Schuldzuweisungen in Mariupol: Wieder grandioser Reinfall für die russische Propaganda

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23. Februar 2015 • Krieg im Donbas, Russland

Artikel von: Julia Davis
Quelle: examiner.com

Furchtbare Raketenangriffe russischer „Aufständischer“ in der Ukraine töteten in Mariupol 30 Menschen und verletzten mehr als 100. Der Kreml leugnet weiterhin seine direkte Beteiligung, trotz neuer Informationen über zahlreiche, in der Ukraine getötete russischer Soldaten, über von den „Rebellen“ benutze, hochentwickelte Waffen, über in der Ukraine gefangengenommene russische Fallschirmjäger, oder über den jetzt zutage getretenen Mißbrauch von nicht-russischen Uniformen, in denen russisches Militär verdeckt in der Ukraine operiert.

[Anm. d. Übers.: das Auftreten von Soldaten in anderen als den eigenen Uniformen oder Zivilkleidung führt zum Verlust des Schutzes durch die Genfer Konventionen, da dies keine „zu Kriegshandlungen berechtigten“ Kombattanten sind]. Diese Techniken, auch bekannt als „Maskeraden“ oder False Flag-Operationen, waren unter sowjetischer Militärdoktrin üblich. Sowjetische und russische Spezialkräfte wurden nach Afghanistan und Tschetschenien geschickt und operierten da als „Einheimische“.

Eine andere Front der russischen Aggression ist die berüchtigte Propagandamaschinerie des Landes, die dem Kreml in seinen Anstrengungen hilft, die Fakten zu vernebeln und Desinformation zu verbreiten. Eine übliche Technik der russischen Mainstream-Medien ist, sich mit einer von den Russland-finanzierten „Rebellen“ zu brüsten, doch sofort daraufhin umzuschalten, das ukrainische Militär zu beschuldigen, sobald die terroristischen Aktivitäten einen Massenanfall ziviler Opfer zur Folge hatten. Diese Strategie war auch bei der Berichterstattung der russischen Medien über den Abschuss der MH-17 durch Russische Separatisten benutzt worden. Nachdem zunächst die Erklärungen der „Rebellen“ über den Abschuss eines weiteren ukrainischen Jets bejubelt worden waren, änderten die russischen Mainstream-Medien abrupt ihre Story, sobald klar war, dass es russische Terroristen waren, die das Zivilflugzeug abgeschossen hatten.

Dieselbe Strategie benutzt die russische Propagandamaschine, um dem ukrainischen Militär die Schuld am Massaker von Mariupol anzuhängen. Zunächst hatte RT („formerly known as“ Russia Today), ganz stolz eine Ankündigung des Terroristenchefs der selbsternannten DVR (Donezker Volksrepublik), Alexandr Sachartschenko verbreitet. In einem vom Fernsehen ausgestrahlten und vom Publikum bejubelten Auftritt rief Sachartschenko aus, die „Rebellen“ hätten eine Offensive begonnen, um die Stadt Mariupol zu stürmen. Separatistenchef Pawel Gubarew brüstete sich am 23. Januar mit den bevorstehenden Angriffen auf Mariupol und auf andere Städte. Doch als bekannt wurde, dass der unterschiedslose Beschuss den Tod von 29 Zivilisten und eines ukrainischen Soldaten verursacht hatten, fingen die russischen Netzwerke an, ein anderes Liedchen zu singen. Nun behaupten sie, die ukrainischen Streitkräfte stünden hinter den Angriffen und die „Rebellen“ hätten keine Pläne, Mariupol zu stürmen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigte, dass die Granaten aus Gebieten kamen, die von den Separatisten kontrolliert wurden. Ukraine’s Geheimdienst (SBU) hat die Aufnahmen abgehörter Telefongespräche der „Rebellen“ untereinander veröffentlicht, in denen sie über den Angriff auf Mariupol sprachen. Auch wenn die russische Propaganda konstant entlarvt und entwertet wird, erfüllt sie dennoch ihren primären Zweck, indem sie die schwarze Saat der Täuschung säen. Die Sprachrohre des Kreml schaffen Verwirrung und fabrizieren eine falsche moralische Gleichheit zwischen den Terroristen und ihren Opfern.

Artikel von: Julia Davis
Quelle: examiner.com

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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