann mit verdecktem Gesicht hat sich dazu bekannt, und hat es einen „Neustart“ genannt.

Taras Bilka, Ein anderer Aktivist aus Saporischschja, hat erklärt, dass es noch weitere Verzweigungen dieser Organisation in Saporischschja, Dnipropetrowsk und Donezk gibt, wo ebenfalls der „Neustart“ aktiv sei, angeblich unterstützen sie niemanden, werden aber an den Maidan-Sympathisanten Rache nehmen.

In sozialen Netzwerken sind sie nicht vertreten.

 

Übersetzung: Olha Poberezhna

Quelle: http://tyzhden.ua/News/102073

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