Roman Burko: Russische Söldner in Antrazyt

 

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Artikel von: Roman Burko
Quelle: informnapalm

“In den letzten Tagen hat Antrazyt die Aufmerksamkeit vieler ukrainischer Medien auf sich gelenkt. In der Stadt werden nicht nur interne Söldnerzusammenstöße ausgetragen, sondern es finden auch Massenproteste der Zivilbevölkerung statt, die mit der Forderung nach Auszahlung ihrer Löhne, Renten und sozialer Hilfeleistungen auf die Straße herausgekommen sind. Die örtlichen Behörden, verkörpert von russischen Kosaken, haben in einer äußerst harten Form auf die soziale Spannung reagiert und haben den Einwohnern mit Erschießung gedroht.

Interessant, wie ein örtlicher Einwohner die modernen „Rahmen des Gesetzes“ charakterisiert hat, die in Antrazyt und womöglich auch in anderen Städten der Luhansker und Donezker Gebiete herrschen, die unter der Kontrolle der prorussischen Terroristen stehen:

„Das Gesetz bei den Söldnern erinnert an das raue Mittelalter und ist in seinem Strafgericht äußerst primitiv. Für jegliche Missstände existiert folgende Abstufung: Inhaftierung für 15 Tage, öffentliche Ausstäupung oder Erschießung“. Bis jetzt, nach Informationen der örtlichen Bewohner, wurde die „öffentliche Ausstäupung“ nicht angewendet, aber an diese Möglichkeit mahnen die Terroristen permanent an ihrer „Volksmilizstelle“.

Übrigens, der Kosakenkommandant der „Volksmiliz“ hat schon geschafft, Warnungsblätter auf den Anzeigetäfeln auszuhängen, wo es verboten wird, Alkohol an Menschen in einer Militäruniform zu verkaufen. (Als ob wenn ein bewaffneter Söldner eine Flasche Wodka bei einem Verkäufer fordert, der Verkäufer ihm das verweigern wird…)

Die „Volksmiliz“ in Antrazyt ist nun auch in das Gebäude der örtlichen Polizei glimpflich umgezogen. Am Eingang hat man die Flagge des Don-Kosakentums ausgehängt, und das Polizeipersonal besteht nun sowohl aus ehemaligen als auch aus gegenwärtigen Polizisten. Einen Lohn bekommen sie zwar noch nicht, werden dafür aber mit Rationen versorgt.

Wegen den Sozialleistungen und Löhnen: es hat sich herausgestellt, dass sogar diejenigen Rentner – ehemalige Polizisten, die gedient haben und den Terroristen behilflich waren – weiterhin die ukrainische Rente reibungslos bekommen. Nach Angaben der Einwohner erhalten sie das Geld auf ihre Konten, von welchen sie dann in Charkiw mithilfe von Busfahrern Bargeld abheben. Dabei bekommt eine Menge der einfachen Rentner in Antrazyt keinerlei Existenzmittel, auch nicht auf ihre Konten….

Separatismus im Separatismus ist am Aufblühen, und die Umverteilung der Einflussbereiche setzt sich fort. So wurde der ehemalige Militärkommandant der LVR in Antrazyt, Herr Petrikin, nach einer merkwürdigen Schicksalsfügung von der kosakischen Kommandantur festgenommen und befindet sich nun im Keller der Stadtverwaltung.

Interessanterweise versäumen die Geistlichen des Moskauer Patriarchats auf dem Hintergrund der internen Streitereien keine Gelegenheit, dort festen Fuß zu fassen: sie fahren durch die Stadt in Begleitung der bewaffneten Söldner, in den Autos mit Rostower Nummerschildern. Sieht aus, als ob sie die Gemeinde aufteilen…

Oben haben wir Fotos einiger Anordnungen des kosakischen Kommandanten abgebildet, die auf den Anzeigetafeln in den letzten Tagen aufgetaucht sind.

Äußerst urwüchsig sieht hier das strenge Verbot für die Don-Söldner aus, Militärtechnik ohne einen Sondererlass nach Russland auszufahren. Ist es möglich, dass sich die Jungs gegen RUSSLAND stemmen?”

übersetzt von Irina Schlegel

 

Artikel von: Roman Burko
Quelle: informnapalm

Übersetzt von: Irina Schlegel
Redigiert von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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