Aus den russischen Fernsehnachrichten verschwand die „Kiewer Junta“

 

15. September 2014 • Archiv, Russland

Quelle: zn.ua / Echo Moskau

Die russischen Fernsehkanäle erhielten neue „Leitlinien“ – seit dem 4. September wird in den russischen Hauptfernsehkanälen die Phrase „Kiewer Junta“ nicht mehr verwendet, obwohl noch einen Tag zuvor der Begriff fünf Mal erwähnt wurde.

Darüber berichtet der Journalist Wladimir Warfolomejew von „Echo Moskau“ und bezieht sich dabei auf Daten des Medien-Monitoring-Service „Medialogia“, der die Anzahl der Erwähnungen verschiedener Termini und Personen in den Nachrichten zählt.

Im Internet wurde das Thema heiß diskutiert, nachdem die Webcommunity „Sputnik und Pogrom“ auf ihrer Facebookseite Informationen darüber veröffentlicht hatte, dass die WGTRK (Die “Allrussische Staatliche Fernseh- und Radiogesellschaft “) neue „Leitlinien“ erhalten hat: Demzufolge wurde es verboten, den ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko einen „Verbrecher” zu nennen, und der ehemalige Militärführer der Terroristen, Igor Girkin, darf nicht mehr gezeigt werden. Es wird auch empfohlen, die Namen „Donezker Volksrepublik“ und „Lugansker Volksrepublik“ zu vermeiden, und dafür „Donezker Gebiet“ und „Lugansker Gebiet“ zu sagen. Diese Informationen waren von einem Abgeordneten der Staatsduma, Dmitrij Gudkow per Twitter in Umlauf gebracht worden.

Patzer der russischen Propaganda haben bereits mehrfach eine breite Resonanz im Internet hervorgerufen. So gelangte eine Reportage des „Ersten Kanals“ über ein Kind, das angeblich in Slawjansk von ukrainischen Soldaten gekreuzigt worden war, zu großer Berühmtheit.

Einen weiteren berühmten Patzer der Propaganda beschrieb Arina Borodina ausführlich auf den Seiten von “Forbes”: Ein gewisser Andrej Petkow wurde zunächst als „deutscher Söldner“ vorgestellt, und eine halbe Stunde später dann als Terrorist. „Rossija 1“ und NTV strahlten jeweils die beiden unterschiedliche Varianten aus. Der Kanal NTV erklärte die widersprüchlichen Versionen letztlich damit, dass Petkow wahnsinnig sei.

Quelle: zn.ua / Echo Moskau