Wie Sachartschenko binnen 30 Minuten den Flughafen eroberte, was wirklich geschah – und was die „Cyborgs“ sagen …

airport

 

19. Januar 2015 • Krieg im Donbas

Artikel von: RFE/RL
Quelle: Euromaidan Press (engl.)

Kyiw – Alexandr Sachartschenko, der Anführer der „DNR“, einer Gruppierung, die in der Ukraine als terroristische Gruppe betrachtet wird, hat am Donnerstag behauptet, dass nach einer Schlacht, die nun schon Monate dauert, jetzt 95 Prozent des Territoriums des Flughafens unter Kontrolle der Separatisten seien und dass  nur noch ein Dutzend ukrainischer Soldaten am Leben sei. Das jedoch wird vom Hauptquartier der ATO bestritten, die nur bestätigt, dass es den ganzen Tag über bewaffnete Auseinandersetzungen in den Terminals gegeben habe, die den ganzen Tag gedauert hätten. Die „Cyborgs“ meldeten Verwundete und Tote, doch sie versicherten, dass sie sich nicht von ihren Positionen zurückzögen.

Alexandr Sachartschenko (li.), der Truppenführer

Alexandr Sachartschenko (li.), der Truppenführer

 

Alexandr Sachartschenko, der Staatsmann

Alexandr Sachartschenko, der Staatsmann

Zu Tagesanbruch berichtete das ATO-Hauptquartier, dass Alexandr Sachartschenko den Söldnern befohlen habe, den Flughafen Donezk im Sturm zu nehmen. Daraufhin begann ein massiver Angriff.

Der Berater des Verteidigungsministers, Jurij Birjakow, der in ständigem Kontakt mit den Kämpfern im Flughafen ist, berichtet von Artilleriebeschuss und Kämpfen auf kurze Distanz mit Scharfschützengewehren, die meist in der neuen Abflughalle stattfänden. Das meiste davon ist gegenwärtig unter Kontrolle der „Cyborgs“, jedoch könnten die Söldner in bestimmten Arealen ihre Positionen verstärkt haben.

Sachartschenko beeilte sich heute, zu behaupten, dass die Separatisten das gesamte Gebiet des Flughafens binnen einer halben Stunde besetzen würden . Doch dann dauerte das Gefecht bis zur Nacht. Der Sprecher der ATO, Andrij Lysenko, widersprach Sachartschenkos Behauptungen.

„Gestern hat er gesagt, sie hätten den Flughafen eingenommen. Das alles in Ordnung sei. Heute, sie seien bereit, ihn zu befreien. Unzusammenhängend, unlogisch, unwahr, provozierend. – Mehr kann ich dazu nicht kommentieren“, so Lysenko.

Der OSZE-Mission gelang es bedingt durch die Kämpfe nicht, Zugang zum Flughafen zu bekommen

Das ATO-Hauptquartier behauptete am Donnerstag, dass dass die Söldner möglicherweise versuchen würden, eine Sabotageaktion durchzuführen, um den Besuch der OSZE-Beobachter zu verhindern. Doch es gelang den Beobachtern schon wegen der Spannungen nicht, das Areal zu inspizieren.

„Heute hatten wir zwei Versuche unternommen, in den Flughafen zu kommen, doch wir haben ihn nicht erreicht. Als wir vor Ort waren, konnten wir uns unser eigenes Bild über die Gefährdung machen. Wir hörten Gewehrfeuer, wir sind eine zivile Mission, deswegen entschieden wir uns, zu unseren Ausgangspositionen zurückzukehren“, sagte Presseattaché Iryna Hudyma.

Einer der Freiwilligen, der den Kämpfern im Flughafen hilft und die Kommunikation mit ihnen während des Tages aufrechterhält, Olexij Motschanow, bestätigte, dass Sachartschenkos Behauptungen, den Flughafen eingenommen zu haben, auf nichts gründeten. So, wie er sagt, haben die „Cyborgs“ sechs Verwundete und einen Toten.

Nun müssen sich die Soldaten den Weg zum Flughafen freikämpfen

Die im Dorf Pisky in der Nähe von Donezk stationierten Truppen schafften es, sich ihren Weg in die Abflughallen freizukämpfen und die zu evakuieren, die medizinische Hilfe benötigten. Der Kommandeur des OUN-Bataillons, Mykola Kochaniwsky, berichtete RFE/RL, dass Pisky unter konstantem Artilleriebeschuss stehe. Hier sagte RFE/RL, dass auch Pisky unter konstantem Raketenbeschuss sei. Die Kommunikation mit dem Flughafen sei nicht unterbrochen. Zur gleichen Zeit wurde der Granatenbeschuss, wie die Soldaten bemerkten, durch die Separatisten präziser, deswegen halten sie es für möglich, dass die russische Armee ihnen zur Hilfe gekommen sei.

„Die Offiziere, die dort arbeiten sagen, dass die Natur des Artilleriegefechts und die Zielauswahl sich verändert hat. Die Separatisten waren noch nie zuvor so präzise, und die Offiziere haben das Gefühl, dass die Terroristen durch russische Profis ersetzt wurden. Die Menschen in der Kampfzone finden es offensichtlich, dass Natur und Präzision des Beschusses sich geändert haben“, so Motschanow. „Hier ist jetzt eine mehr professionelle Einheit anstatt der Rebellen vor Ort“.

Das berichtet die Tagesschau am 18. Januar (ab 6’23):

Und das sagen die „Cyborgs“ dazu:

 

Artikel von: RFE/RL
Quelle: Euromaidan Press (engl.)

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

Schlagworte:, ,