Der russische General Alexander Lenzow leitet die Terroroffensive in der Ukraine

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Krieg im Donbas, Russland

Artikel von: Julia Davis
Quelle: examiner.com

Der russische Präsident Wladimir Putin höhnte nach der Niederlage des ukrainischen Militärs in Debalzewe, diese sei eine besonders große Schande, denn sie hätten diese Schlacht gegen Männer verloren, „die gestern noch Bergleute und Panzerfahrer waren“. In Wahrheit kämpft die Ukraine gegen russisches Militär, das sich hinter dem ausfransenden Schleier von einheimischen Pöbel-Gruppen von „Separatisten“ verbirgt. Russland benutzt seine höchstentwickelten Waffen in der Ostukraine, einschließlich das auf einen LKW montierte Boden-Luft-Raketensystem SA-22 (Pantsir-S1). Die Ukraine besitzt keine Waffensysteme dieses Typs.

[1. Anm. d. Übers.: siehe dazu auch Großbritannien: Russlands fortgeschrittenstes Luftabwehr-Artilleriesystem wird in der Ukraine eingesetzt:

Adrian Croft, Reuters, 18. Februar 2015

BRÜSSEL (Reuters) – Großbritannien hat am vergangenen Mittwoch Bilder von einem Waffensystem veröffentlicht, das als Russlands fortgeschrittenstes Luftabwehr-Artilleriesystem beschrieben und in der Ostukraine eingesetzt wird. Dies sei ein weiterer Beweis für Russlands militärische Verwicklung in den Konflikt.

Das Aussenministerium veröffentlichte eine Infografik, die Details des auf einen LKW montierten SA-22 Boden-Luft-Raketensystems zeigt, und Photos, die von Medien und Verteidigungsexperten gemacht worden waren und die zeigen sollen, wie das System in den letzten Wochen in der Ukraine eingesetzt wurde.

„Die Anwesenheit der SA-22 in der Ostukraine ist ein weiterer Beweis auf eine unmittelbare Verwicklung des russischen Militärs in den Konflikt“, twitterte der britische NATO-Botschafter, ADAM Thomson und veröffentlichte die Bilder auf Twitter.

„Wir rufen Russland auf, seinen in Minsk eingegangenen Verpflichtungen in vollem Umfang nachzukommen“ sagte er in Berufung auf eine Vereinbarung des Waffenstillstandsbkommens, das die ausländischen Truppen zum Rückzug auffordert.

Das britische Dia hat den Titel: „Wie man die russische Pantsir-S1 (oder SA-22) erkennt, die von ukrainischen Kräften nicht eingesetzt wird.“

Pantsir

Russland leugnet bis jetzt die westlichen Anschuldigungen, Soldaten und große Mengen Waffen in die Ostukraine zu schicken.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Mittwoch, dass sowohl russische Streitkräfte als auch Artillerie- und Luftabwehr-Einheiten, sowie Führungselemente noch immer in der Ukraine aktiv seien.]

[2. Anm. d. Übers.: Hier ist eine durch Informnapalm erstellte Liste von weiteren hochwertigen Waffensystemen, die von frisch aus ihrem Brotberuf rekrutierten und mittels Crashkurs ausgebildeten „Bergleuten und Traktorfahrern“ wohl kaum bedient werden können. Das Bedienen setzt in der Regel mehrmonatige Lehrgänge und jahrelange Erfahrung voraus:

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Bildnachweis und Leseempfehlung: https://de.informnapalm.org/top-10-beweise-der-russischen-aggression-der-ukraine-nach-materialien-von-informnapalm/]

Die sogenannten „Rebellen“ setzen sich aus zwei Schlüsselelementen zusammen. Die erste Komponente bilden russische Soldaten, deren Teilnahme verdeckt erfolgt, und deren Sterben als „Staatsgeheimnis“ betrachtet wird. Die zweite Komponente enthält bezahlte, lokale Milizionäre. Die „Separatistenbewegung“ in der Ukraine war künstlich geschürt worden. Sie hat, bevor Russland seine Hamas-artige Invasion begann, nie zuvor in der Ukraine existiert.

