Das IKRK Pressemitteilung 14/141 von 11. August 2014

 

12. August 2014 • Archiv

Die Zivilisten in der Ostukraine bedürfen dringend der Hilfe

Genf / Kiew / Moskau (IKRK) – Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist äusserst besorgt über die Not der Menschen und ihr Bedarf an Schutz und Unterstützung, hervorgerufen durch den Konflikt in der Ostukraine.

Es ist dringend, daß die Hilfe die Menschen in Lugansk und anderen Gebieten im östlichen Teil des Landes erreicht, die über die vergangenen Wochen schwere Kämpfe ertragen mussten“, sagte Laurent Corbaz, der Einsatzleiter für Europa und Zentralasien. „Die Situation ist kritisch – von Tausenden wird berichtet, daß sie ohne Zugang zu Wasser, Elektrizität oder medizinischer Hilfe seien.“

Als Antwort auf die kürzlich erfolgte Initiative der Behörden der Russischen Föderation, dem ICRC humanitäre Hilfsgüter zu übergeben, um den Menschen in den durch den durch den Konflikt in der Ostukraine geschädigten Gebieten zu helfen. Das IKRK ist bereit, eine solche Operation zu unterstützen, wenn alle betroffenen Seiten eingebunden werden, dies unterstützen und befürworten.

Heute hat sich das IKRK mit den ukrainischen und russischen Behörden getroffen und ein Dokument geteilt, das spezifiziert, wie eine solche Operation ablaufen könnte. Das schließt ein, daß alle Seiten darin übereinstimmen, daß dem IKRK mit dem gebührenden Respekt für dessen fundamentale Arbeitsprinzipien – Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit erlaubt wird, die Hilfe zu leisten.

Das Dokument schreibt ebenfalls, unter Anderem, fest, daß, vor Beginn der Operation, dem IKRK ohne unzulässiger Verzögerung, von den Behörden der Russischen Föderation, alle notwendigen Einzelheiten über die Hilfsgüter übermittelt werden, einschließlicjj des Volumens und die Art der Hilfsgüter sowie Erfordernisse für Transport und Lagerung.

Alle Parteien müssen ebenfalls die Sicherheit des IKRK-Personals und der Fahrzeuge für die gesamte Dauer der Operation garantieren und sich darüber klar sein, daß die Organisation keine bewaffnete Begleitung akzeptiert.

„Die praktischen Details dieser Operation müssen geklärt sein, bevor es mit dieser Initiative vorwärts gehen kann“, sagte Mr. Corbaz.

Das IKRK betont, daß die Konfliktparteien die Verpflichtung haben, die schnelle und ungehinderte Passage der Hilfsgüter für die notleidende Zivilbevölkerung zu erlauben und zu unterstützen. Diese Hilfe ist ihrem Charakter nach unabhängig, wird ohne nachteilige Diskriminierung durchgeführt und unterliegt dem Recht auf Kontrolle.

Für mehr Information:
Andre Loersch, ICRC Kiev, tel: +380 671 182 481
Anastasia Isyuk, ICRC Geneva, tel: +41 22 730 3023 or+41 79 251 9302

Deutsche Übersetzung von Dagmar Schatz

Quelle: http://www.icrc.org/eng/resources/documents/news-release/2014/08-11-ukraine-east-civilians-plight-concern.htm