Oligarch bringt pro-russische Interessen in der neuen griechischen Regierung ein

Die seltsame Symbiose der Linksradikalen von SYRIZA mit den Unabhängigen Griechen im neuen griechischen Kabinett kam überraschend für die internationale Gemeinschaft. Es war noch überraschender, wie rasch es gebildet wurde, in weniger als 24 Stunden nach den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag.

Die seltsame Symbiose der Linksradikalen von SYRIZA mit den Unabhängigen Griechen im neuen griechischen Kabinett kam überraschend für die internationale Gemeinschaft. Es war noch überraschender, wie rasch es gebildet wurde, in weniger als 24 Stunden nach den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag. 

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Artikel von: GRReporter
Quelle: GRReporter

Die seltsame Symbiose der Linksradikalen von SYRIZA mit den Unabhängigen Griechen im neuen griechischen Kabinett kam überraschend für die internationale Gemeinschaft. Es war noch überraschender, wie rasch es gebildet wurde, in weniger als 24 Stunden nach den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag.

Einen Tag später verwies Griechenland offiziell auf verfahrenstechnische Gründe, um gegen die Meinung der Europäischen Union gegen das Vorgehen Russlands in der Ukraine aufzutreten, und heute (A.d.Ü. am 29.1.2015) boykottierte der neue Außenminister Nikos Kotzias die Entscheidung, neue Sanktionen gegen Moskau zu verhängen.

Und während lokale Analysten sich noch fragten, ob das ein abrupter Wechsel in der geopolitischen Orientierung Griechenlands von Westen nach Osten sei, enthüllten Veröffentlichungen in den internationalen Medien die Kontakte von Kotzias zu dem extremen Nationalisten Russlands, Aleksandr Dugin, die dem Zweck dienen, die Interessen Russlands in Griechenland umzusetzen. Demnach war die Koalition zwischen SYRIZA und den Unabhängigen Griechen schon geraume Zeit vor den Wahlen organisiert worden, mit Hilfe eines ehemaligen russischen Diplomaten in Athen, der derzeit ein enger Partner eines dem Kreml nahestehenden Oligarchen ist.

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Eine Informationsquelle, auf die sich die Autoren der Artikel in der internationalen Presse beziehen, ist der Blog von Hristo Grozev, eines Medien-Investors in den Niederlanden und der Ukraine und Analysten der Politik Russlands während des Konflikts.

In Ihrem Blog beschreiben Sie Versuche, die Interessen Russlands durch die Bildung einer von Oligarchen finanzierten Lobby in Griechenland einzubringen. Welche Informationsquellen haben Sie?

Ich habe hauptsächlich eine große Menge Korrespondenz analysiert, nahezu 1000 Emails, in der Zeit von 2013-2014. Es war die Korrespondenz einer Schlüsselfigur aus dem Umfeld des russischen Oligarchen Konstantin Malofejew, des Mannes, von dem hinlänglich erwiesen ist, dass er die separatistischen Rebellen in der Ostukraine in großem Ausmaß initiiert und finanziert hat.

Anfang Dezember hackte die russische Hackergruppe Shaltay-Boltay (Teil der internationalen Hackergruppe Anonymous International) die Mailbox von Georgi Gawrisch, eines ehemaligen Bediensteten des russischen Konsulats in Athen und derzeitigen Partners von Malofejew und eines der extremen Ideologen des russischen Nationalismus, Aleksandr Dugin. Gawrisch ist der Hauptkontakt zwischen der Gruppe Malofejew-Dugin und der politischen Elite Griechenlands, besonders der SYRIZA-Gruppe. Offenbar wurden diese Beziehungen über die Jahre gepflegt, während er in Athen war.

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Aleksandr Dugin, Foto: Ria Novosti

Wofür genau würde diese russischen Lobby Ihrer Meinung nach arbeiten? Wäre das nur für Energieprojekte oder auch für andere Themen?

