Vergleich der Fremdenfeindlichkeit in der Ukraine und in Russland

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30.4.2014, Kharkiv Human Rights Protection Group (khpg.org)

Angesichts der weit verbreiteten Versuche in der letzten Zeit, die Frage des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit zu manipulieren, hat die Nationale Beobachtungsgruppe für die Rechte der Minderheiten (Группа мониторинга прав национальных меньшинств), die die Fremdenfeindlichkeit in der Ukraine überwacht, eine vergleichende Studie durchgeführt über die Anzahl der aus Gründen des ethnischen, rassischen oder religiösen Hasses in der Ukraine und in Russland begangenen Verbrechen.

Die Überwachungsgruppe stellt fest, dass die russische Führung und loyal zum Kreml stehende zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter einige internationale, in den letzten Monaten in einer Propaganda-Kampagne zur Rechtfertigung der bewaffneten Invasion und Annexion von ukrainischen Territorium engagiert sind. Dazu gehörte auch, dass man aus Diskussionen über das Ausmaß der Fremdenfeindlichkeit und des Antisemitismus in der Ukraine Kapital schlagen wollte.

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Ein russischer Marsch

Lassen wir die Zahlen sprechen:

Im Jahr 2013

In der Ukraine erlitten 21 Menschen als Folge von rassistisch oder ethnisch motivierten Angriffen Schaden; in Russland wurden nach Angaben des Sova Informations-und Analysezentrums 199 Menschen bei Hassverbrechen angegriffen, davon 21 getötet.

In etwa ähnliche Zahlen werden vom Moskauer Menschenrechtsbüro zur Verfügung gestellt, das über 205 Opfer von rassistischen Übergriffen berichtet, bei denen 25 Menschen getötet wurden.

In der Ukraine gab es 20 Vorfälle von fremdenfeindlichem Vandalismus;
in Russland berichtet das Sova-Zentrum von 70 solchen Vorfällen.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2014 hat die Überwachungsgruppe fünf Opfer fremdenfeindlicher Angriffe identifiziert. Sie weist jedoch darauf hin, dass wegen der Besetzung der Krim durch russische Streitkräfte und auf Grund der terroristischen Aktivitäten der pro-russischen Aktivisten, die unter der Führung von russischen Militärspezialisten stehen, es viel schwieriger geworden ist, Berichte über fremdenfeindliche Straftaten in einer Reihe von Regionen zu überprüfen.

Es gab zum Beispiel Berichte über Hassmorde und Schläge auf dem besetztem Gebiet in der Krim im März und April, von denen Experten geneigt sind, mindestens einen Todesfall als Hassmord anzusehen. Es gab darüber hinaus auch Anti-Roma-Pogrome in Slowjansk (Oblast Donezk), das von Militanten beherrscht wird. Die Beobachtungsgruppe versucht derzeit, diese Vorfälle zu überprüfen.

Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die letzte ethnisch oder rassistisch motivierte Tötung in der Ukraine vor der Intervention Russlands im Jahr 2010 begangen wurde.
In Russland erlitten nach den vorläufigen Daten aus dem Sova-Zentrum 31 Menschen rassistische Gewalt, wobei im gleichen Zeitraum von vier Monaten acht Menschen getötet wurden.

In diesen vier Monaten gab es elf Fälle von fremdenfeindlichen Vandalismus in der Ukraine, darunter vier Fälle auf der Krim unter russischer Besatzung. Dem stehen 17 Fälle in Russland gegenüber.

Die Nationale Beobachtungsgruppe für die Rechte der Minderheiten wurde auf Initiative des Ukrainischen Kongresses der Volksgruppen im April 2014 gegründet. Sie wird es von Wjatscheslaw Lichatschew geleitet, der seit über zehn Jahren Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in der Ukraine überwacht hat.

Englische Übersetzung von Kharkiv Human Rights Protection Group (khpg.org) –
http://khpg.org/index.php?id=1398892043
Харківська правозахисна група (ХПГ)
https://www.facebook.com/khpgorg
deutsche Übersetzung: Euromaidan PR auf Deutsch
Originalbericht (russisch) hier: http://eajc.org/page18/news44658.html

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