“Der Spiegel” lügt über die Ukraine

28. April 2014 • Archiv

Das deutsche Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” war schon immer bekannt für seine voreingenommen Berichte, aber ein aktueller Artikel in der Printausgabe hat neue Höhen der Propaganda und Verleumdung erreicht.

Derzeit folgt “Der Spiegel” der Linie des Kreml und veröffentlicht einen Bericht nach dem anderen, in dem er die Ukraine, das ukrainische Volk und die ukrainische Regierung beschmutzt, während er die Aktionen und Ideologie Putins mit Schönfärberei darstellt. Der kürzliche erschienene Artikel “Halbautomatische Gewehre: Ukraine wickelt Waffengeschäfte über Deutschland ab” http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-liefert-waffen-an-deutschland-kommen-gewehre-nach-syrien-a-966351.html ist ein eklatantes Beispiel für den bösartigen Umgang mit der Wahrheit.

Basierend auf fadenscheinigen Informationen berichtet der Artikel, dass das ukrainische Staatsunternehmen Ukroboronprom halbautomatische Gewehre nach Deutschland exportiert hat, aber schon im Eingangsabsatz gibt “Der Spiegel” den Ton an mit der Frage: “Kommen sie im Syrien-Krieg zum Einsatz?” Und fährt dann fort, die Ukraine mit einem deutschen Dschihadisten und seinem Selbstporträt mit einem abgetrennten Kopf in Syrien in Verbindung zu bringen.

Die einzige feststehende Tatsache im gesamten Artikels ist, dass “der ukrainische Staatskonzern Ukroboronprom halbautomatische Gewehre des Typs SKS Simonow in die Bundesrepublik” exportiert. Denken Sie daran, das ist die Tatsache . Von dort wird das Märchen des “Spiegel” weiter gesponnen. Anstatt zu erwähnen, dass es sich bei dem SKS-Gewehr um ein veraltetes sowjetisches Gewehr aus dem Jahre 1945 handelt, das von keiner Armee der Welt mehr eingesetzt wird, oder über die Anzahl in Frage kommenden Gewehre zu berichten, stellt “Der Spiegel” weiter fest: “Wo die Waffen in Deutschland landen, verschweigt das Außenamt. Die Gewehre, heißt es ausweichend, würden “zum Zwecke der Modifikation” nach Deutschland geliefert.” Beachten Sie die Implikation, dass das Auswärtige Amt Informationen “verschweigt” und die negativen Beschreibung, dass das Auswärtige Amt “ausweichend” geantwortet habe.

Bisher ist dies noch typisch für die tendenziöse “Berichterstattung” des “Spiegel”, aber als nächstes begeben wir uns in die reine Phantasiewelt, denn es heißt weiter: “Der amerikanische Think-Tank Jamestown Foundation (http://www.jamestown.org/aboutus/), dem traditionell enge Verbindungen zu US-Geheimdiensten nachgesagt werden, glaubt, dass die Waffen von Deutschland aus an syrische Rebellen geliefert werden. Jamestown geht von 54.000 Kleinwaffen allein in den Jahren 2011 und 2012 aus. Diese könnten für “verdeckte Operationen” in Syrien verwendet worden sein.”
Die Jamestown-Foundation hat nie eine Verbindung zwischen den SKS-Gewehren und Syrien hergestellt, nur der Spiegel zog diese Verbindungslinie. Bezeichnenderweise verlinkt “Der Spiegel” auf der Seite von Jamestown auf die Webseite “Über uns”, die Verknüpfung mit de realen Bericht (http://www.jamestown.org/programs/edm/single/?tx_ttnews[tt_news]=40251&cHash=dc1ee159354f36364d507f55fabde69d#.U16R3FcS1td) hätte gezeigt, dass Deutschland – ja, genau, dieses Land – Deutschland! – im Jahr 2011 der Käufer der 53.800 Gewehre war, aber der Bericht sagt nicht, welche Art von Waffen gekauft wurden. Waren es SKS-Gewehre? Weder der Jamestown-Foundation-Bericht noch seine Quelle, ein Bericht aus dem Jahre 2012 des Gorshenin-Instituts, stellen eine Verbindung zwischen SKS-Gewehren, dem Kauf von 54.000 Gewehren durch Deutschland oder Syrien als Enabnehmern her (http://gorshenin.eu/media/uploads/013/23 / 01695039abbc.pdf ).

