Der Westen hat Angst vor dem Dritten Weltkrieg? Putin hat ihn bereits begonnen!

5. Mai 2014 • Archiv

c05d74a-g2.jpg.pagespeed.ce.TUkrY6NJwSEin Blog-Beitrag von Anatoliy Hryzenko 

Anatoliy Hryzenko ist ein ukrainischer Politiker, 2005-2007 war er Verteidigungsminister, 2007-2012 Vorsitzender des Rada-Ausschusses für Nationale Sicherheit und Verteidigung, seit 2012 Vorsitzender des Unterausschusseses für die Bekämpfung der Geldwäsche. Hryzenko ist Anführer der Partei “Bürgerposition” und kandidiert für das Amt des Präsidenten der Ukraine.

Putin braucht nicht die Krim und nicht den Osten der Ukraine. Er braucht die ganze Ukraine samt der ukrainischen Hauptstadt Kyiw. Und vieles mehr! Putin hat sich entschieden, mit seiner Aggression der zivilisierten Welt zu beweisen, dass im dritten Jahrtausend internationales Recht nicht gilt und nichts zu bedeuten hat. Was gilt und eine Bedeutung hat, sind zwei Sachen: das Geld und das Recht der Macht!

Putin hat sich bereits besorgt gezeigt, was die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung in Estland und Lettland angeht ,und die NATO bereitet ihre Luftwaffe und Marine auf die Verteidigung der baltischen Staaten vor.

Putin hat seine Besorgnis über die Blockade von Transnistrien seitens der Ukraine und der Republik Moldau ausgedrückt, also hat Rumänien damit begonnen, seine Artillerie-und Raketenabwehr an die Grenze zu versetzen.

Putin hat schon seine strategischen Raketenträger Tu-95MS (die fähig sind, Atomraketen abzuschießen) an die Küste Schottlands, Dänemarks und der Niederlande geschickt. Auf diese Weise überprüft er die Bereitschaft ihrer Luftabwehrradare und die Schnelligkeit des Versetzens ihrer Militärflugzeuge in Kampfbereitschaft.

Putin hat bereits begonnen, die strategischen Langstreckenflugzeuge auf die Krim zu verlegen. Die russischen Militärflugzeuge Su-2, Mig-29 und Tu-22M3 sind schon auf der Halbinsel.

Unter dem Deckmantel der Vorbereitungen zur Olympischen Spiele in Sotschi hat Putin die mobilen Angriffstruppen russischer Armee vorbereitet: sie sind ausgerüstet und bewaffnet, an die wichtigen Positionen versetzt, zum Teil sind sie schon im Kampfeinsatz getestet, ihre Kampfmobilität ist überprüft. Es geht um Einheiten, die mechanisiert und aeromobil sind. Fallschirmjäger- und Sondereinheiten der Sicherheitskräfte sind dabei, vor allem Angriffsgruppen, ausgestattet mit Hubschraubern und Militärflugzeugen. Geplant und in Stand gesetzt sind Transportkorridore für die schnelle militärische Versorgung um die Ukraine herum. Alles ist in so einem Tempo verwirklicht, das zurzeit weder von unserer (ukrainischen) Armee noch von Streitkräften der NATO erreicht werden kann.

Putin hat in der Ukraine (und ich glaube auch, nicht nur in der Ukraine) ein verstecktes und umfangreiches Netzwerk von Agenturen und Saboteuren ins Leben gerufen, das er jederzeit aktivieren kann. Wie viele sie sind und in welchen Regionen der Ukraine (in Kyiw unter anderem) sie sind, über wie viele und welche Waffen sie genau verfügen (Granatwerfer, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Sprengstoff u.a.) weiß wohl nur Putin selbst. Die zwei letzten Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU und die beiden letzten Verteidigungsminister der Ukraine in der Janukowytsch-Regierung hatten russische Pässe und verteidigten die Interessen Russlands, nicht der Ukraine.
Putin verheimlicht seine Pläne nicht – er handelt, dreist, zynisch und ohne Einschränkungen.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen:

1. Die Ukraine ist das erste Opfer der Aggression von Putin, aber die militärische Bedrohung durch Putin hat viel größere Maßstäbe, sie birgt ein zerstörerisches Potenzial für ganz Europa und für die Welt. Das ist nicht übertrieben.

