Gegen die russischen Lügen vorzugehen ist einfach, die Bekämpfung russischer Propaganda viel schwerer

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23. Februar 2015 • Analytik und Meinungen, Meinung & Analyse, Russland

Artikel von: Paul A. Goble
Quelle: Windows on Eurasia 23.2.2015

Russische Lügen waren seit dem Beginn der Annexion der Krim und der Intervention in anderen Teilen der Ukraine durch Wladimir Putin konstante Bestandteile der Moskauer Medienlandschaft. Die meisten diese Lügen waren so extrem, dass sie Aufmerksamkeit auf sich zogen und leicht zu widerlegen waren.

Aber während Moskaus Verwicklung in der Ukraine weiter andauert und sich damit auch immer mehr russische Experten engagieren, ist die russische Propaganda zum Teil komplizierter geworden, da sie eine Kombination von Wahrheit und Lüge in einer Weise darstellt, die sie bei ihren verschiedenen Zielgruppen wirksamer macht und gleichzeitig schwieriger zu entlarven ist.

In einem Kommentar auf Nr2.com nennt Ksenija Kirillowa fünf aktuelle Themen der russischen Propaganda und zeigt, wie jede von ihnen etwas Wahres und viel Lüge vermischt, und wie schwierig es für viele sein kann, die beiden Dinge zu trennen, um zu verstehen, was vor sich geht.

  • Zuerst werden Moskaus Agenturen immer behaupten, “Russland unterstützt immer die Regierung, die in einem Land existiert, aber die USA unterstützen die Opposition und versuchen, sie durch blutige Revolutionen an die Macht zu bringen.” Das war in der Ukraine nicht der Fall, und es war auch in vielen anderen Ländern nicht der Fall, sagt Kirillowa.
  • Zweitens sagen diese Agenturen dann, “Einflussagenten der USA sind im System der Macht Russlands vorhanden. “Beurteilt man dies von den Folgen ihres jeweiligen Handelns und geht man davon aus, dass die USA Russland zerstören wollte, dann könnte man durchaus sagen, dass Putin der US-Agent Nr. Eins sei, weil alles, was er getan hat, dazu dient, “sein eigenes Land zu zerstören.”
  • Drittens, und in der letzten Aktualisierung der sowjetischen Reaktion auf die Kritik mit den Worten, dass die Amerikaner angeblich Schwarze “lynchen”, werden die Moskauer Agenturen die Frage aufwerfen: “Und was ist mit den Offenbarungen von Snowden?” Dazu sagt Kirillowa, dass Snowdens Enthüllungen doch “eine enorme Anzahl von internationalen Skandalen” entfacht haben.
    Aber in der Berichterstattung darüber haben russische Quellen konsequent die russischen Cyber-Attacken auf andere Länder ignoriert, darunter Deutschland, die Ukraine und die baltischen Staaten, um so den Eindruck zu hinterlassen – und dies mit einigem Erfolg, dass alle Probleme in diesem Bereich nur von einer Seite kommen. Das ist einfach nicht der Fall, was jeder unvoreingenommene Beobachter sehen kann.
  • Viertens werden die russischen Quellen weiter behaupten, “die USA organisierten den Maidan in der Ukraine.” Es ist wahr, dass die USA den Maidan unterstützten – aber es war sicherlich kein “organisieren”. Das ukrainische Volk hat das gemacht. Keine äußere Kraft – egal wie mächtig – hätte tun können, was sie getan haben – anders als im Donbas, wo Moskau wirklich die Dinge organisierte.
  • Und fünftens werden die russischen Agenturen behaupten, dass “sich die von den USA finanzierten russischen NGOs zu viel herausnehmen”. Man muss dies entweder als “eine offene Lüge” abtun – oder diejenigen, die das hören, müssen auch anerkennen, dass Moskau NGOs in Europa und den USA finanziert, “die sich viel mehr als “zu viel” herausnehmen” und die im Gegensatz zu den NGOs in Russland nicht eingeschränkt sind, zu tun was sie wollen.

 

Artikel von: Paul A. Goble
Quelle: Windows on Eurasia 23.2.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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