Im Gegensatz zu Präsident Putins hämischem Spott über das ukrainische Militär, standen diesem keine einfachen Traktorfahrer und Bergleute gegenüber. Tatsächlich, so scheint es, wurden die russischen Soldaten und einheimischen Terroristen der sogenannten Lugansker Volksrepublik (LVR) von niemand anderem kommandiert als Generalleutnant Alexander Lenzow, dem stellvertretendem Oberkommandierendem des russischen Heeres.

lenzow4Lenzow war anfänglich in die Ukraine eingeladen worden, um an einer friedlichen Lösung des Konflikts mitzuwirken, beauftragte sich in der Folge selber damit, die Befolgung des letzten Waffenstillstands zu beobachten. Doch stattdessen wird berichtet, dass unter seinem Kommando stehende Terroristen die blutige Belagerung von Debalzewe anführten.

Trotz des Waffenstillstands von Minsk-2 berichtete die OSCE von konstantem Artilleriebeschuss aus einer Position 25km nordöstlich von Debalzewe. Zahlreiche ukrainische Soldaten wurden während dieser Offensive von den Terroristen getötet, die offen erklärten, dass sie sich den Waffenstillstandsvereinbarungen widersetzen würden, da, wie sie behaupteten, dieses Gebiet in den zweiten Minsker Vereinbarungen nicht speziell erwähnt worden sei. „Die Terroristen haben den Befehl erhalten, Debalzewe einzunehmen, koste es, was es wolle“, so Militärsprecher Anatolij Stelmach.

In Video-Interviews versuchte ein Mann mit einer erstaunlichen Ähnlichkeit mit Generalleutnant Lenzow sich als simpler einheimischer Terrorist darzustellen (vielleicht ein eigensinniger Traktorfahrer) und sprach in militärischem Jargon. Er wurde nur durch seinen Decknamen, „Palitsch“ identifiziert und als Kommandeur der fünften Artilleriebrigade beschrieben, die gegen das ukrainische Militär kämpft. In einem anderen Video räumt Lenzow vor laufender Kamera ein, dass er direkt daran beteiligt war, ukrainische Soldaten zu überreden, sich zu ergeben und Kriegsgefangene zu nehmen, ohne seine wahre Identität zu enthüllen. Wie die OSZE berichtet, traf sich Lenzow im Dezember 2014 mit Vertretern der Luhansker und Donezker Separatisten von der LVR und DVR in Debalzewe – in seiner offiziellen Eigenschaft als Chef der russischen Vertretung in der Südostukraine.

Und wie die OSZE weiter berichtet, waren sich der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko und der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko während des letzten Minsker Gipfels darüber einig, dass der Präsident Russlands, Wladimir Putin, unehrlich ist und schmutzige Spielchen spielt.

Im Licht der fortgesetzten Offenbarungen, die in direktem Widerspruch zu Russlands hinterhältigen Erzählungen stehen, ist die Realität von Putins dreckigem Krieg in der Ukraine nicht länger ein Geheimnis.

[UPDATE] Als Reaktion auf die Erwähnung in den Medien gab Lenzow ein wenig überzeugendes Videostatement heraus. In einem Video vom 18. Februar 2015 sagt Lenzow, er sei auf seinem Weg nach Majorsk von ungenannten Offiziellen informiert worden, er „müsse“ seine Anwesenheit in Debalzewe leugnen.

Dieses unspezifische Dementi spricht weder eines der Schlüsselthemen um Lenzows Aktivitäten in der Ukraine an noch widerlegt es andere Videoauftritte von ihm.

In den sozialen Medien wurde noch auf einen anderen möglichen Verdächtigen hingewiesen: den russischen Oberst Nail Nurulin, der im FSB gedient hat. Die russische Zeitung „Kommersant“ hat offen zugegeben, dass Debalzewe von regulären russischen Truppen und nicht von lokalen Militanten eingenommen wurde. An diesem Punkt ist Russlands weitergehende Invasion der Ukraine klar unbestreitbar.

Artikel von: Julia Davis
Quelle: examiner.com

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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