Sex-Sklaverei im besetzten Luhansk

 

Empfehlung, Krieg im Donbas, Menschenrechte, Soziales

Artikel von: Wsewolod Filimonenko, Journalist
Quelle: Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Voices of Ukraine (engl.)

Die Medien schweigen zu diesem Thema: In der besetzten Stadt Luhansk werden Gefangene als Sex-Sklaven gehalten.

In den besetzten Verwaltungsgebäuden der Oblast [Region] Luhansk gibt es nicht nur Männer in Gefangenschaft sondern auch Frauen und Mädchen, aber die ukrainischen Medien verschweigen dieses Thema oft unwissentlich, während die russischen Fernsehsender es basierend auf ihre Aufträge aus dem Kreml verbergen.

Wie ich von den Eltern von Marina K. erfuhr, wurde ihre 18-jährige Tochter im Gebäude des Luhansker SBU [Gebäude des ukrainischen Sicherheitsdiensts, nach der Besetzung eine der Kommandozentralen der sogenannten “Luhansker Volksrepublik, Anm. d. Übers.] in einem kleinen Raum mit verschlossenen Fenstern gehalten, und zusammen mit ihr waren dort etwa 40 weitere junge Frauen aus Luhansk, alle im Alter von 17 bis 22 Jahren. Marina Eltern baten die ukrainische Polizei, die Ermittlungsbehörde des Innenministeriums, selbst russische Journalisten (da es keine andere Alternative gibt) um Hilfe, aber alles ohne Erfolg. Gestern fand Marinas Mutter meine Nummer auf Facebook heraus, rief mich an und erzählte mir die folgende Geschichte:

“Am 6. Juli erzählte mir [ihre Mutter] Marina zum ersten Mal, wo sie [Marina] war, sie rief mich von einer unbekannten Nummer an und sagte, dass sie noch lebte, aber von den Rebellen gefangen genommen wurde und im Luhansker SBU-Gebäude festgehalten wird.”

Ein weiteres Telefongespräch verlief wie folgt, wie die Mutter erklärt:

“Was machst du da, warum hast du mich nicht früher angerufen?” fragte die Mutter.

“Ich habe dich nicht angerufen, weil sie nicht zulassen, dass jemand einen Anruf macht. Gerade jetzt schlafen alle Aufständischen, weil sie betrunken sind, und ich kann deshalb ruhig eines ihrer Handys nehmen und anrufen. Es gibt viele von uns hier, ungefähr 40 Menschen, alles Mädchen in meinem Alter, vielleicht ein paar Jahre älter. Sie [die Rebellen] versprechen uns, wir würden nach dem Sieg freigelassen, aber wann das geschieht, weiß niemand,” antwortete Marina.

“Wozu brauchen sie euch als Geiseln? Haben sie euch geschlagen? ” fragte die Mutter.

“Setz dich besser, es wird schwer für dich sein, das anzuhören, … sie schlagen uns nicht, solange wir tun, was sie uns zu tun heißen … wir helfen ihnen, …sich nach den Schlachten zu “entspannen”. Du weißt, was ich meine?” antwortete Marina.

“Sie haben dich vergewaltigt?” schrie die Mutter.

“Sie stechen uns mit Nadeln, mit einer Substanz, die den Verstand außer Kraft setzt, die uns zwingt, vorübergehend das Denken einzustellen, und während dieser Zeit machen sie mit uns, was sie wollen. Die Mädchen hier wechseln ständig, neue kommen rein, während andere weggebracht werden zu den Straßensperren “an die Arbeit”, dann kommen sie aber nicht wieder hierher zurück. Ich weiß nicht, was mit ihnen geschieht. Ich könnte verrückt werden,” gesteht Marina.

Am Ende des Gesprächs sagte Marina: “Oh, Mama, ich glaube, da kommt jemand. Ich werde versuchen, dich wieder anzurufen, wenn ich kann …” und legte auf.

“Sie rief mich nicht zurück”, sagte die Mutter. “Wo sie ist und was sie jetzt tut, weiß ich nicht. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, was sie mit diesen Mädchen an den Straßensperren machen, wo sie hingebracht werden. Sicherlich bringt man sie nicht dahin, um Lieder zu singen!” sagte die Mutter und weinte …

Danach habe ich nur eine Frage an den Präsidenten. Wann wird er den militärischen Befehl geben, “die Stadt Luhansk einzunehmen?” Petro [Anm. d. Red.: der ukrainische Präsident heißt Petro mit Vornamen), wenn Ihr Anti-Terror-Einsatz weiterhin in diesem langsamen Tempo vorangeht, bei dem die Verantwortlichen sagen, dass sie mehr Zeit brauchen, dann werden in Luhansk bald keine Menschen mehr übrig sein, und diejenigen, die überleben, werden nach dem Horror, den sie während der Besetzung durchstehen mussten, nicht mehr weiter leben wollen.

[Anm. d. Übers. Bitte auch dazu lesen, welch großen Ansprüche die Militanten der Luhansker Volksrepublik an sich selber gestellt haben: Luhansker Separatistenrepublik verabschiedet Gesetz zur Kriminalisierung der Pressefreiheit, da geht es u.a. auch um das Thema Sex und “Erotik”]

 

 

 

Artikel von: Wsewolod Filimonenko, Journalist
Quelle: Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Voices of Ukraine (engl.)

Bild: Das Gebäude des SBU in Luhansk
Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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