OSZE verurteilt den Beschuss von Mariupol

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Krieg im Donbas

Artikel von: OSZE
Quelle: OSZE 24. Januar 2015

Der Leiter der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine verurteilt den Beschuss von Mariupol als einen rücksichtslosen, wahllosen und widerwärtigen Angriff auf unschuldige Zivilisten

Kyiw, 24. Januar 2015 – Der Chef der OSZE-Sonder-Beobachtermission in der Ukraine, Botschafter Ertugrul Apakan, beschrieb den Beschuss von Mariupol – der, in Übereinstimmung mit den ersten Erkenntnissen der Beobachtermission, über 17 Tote und viel mehr Verletzte – als eine rücksichtslose, wahllose [A.d.Ü.: wahl- oder unterschiedslose Angriffe sind laut Genfer Konventionen ebenfalls verboten, so man davon ausgeht, bei dem Angreifer handele es sich um eine reguläre Kriegspartei] und widerwärtige Attacke, die auf ein dichtbesiedeltes Wohngebiet gezielt hat und unter dessen Opfern sich Frauen, Kinder und Alte befinden.

Früh am Morgen sandte die Mission eine Patrouille an den Ort des Geschehens um die Lage zu bewerten und die Tatsachen festzustellen.

Iryna Gudyma, OSZE

Iryna Gudyma, Pressesprecherin der OSZE-Sondermission

Ihre Ergebnisse teilte die Pressesprecherin Iryna Gudyma Interfax-Ukraine mit: [Übersetzung aus dem Russischen]

„Eine Beobachter-Patrouille wurde an den Ort des Beschusses zur Erfassung von Daten geschickt. Später geben wir einen operativen Bericht der Situation,“ teilte die Pressesprecherin der Sonder-Beobachtermission, Iryna Gudyma, am Samstag gegenüber der Agentur „Interfax-Ukraine“ mit.

„Wie mitgeteilt wurde, kamen durch den Beschuss von Mariupol laut vorläufigen Informationen zehn Personen ums Leben. Laut Informationen der Pressestelle der Stadtverwaltung von Mariupol trafen die Geschosse öffentliche Plätze wie Geschäfte und Märkte. „Zum Zeitpunkt, als der Beschuss stattfand, befanden sich hauptsächlich Zivilisten auf den Straßen,“ teilte die Polizei mit.

Der ATO-Stab des Sektors „M“ teilte mit, dass Freischärler der „DNR“ Wohnkomplexe im Osten von Mariupol mit „GRAD“ aus den Siedlungen Sachanka und Saitschenko beschossen. Laut einer Datenanalyse schossen drei „GRAD“ ihre gesamte Munition in Richtung der Wohnquartiere. Die Terroristen waren sich bewusst, dass sie in Richtung eines Wohnviertels von Mariupol schießen, in dem sich viele friedliche Zivilisten aufhalten,“ heißt es in der Mitteilung des Stadtrats von Mariupol mit Hinweis auf Informationen des ATO-Stabs des Sektors „M“.

„Ich verurteile diesen Gewaltakt in den schärfsten Worten und fordere eine komplette Untersuchung dieses Zwischenfalls. Ich drücke den Familien der Opfer und dem Volk der Ukraine mein aufrichtiges und tiefes Beileid aus“, so Apakan.

„Diese gefährliche Situation kann nicht so weitergehen. Wir brauchen einen sofortigen Waffenstillstand. Die Ukraine und ihre Menschen brauchen und verdienen Frieden. Die Parteien müssen unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Vereinbarungen von Minsk vollständig in Kraft setzen.

Bedauerlicherweise haben wir in den vergangenen Tagen eine Ausweitung des wahllosen Beschusses in den Regionen Donezk und Luhansk gesehen, einschließlich dicht besiedelter Wohngebiete in Donezk und Debalzewo.

Ich ersuche alle Seiten, sofort robuste Aktionen zu unternehmen, um die neue Eskalation der Kämpfe und ihren hohen Blutzoll unter der Zivilbevölkerung zu beenden.“

Wie die Vereinten Nationen berichten, sind bisher durch die Gewalt mehr als 5.000 Menschen gestorben, mehr als 10.000 wurden verwundet und ungefähr eine Million wurde entwurzelt.

Die Mission hat Vorschläge unterbreitet, um die Spannungen in und um den Flughafen von Donezk zu mildern und für die betroffene Zivilbevölkerung Erleichterung zu bringen, da diese sich einer sich verschlechternden humanitären Lage gegenübersieht.

 

Artikel von: OSZE
Quelle: OSZE 24. Januar 2015

Bild: Botschafter Ertugrul Apakan ist der Leiter der OSZE-Sonder-Beobachtermission in der Ukraine (Bild aufgenommen in Wien am 10.April 2014 (OSZE/Micky Kroell)
Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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