Donezker Rektor will seine Universität nicht den Terroristen übergeben

 

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Jurij Dumanskij, Rektor der Donezker Nationalen Medizinischen Universität Maxim Gorki (DonNMU), teilte mit, dass er nicht bereit sei, sich selbst oder die Universität der Kontrolle der Terrororganisation der Volksrepublik Donezk (DVR) zu unterwerfen.

Dumanskij erklärte seine Position in einem Statement an seine KollegInnen und Studierenden und veröffentlichte es auf der offiziellen Website der Universität.

„In dieser schwierigen Zeit, wenn das Schicksal nicht nur der Donezker Nationalen Medizinischen Universität Maxim Gorki entschieden wird sondern des ganzen Staates, habe ich beschlossen, mich als legitim gewählter Rektor an Sie zu wenden und Ihnen meine eigene Meinung über die Umstände mitzuteilen, die sich um unsere Alma Mater ergeben haben, der ich über 30 Jahre meines Berufslebens widmete.

Sein Kommentar war eine Antwort auf die vorhergehende von der Universitätsverwaltung getroffene Entscheidung, sich beim Präsidenten Poroschenko und dem ukrainischen Gesundheitsminister zu beschweren, um der Universität ihren derzeitigen de-facto- und de-jure-Status in Donezk zu sichern, eine Position, die für Dumanskij inakzeptabel ist.

Ukrainische Regierungsbeamte hatten die Universitäten ermutigt, die sich auf Territorien befinden, die derzeit nicht von der Ukraine kontrolliert werden, die Zone der Anti-Terror-Operation zu verlassen, damit sie weiterhin staatliche Unterstützung bekommen und in der Lage sind, Abschlüsse zu vergeben, die in der Ukraine anerkannt werden.

Dumanskij sagte, dass er bereits Angebote für die neue Niederlassung in Mariupol und Kramatorsk bekommen habe und dass er sich sicher sei, dass trotz der Schwierigkeiten eines möglichen Umzugs viele Einzelpersonen bereit wären, die damit verbundenen Strapazen auf sich zu nehmen.

“Als Rektor kann ich nicht zustimmen, dass unsere Universität der Regierung der DVR [Donezker Volksrepublik] unterstellt sein soll, von dort Geld bekommt und Abschlüsse verleihen soll, die nicht anerkannt sind. Ich möchte anmerken, dass solche Aktivitäten von den entsprechenden Organen der DVR bereits betrieben werden. Der Amtsstempel genauso wie die Statutenpapiere wurde beschlagnahmt, und wir bekamen die Aufforderung, bis zum 30.10.2014 die Buchungsbelege zu erneuern und sofort alle juristischen Dokumente umzuändern.“

Dumanskij gab an, dass er sich über die „Zukunft unserer Studierenden und unserer Angestellten an einer der besten Universitäten der Ukraine“ die meisten Sorgen mache. Er fügte hinzu, dass die Universität derzeit zwischen 1500-1700 Studierende habe (von ehemals fast 6000) und dass bereits eine große Zahl von Fakultätsdekanen und Angestellten geflohen seien und noch mehr Donezk verlassen werden.

Der Rektor betonte, dass er Bürger der Ukraine sei: „Ich werde niemals einen Kompromiss mit meinem Gewissen eingehen. Ich bin und werde immer Bürger der Ukraine sein. In dieser Situation muss jeder der Anwesenden in diesem Saal selbst über sein Schicksal entscheiden: auf wessen Seite er heute ist und als wen er sich in Zukunft sieht.“

Über die Zukunft der Universität wird bei einem Treffen mit den Universitätsangestellten am Freitag, 24.10. diskutiert.

Quellen: Nationale Medizinische Universität Maxim Gorki in Donezk und Euromaidan Press

Übersetzung: Christina Riek

Redaktion: Euromaidan Press auf Deutsch

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