19. Februar 2014 UKRAINE 3:30 (Kyiw)

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– 11 Opfer von Seiten der Demonstranten (nach Informationen des Gesundheitsministeriums) und nochmals 9 nach Informationen des medizinischen Dienst des Maidans. Das Innenministerium wiederum teilt mit, dass es zu 7 Totesopfern unter den Regimetruppen kam.

– 3 Leichen im Haus der Offiziere (nach Foto)

– 2 ältere Personen (Mann und Frau), tot neben den Barrikaden aufgefunden (Eingang der Metrostation Kresshatik, nach Foto)

– 1 Mann tot im Gebäude der Nationalbank aufgefunden (Foto)

– 1 Teilnehmer des Protests mit abgetrenntem Kopf am Parlament aufgefunden

– 5 Männer getötet während der gewaltsamen Auseinandersetzungen auf dem Maidan

– 2 Tote wurden ins Krankenhaus #17 eingeliefert

– 7 Personen wurden in die Kyiwer Leichenhalle eineliefert

Mindestens drei Personen starben an Schussverletzungen aus Feuerwaffen. Im Internet findet sich ein Video, wie auf der Straße “Titushki” einen Menschen erschossen. Die Person starb. http://goo.gl/am6JSY

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen auf dem Maidan begannen um 20:03. Die Regimetruppen verwendeten 3 Wasserwerfer. 2 von diesen versuchten die Demonstranten anzuzünden, um sie aufzuhalten. Regimetrippen (Polizei und “Berkut”-Soldaten) verwenden weiterhin Waffen und Granaten gegen Menschen auf dem Maidan.

Um 17.00 wurde die Metro in Kyiw vollständig angehalten, und die örtlichen Beamten verkündeten, dass diese ihren Betrieb erst fortsetzt, sobald die Auseinandersetzungen beendet sind. Auf den Einfahrten in die Stadt befinden sich Checkpoints, bewaffnete Polizeiangehörige lassen Fahrer nicht in die Stadt, und verweisen auf eine Entscheidung des Kabinetts der Minister, in dem die Rede davon ist, dass “im Zuge von Massenunruhen” die Einfahrt in die Stadt nach 0.00 Uhr verboten ist.

Barrikaden brennen, einige Zelte von Demonstranten wurden mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt,  die von Seiten der Regimetruppen geworfen wurden. Das Notkrankenhaus des Maidan wurde aus dem Gewerkschaftshaus auf dem Unabhängigkeitsplatz evakuiert. Danach, als das Gebäude der Gewerkschafter von den “Berkut”-Soldaten eingenommen wurde, begann innen ein Brand. Das Gebäude brandte etagenweise aus, einige Personen, die sich innen befanden, flüchten auf die Fenstersimse. Sie wurden von Aktivisten nach unten getragen, die an der Außenstruktur des Gebäudes hochkletterten. Das Gebäude steht in Flammen.

Die Krankenhäuser Kyiws sind mit Verwundeten überfüllt, die Traumata verschiedener Schwerestufen aufweisen. In den Krankenhäuser wachen Initiativgruppen von Bürgern, um im Falle eines Falles die weniger stark verwundeten aus dem Haus zu führen. Gesellschaftliche Initiativen helfen den Bürgern den Prozess der Heimtransporte von Verwundeten, die Suche nach Autos, Anwälten und Bewachern in Krankenhäusern zu koordinieren.

Ebenso sind die selbstorganisierten Lazarette überlastet, die überwiegende Zahl der Patientien befindet sich in der Michaelskathedrale. Nach Mitternacht wurde die Michaelskathedrale von einer Gruppe von 300 Unbekannten angegriffen, die mit Schlagwaffen bewaffnet waren. Diese Leute schossen in die Maschinen derjenigen, die vorbeifuhren, und fielen direkt auf der Straße über die Leute her. Nach Informationen von Aktivisten befinden sich in einigen selbstorganisierten Lazaretten auch verwundete “Berkut”-Soldaten und Banditen, die Menschen auf den Straßen überfielen. Diesen wird auch Hilfe geleistet.

Auf 5 Polizeirevieren lässt man keine Aktivisten zu den Verhafteten.

In Lwiw, Ternopil und Ivano-Frankiwsk (Westukraine) wurden Verwaltungsgebäude gestürmt, sowie Gerichte und Polizeireviere. In Ternopil besetzten Demonstranten die Staatsanwaltschaft, zündeten ein Polizeirevier und ein Gericht an. In Rivne schossen Mitarbeiter der Gesetzeshüter auf die Demonstranten, die Protestierenden besetzten eine Basis der “Berkut” und das Polizeihauptquartier von Rivne. Die Kämpfer der “Berkut” verließen ihre Basis. In Lwiw wurde die Staatsanwaltschaft und das Hauptquartier des Geheimdienstes eingenommen. In Khmelnicki wird vor dem Hauptquartier des Geheimdienstes demonstriert. In Ivano-Frankiwsk und Lwiw wurden Gebäude der Stadtadministration eingenommen. In Lutsk unterschrieb der stellvertretende Leiter des Polizeireviers eine von den Demonstranten vorbereitete Erklärung, dass die Regimetruppen keine Gewalt gegenüber den Demonstranten anwenden.

Auf dem Maidan befinden sich mehr als 30.000 Personen. Viele Frauen. In einigen Stadtteilen Kyiws gehen Menschen, die nicht zum Maidan gelangen können, auf die Straßen, und stehen dort.

Zur Zeit (3:30) haben die Auseinandersetzungen aufgehört, aber jede Seite bleibt auf ihrer Stellung. Die Demonstranten warten auf das Morgengebet.

Fotos – http://goo.gl/HWWYWO

(Wladislaw Sodel, Dmitrij Larin)

Ziviler Sektor des Euromaidan

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