2. Die zivilisierte Welt muss diese Bedrohung und ihren Umfang begreifen und entsprechend koordiniert und entschlossen handeln, unter anderem auch mit militärischen Gegenmaßnahmen.

3. Die verhaltene Reaktion des Westens auf die Aggression von Putin, alle Versuche, ihn durch Verhandlungen oder auf dem diplomatischen und wirtschaftlichen Wege zu befrieden – wirken nicht und werden zu keinen gewünschten Ergebnis führen. Es ist schon klar.

4 . Der Westen muss Putin offen als faschistischen Aggressor erkennen und sofort beginnen, eine Anti-Putin-Koalition zu gründen. Zur Lokalisierung der Bedrohung durch Putin müssen alle verfügbaren Kräfte, Methoden und Möglichkeiten, auch die des Militärs genutzt werden.

5 . Einer der ersten Schritte muss die Versetzung der starken NATO-Militärflugzeuge (80 bis 100 Flugzeuge F-16 oder F-15) auf die Positionen rund um die Ukraine werden (also, in Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Nordtürkei). Mobilisiert werden müssen die Flugzeugträger im Mittelmeer (70 oder mehr trägergestützte Flugzeuge), 7-8 Kriegsschiffe im Schwarzen Meer (Zerstörer und Kreuzer mit starker Luftabwehr) sowie einige aeromobile Truppen im Schwarzmeerraum. Das Ziel ist die zuverlässige Kontrolle über Luft- und Meeresraum der Ukraine, um Russland daran zu hindern, ihre Militärpräsenz in der Region zu verstärken und unser Land (die Ukraine) militärisch anzugreifen.

6. Die Schlüsselrolle bei der Unterstützung der Ukraine zur Abwehr der aktuellen Aggression Putins müssen unter den NATO-Mitgliedern Großbritannien und die USA spielen – diese beiden Staaten haben sich verpflichtet, die territoriale Integrität und die Sicherheit der Ukraine zu garantieren, nachdem die Ukraine im Jahr 1994 auf ihre Atomwaffen verzichtet hatte.

7 . Nach langem Zögern, nach einer ganzen Reihe von falschen Entscheidungen, nach der Sabotage und sogar nach dem Verrat, hat die ukrainische Regierung endlich begonnen, einen bewaffneten Widerstand gegen die russischen Diversanten zu leisten, um die Integrität des Landes (auf dem Festland, da die Krim von Putin bereits besetzt ist) zu leisten. Die Ukraine ist in der Lage, mit ihren eigenen Kräften und Mitteln ihr Territorium vom Feind zu befreien. Aber nur unter der Bedingung, dass der Westen, vor allem Großbritannien und die USA, Putin schnell blockieren können, damit ihm keine Möglichkeiten bleiben, unser Land aus der Luft oder vom Meer anzugreifen.

8. Der Westen hat bis jetzt nur einen sehr vorsichtigen und zögerlichen Widerstand gegenüber Putin geleistet, um einen Dritten Weltkrieg nicht zu provozieren. Es ist an der Zeit zuzugeben, dass diese Strategie falsch und unwirksam ist. Der Westen muss endlich begreifen, dass Putin den Dritten Weltkrieg bereits begonnen hat! Nun muss schnell und entschlossen gehandelt werden!

Zum Schluss möchte ich erwähnen, dass ich all das den ukrainischen Entscheidungsträgern und den westlichen Partnern schon VOR ZWEI MONATEN erklärt habe. Ich habe versucht, sie zu überzeugen, wirkungsvolle und entscheidende Maßnahmen gegen Putins Pläne vorbeugend einzuleiten. Ich habe Schemen gezeichnet und sein Vorhaben erklärt. Aber ich wurde nicht gehört. Vielleicht werde ich nun gehört, wenn alle Prognosen in Erfüllung gehen und wir praktisch zusehen können, wie die Situation eskaliert und droht, außer Kontrolle zu geraten bzw. nur unter Putins Kontrolle zu bleiben.

Quelle: http://blogs.pravda.com.ua/authors/grytsenko/5365c8936bb68/view_print/

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