Zusammenfassen lässt sich die erste Hälfte des Artikels wie folgt: Jamestown hat weder gesagt, dass es sich bei den 54.000 Gewehren um SKS-Gewehre handelte, noch gesagt, dass diese Gewehre für Syrien bestimmt waren, sondern hat lediglich gesagt, dass Deutschland der Käufer dieser Gewehre war. Und “Der Spiegel” versäumt – sicher durch Zufall – die relevante Tatsache zu erwähnen, dass Deutschland sich hartnäckig geweigert hat, Waffen an die syrischen Rebellen liefern, dies auch nie gemacht hat und auch keine Lizenzen dafür gewährt. Jetzt haben wir den halben Weg durch den Artikel geschafft, glauben Sie, dass es noch lächerlicher werden kann? Hier geht es um den “Spiegel”, so dass so etwas sicherlich sein kann – und es wird auch so!

Der nächste Absatz zitiert die Reaktion durch das Auswärtige Amt, demzufolge ihm keine Erkenntnis von Waffenlieferungen über Deutschland nach Syrien vorlägen und dass weder der Militärische Abschirmdienst noch der Bundesnachrichtendienst in den Kauf der Waffen involviert gewesen seien. Aber auch das hindert den “Spiegel” nicht daran, ein stalinistische Mitglied des Parlaments um ihre Meinung zu bitten, die außer ihrer Begeisterung für Putin auch standhaft Assad unterstützt:

Die Linken-Außenexpertin Sevim Dagdelen hält die Unwissenheit der Regierung für bedenklich: “Es ist skandalös, dass die Bundesregierung nichts über den Verbleib dieser Waffen mitteilen kann.” Noch schlimmer sei, dass Berlin “den Verdacht nicht ausräumen kann, diese Waffen seien an islamistische Gotteskrieger (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-gotteskrieger-aus-dinslaken-posiert-mit-abgehackten-koepfen-a-955915.html) für einen Regimewechsel in Syrien weitergegeben worden.”

“Der Spiegel” verlinkt dann die Worte “ein islamistische Gotteskrieger” mit einem anderen seiner Artikel über einen deutschen Kämpfer in Syrien, der mit einem abgetrennten Kopf posiert.

Bedenken Sie bitte, der Artikel begann mit der Tatsache, dass eine unbekannte Zahl von militärisch überflüssigen halbautomatischen Gewehre nach Deutschland geliefert wurden, um dort modifiziert zu werden – eine Transaktion, bei der keine deutsche Regierungsstelle beteiligt war. Dann geht es weiter mit der komplottartigen Vermengung eines Kaufs von 54.000 Gewehren einer unbekannten Art im Jahr 2011 durch Deutschland zu einer haltlosen Verschwörung, diese Gewehre könnten in Syrien, wo Rebellen Menschen enthaupten – und die ganze Zeit wird ignoriert, dass Deutschland keine Waffen in Konfliktgebiete exportiert, die Rebellen nicht bewaffet und das SKS ist ein veraltetes Gewehr ist, das den syrischen Rebellen wenig nützt, die brandneue automatische Gewehre bekommen, ohne einen halb-öffentlichen Umweg über Deutschland nehmen zu müssen.

Erneut hat “Der Spiegel” bewiesen, dass seriöser Journalismus nicht eines der Ideale ist, das er eines Tages zu erreichen anstrebt. Er ignoriert die grundlegendsten Fragen: “Warum sollte einer der modernsten Kleinwaffenproduzenten der Welt ein veraltetes Gewehrmodell in Deutschland mit seinen starren und restriktiven Exportkontrollen und seiner Abneigung, die syrischen Rebellen zu bewaffnen, modifizieren wollen, wenn er weiter entwickelte Angriffswaffen direkt in die Türkei liefern könnte ohne die Gefahr einer Bloßstellung in der deutschen Presse?” “Der Spiegel” entschloss sich stattdessen, die Ukraine mit radikalen Islamisten, die in Syrien Menschen köpfen, in Verbindung zu bringen, und zwar auf der Grundlage von Fiktion und Fantasieerzählungen, um seine Agenda des Hasses auf den Westen voranzubringen. Unnötig zu sagen, dass die SKS-Gewehre unter dem Janukowytsch-Regime geliefert wurden, aber “Der Spiegel” nutzt diese Geschichte als einer seiner vielen weiteren Versuchen, die aktuelle Übergangsregierung in Kyiw zu diskreditieren.

Ich könnte jetzt sagen: “Schande über dich, Spiegel”, aber es bleibt keine Scham beim “Spiegel” übrig, nur Hass auf den Westen und seine Werte, ich wünschte eigentlich,dass sie Putins Stil der Pressefreiheit (https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Stepanowna_Politkowskaja) einen Tag lang erleben sollten …

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