Politikexperte: das erste Treffen zwischen Poroschenko und Putin wird möglicherweise katastrophal

 

23. August 2014 • Archiv

Putin wird möglicherweise versuchen, Poroschenko unter Druck zu setzen und ihr erstes offizielles Treffen wird möglicherweise ein Desaster.

Kiew, 19. August, UNN. Das Treffen in Minsk zwischen den Führern der Ukraine, der EU und den Eurasischen Drei wird kein Erfolg für Präsident Petro Poroschenko, äußerte der Politikexperte Viktor Neboschenko gegenüber UNN.

„Die nutzlosen Berliner Konsultationen zwischen den Außenministern sind gerade zu Ende, und schon haben wir Neuigkeiten vom Besuch der deutschen Kanzlerin in Kiew am 23. August und ein Treffen auf höchster Ebene am 26. August in Minsk. Natürlich ist es nicht das Problem, dass die Minister ihren Job nicht geschafft haben, und die Führer dieser Länder sich entschieden haben, direkt miteinander zu sprechen. Jedermann war und ist noch unsicher, was das bringen soll. Es wird chaotisch nach dem optimalen Format und Gesprächsstil gesucht und darüber gesprochen“, so V. Neboschenko.

Seiner Meinung nach ist der Tagesordnungspunkt „die Anwendung der Ukraine-EU-Assoziierung“ eine Tarnung für das Treffen, der den hauptsächlichen, verborgenen Tagesordnungspunkt überdeckt: was Putin in der Ukraine erreichen will. „Putin will der Ukraine ihren wertvollsten Besitz abnehmen: ihren militärisch-industriellen Komplex, strategische „Juschmasch“-Objekte und Saporischschja. Zu allererst braucht er einen Raketenkomplex (A.d.Ü: wie Saporischschja), ohne den Russland den Wettbewerb mit den USA verlieren würde, so der Politikexperte.

„Registrieren sie die Abwesenheit der USA in allen Konsultationen und Zusammenkünften. Sie sind in solchen Aktionen gegenüber Bestandteilen von Russland nicht interessiert, und Europa – zu allererst Europas Führungsmacht, Deutschland, möchte einen Kompromiss“, so der Experte.

Er erklärte, dass die Ankunft von Kanzlerin Merkel in Kiew verständlich sei – sie steht in Übereinstimmung mit den Positionen vor dem Treffen mit Putin. “Wir sollten verstehen, dass Deutschland sein eigenes Spiel spielt. Es köderte Russland mit South Stream, machte sich selber zum Monopolisten und zwang Russland, die Gaspreise um 30% zu senken. Somit mag Deutschland sich wohlfühlen mit einer Achse Berlin-Moskau, in der ein Partner das führende industrielle und post-industrielle Land ist, und der andere die Führungsmacht im Bereich Rohstoffe.“

„Lassen Sie uns nicht die außenpolitischen Fähigkeiten von Poroschenko überschätzen. Er lernt noch und er selbst hält sich für talentiert. Ich fürchte, das wird ein sehr eingeschränktes Treffen. V. Neboschenko vermutet, dass Putin, der zuvor Janukowitsch überzeugt hatte, die Assoziierungsvereinbarung nicht zu unterzeichnen, nun neue, großartigere Bedingungen offerieren wird.

Der Politikexperte meint, dass Poroschenko Putin zurzeit noch nicht gewachsen sei.

„Russlands Beteiligung an den strategischen Industrien der Ukraine ist der Haupt-Gegenstand des Minsker Treffens. Jedoch so, wie Präsident Poroschenko agiert, ist es unwahrscheinlich, dass er eine positive Dividende aus diesem ersten offiziellen Treffen mit dem russischen Führer zieht“, schloss Neboschenko.

Bekanntermaßen, hat heute, am 19. August, der Pressedienst des Präsidenten der Ukraine mitgeteilt, dass am 26. August ein Treffen zwischen den Vertretern der Ukraine, der EU und der Zollunion stattfinden wird.

Die russische Delegation wird vom russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Es wird das erste Treffen zwischen Putin und Poroschenko seit dem Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine.

Deutsche Übersetzung von Dagmar Schatz

Quelle: verschiedene ukrainische Medien

Das englische Original des Artikel: Political expert: the first meeting between Poroshenko and Putin may be disastrous, Euromaidan Press, 19. August 2014

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