Ich denke, dass die Interessen komplexer sind. In der Korrespondenz sehen wir ein detailliertes Memorandum, verfasst von Aleksandr Dugin, das als Ziel formulierte, einen „Elite Club“ internationaler politischer Persönlichkeiten zu schaffen, um Russlands geopolitische Interessen zu unterstützen, was auch immer das gerade sein mag. In diesem Zusammenhang ist es für Russland am wichtigsten, das Band der Isolation zu sprengen, die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten wegen seiner Rolle in der Ukraine verhängt wurde. Das erklärt, warum die erste „Hilfe“ seitens der neuen griechischen Regierung in diese Richtung geht, nämlich die Sanktionen gegen Russland auf EU-Ebene zu „boykottieren“. Später werden die Interessen, die Beistand erfordern, vermutlich andere sein, einschließlich Energie.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Oligarch wie Malofejew nicht nur in seinem eigenen Interesse arbeitet. Seine Rolle in der Ukraine war es, eine „Symbiose“ mit dem Kreml herzustellen, – er finanzierte den ersten, riskantesten Teil des Krieges, und in der Folge wurden die ersten Siege Putin auf einem Silbertablett überreicht. Als Gegenleistung wurde er im Zusammenhang mit seinen Problemen mit dem Gesetz von Putin begnadigt. 2013 wurde er der Veruntreuung von Aktien in einem staatlichen Unternehmen beschuldigt, und nun ist nicht mehr angeklagt.

Wissen Sie, wer die Mitglieder dieser Lobby in Griechenland sind?

Es gibt in der Korrespondenz für einige von ihnen spezielle Daten. Zum Beispiel ist einer der Gründer der „Anti-Memorandum“ Bewegung innerhalb von SYRIZA der einflussreiche Blogger Dimitris Konstantakopoulos und der derzeitige Außenminister Nikos Kotzias, was wichtiger ist. Beide hatten durch ihn regelmäßigen Kontakt zu Gawrisch und zu der Gruppe um Malofejew.

Überdies hatten sie oft Parteidokumente wie Memoranden, Strategiepapiere etc. nach Moskau geschickt, bevor diese in Griechenland offiziell veröffentlich wurden, was für eine Kommunikation spricht, die alles andere als harmlos und geschäftlicher Natur ist.

Weiters bestellte Kotzias 2013 und 2014 eine Reihe von detaillierten Studien zur öffentlichen Haltung in der griechischen Gesellschaft Russland gegenüber und schickte sie nach Moskau. Die Frage ist, warum er sie beauftrage, auf wessen Kosten und warum er sie gerade an Gawrisch schickte.

Für mich ist jedoch der Einfluss Moskaus auf den neuen Verteidigungsminister Panos Kammenos, der in der Korrespondenz angedeutet wird, beängstigender. Ein Brief von Konstantakopoulos an Gawrisch macht klar, dass nach einem weiteren Moskaubesuch Kammenos, ein Vertreter der ansonsten konkurrierenden Partei der Unabhängigen Griechen, sich über gemeinsame taktische Aktionen mit der ideologisch unvereinbaren SYRIZA enthusiastisch zeigte. Es stellt sich heraus, dass damals eine Organisation, genannt „Zentrum für Strategische Forschung“, das von Kammenos geleitet wird, eine langfristige Kooperation mit dem Russischen Zentrum für Strategische Forschung[M1]  unterzeichnete, das eine Struktur des FSB ist, unter dem Vorsitz eines Generalmajors des KGB-FSB, der zufällig lange Zeit in Bulgarien gelebt hatte und, Medienberichten zufolge, ein häufiger Gast [des bulgarischen Politikers] Rumen Petkow in Bulgarien war.

Wie würden Sie die Berichtigung des Griechischen Außenministeriums kommentieren, dass Minister Nikos Kotzias keine Beziehungen zu Alexander Dugin habe?

Am 13. April 2013 schickte Kotzias Gawrisch ein Foto, das ihn eindeutig mit Dugin und einer Gruppe von Studenten, anscheinend an der Universität, von Piräus zeigt. Daher kennen sie einander zumindest.

Am 15. Mai 2014 schickte Kotzias Gawrisch einen Brief, in dem er sagt, dass er ihn gesucht habe, als er in Moskau war, ihn aber nicht gefunden habe. In der Zwischenzeit hatte Kotzias mindestens drei lange, detaillierte Studien über die Haltung gegenüber Russland an Gawrisch geschickt, der gleichzeitig für Malofejew und Dugin arbeitete. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass das Außenministerium bereit ist, diese Tatsachen zu bestreiten.

GRReporter postet ein Foto von Herrn Grozev, das Kotzias, Dugin und seine Gruppe von Studenten an der Universität von Piräus zeigt.

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Artikel von: GRReporter
Quelle: GRReporter

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam

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