Russische Touristen auf Safari in der Ostukraine

 

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von UNIAN

Eine neue „Vergnügung“ ist neuerdings in der Ukraine aufgetaucht: Einige Tage Extrem-Touren in der ATO-Zone.

Die Touristen werden in die Städte an der Front gebracht, wo sie Kriegsbedingungen erleben können. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdiensts (SBU) kommen viele „Heißsporne“ aus Russland in Gruppen zu 7-8 Personen an. Sie reisen gemeinsam mit russischen Freiwilligen, die den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DVR und LVR) helfen wollen. Ihre Autos werden an den Sgtraßensperren der Separatisten nicht kontrolliert, und die „Touristen“ passieren diese ohne Verzögerung. Der Preis für eine 3-4 tägige Tour beginnt bei 1,000 US-Dollar.

Wie der Zeitung “Segodnja” (“Heute”) vom SBU berichtet wird, können Russen, die die ATO-Zone besuchen, mit Militärwaffen feuern, mit Separatisten reden und Videos und Fotos machen wollen, einen der Anführer der Terroristen mit dem Kriegsnamen „Givi“ direkt kontaktieren. „Er macht ein Angebot, und wenn (die Touristen) einverstanden sind, dann wird problemlos eine Gruppe organisiert, mit Munition und kampftauglichen Waffen versorgt und mit Helmen mit der Aufschrift ‚Presse‘ ausgestattet. Falls jemand verletzt oder getötet wird, dann ist das ein ‚Beweis‘ dafür, dass das ukrainische Militär trotz des Waffenstillstands Journalisten erschießt. Die Gruppe wird entlang der gesamten Route und in den Einsatzorten begleitet, wo auch Verpflegung und Unterkunft bereitgestellt wird. Nach der ‚Safari-Tour‘ wird die Gruppe an ihren Ausgangspunkt an einen ukrainischen Grenzübergang zurückgebracht, der nicht von der ukrainischen Armee kontrolliert wird“, sagt der SBU-Oberst. „Während der ‚Safari-Tour‘ darf ein ‚Tourist‘ mit der Waffe schießen. ‚Touristen‘ können während der Übung Videos und Fotos machen. Versicherungspolicen sind nicht gültig; die ‚Touristen‘ sind sich im Klaren darüber, dass es leicht möglich sein kann, dass sie nicht zurückkommen.“

Das ATO-Hauptquartier hat diese Informationen bestätigt. „Die Tatsache, dass ‚Touristen‘ aus Russland zahlreich sind, ist unbestritten. Aber wir erwischen sie nicht, es ist äußerst schwierig, sie aufzuspüren“, sagt ATO-Sprecher Wladislaw Selesnjow.

Nicht alle „Touristen“ in der ATO-Zone sind aus Russland. Werbeanzeigen, die solche „Touren“ anbieten, kann man im von Separatisten kontrollierten Donezk leicht finden. Der Name der Tour ist „Auf den Spuren der ukrainischen Armee“. Jeder, der möchte, kann in ‚befreite‘ Städte und Gebiete gehen, wo aktive Kampfhandlungen stattfinden. Der Preis einer solchen ‚Safari-Tour‘ bewegt sich zwischen UAH 1,000-8,000 ($77-$615). Die Organisatoren von „Safari-Touren“ stellen ein vollständiges Set an ballistischer Schutzausrüstung, d.h. schusssichere Westen und Kevlar-Helme, zur Verfügung.

Quelle: UNIAN – englische Fassung: Euromaidan Press

Übersetzung von Euromaidan Press auf Deutsch

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