Waffenmesse IDEX 2015 (Abu Dhabi): Russland und Ukraine wollen Rüstungsgüter verkaufen

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (3.v.l.) und der ukrainische Generalstabschef Viktor Muschenko (rechts neben ihm) besuchen die internationale Verteidigungsausstellung und Konferenz - Foto: Michail Palintschak/AP

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (3.v.l.) und der ukrainische Generalstabschef Viktor Muschenko (rechts neben ihm) besuchen die internationale Verteidigungsausstellung und Konferenz - Foto: Michail Palintschak/AP 

Nachrichten, Politik, Russland

Artikel von: Sean Cronin
Quelle: The National.ae , 24. Februar 2015

ABU DHABI – Die wuchernden Militärmaschinen von Russland und der Ukraine konnten einst aufeinander zählen – was die Teile betraf, die sie brauchten, um ihre Waffensysteme zu komplettieren. Nun ist alles anders, und die Verteidigungsindustrien der beiden kriegführenden Nationen wurden in diesem Konflikt zu Kollateralsschäden.

Beide versuchen sich dem anzupassen, indem sie mehr einheimische Versionen von Teilen herstellen, die sie einst importiert oder aus anderen früheren Sowjetrepubliken bezogen hatten.

Auf der IDEX-Rüstungsgüter-Ausstellung in Abu Dhabi, auf der sich die weltgrößten Waffenproduzenten alle zwei Jahre treffen, um ihre Waren auszustellen, stehen die Pavillons von Russland und der Ukraine in sicherer Entfernung voneinander.

Ein riesiges gepanzertes Fahrzeug bewacht den Stand der Ukraine, während ein Panzer vor dem russischen Pavillon geparkt wurde und ein ehemaliger Soldat der Spezialeinheiten, herausgeputzt in Flecktarn, die neuesten lasergesteuerten Kalaschnikows vorführt.

Grüne-Männchen-Chic jetzt weltweit … © Silvia Razgova, The National

Grüne-Männchen-Chic jetzt weltweit … © Silvia Razgova, The National

 

Die großen Rüstungsexportfirmen beider Länder haben einige ihrer machtvollsten Waffensysteme ausgestellt, in Anwesenheit einiger der machtvollsten Militärfiguren, die für die Herstellung verantwortlich sind.

Sergej Tschemesow, ein schwergewichtiger Verbündeter von Präsident Wladimir Putin [Anm. d. Übers.: aus der gemeinsamen KGB-Zeit in Dresden, seit dem 12. September 2014 unter EU-Sanktionen stehend] und Generaldirektor der staatlichen Rüstungsfirma Rostec, führt die russische Delegation an.

Sergej Tschemesow mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Muhammad bin Zayid bin Sultan Al Nahyan, dem stellvertretenden Kommandeur der Streitkräfte der VAE Bildnachweis: http://rostec.ru/

Sergej Tschemesow mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Muhammad bin Zayid bin Sultan Al Nahyan, dem stellvertretenden Kommandeur der Streitkräfte der VAE Bildnachweis: http://rostec.ru/

Roman Romanow, ein früherer Wahlkampfhelfer des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, führt die ukrainische Militärmaschinerie als Generaldirektor von Ukroboronprom an. [Anm. d. Übers.: hier kann nachgelesen werden, welche Neuentwicklungen die Ukraine in Abu Dhabi vorstellt: http://en.interfax.com.ua/news/economic/252180.html]

Präsident Poroschenko lässt sich von Roman Romanow ein Exponat erklären - Foto UkrOboronProm

Präsident Poroschenko lässt sich von Roman Romanow ein Exponat erklären – Foto UkrOboronProm

Beide Männer führen die Aufsicht über die Transformation über ihre jeweilige Waffenindustrie. Während Russland versucht, die Auswirkungen der Sanktionen zu kompensieren, richten die ukrainischen Manager ihren Schwerpunkt darauf, die Ukraine mit den Waffen zu versorgen, die das Land braucht, um seine Grenzen zu verteidigen und ausländische Investoren für ihre Industrie anzuziehen.

Wir mussten über Nacht etwas ändern, erinnert sich Nadia Stechitschina, eine Assistentin von Romanow, als sie sich daran erinnert, wie einige der Fabriken im Osten der Ukraine infolge des Gewaltausbruchs im vergangenen Jahr zerstört worden waren [Anm. d. Übers.: man könnte auch sagen, demontiert und gestohlen]. Gleichzeitig verlor die Ukraine die Kontrolle über ihre Häfen auf der Krim.

Der Verlust dieser Produktionsstätten war für Ukroboron ein harter Schlag – was Tschemesow jedoch auf der Pressekonferenz diese Woche herunterspielte.

„Diese Fabriken waren schon halb tot“, sagte er als Antwort auf die entsprechende Frage von The National. „Das waren hauptsächlich Schiffsbau- und Wartungs-Firmen“. Nichtsdestotrotz ist ihr Verlust eine zusätzliche Herausforderung für die ausgelaugte Firma, die kommerziellen Bedürfnisse ihrer Firma mit den militärischen Bedürfnissen des Landes in Einklang zu bringen.

„Unsere Partner waren sehr verständnisvoll“, sagt Stechitschina von Ukroboronprom. Einige Vertragstermine wurden verschoben, doch unsere Verpflichtungen haben wir erfüllt. Unsere Partner verstehen, dass es eine Bedrohung unserer nationalen Sicherheit gibt. Sicher müssen wir eingreifen und Tag und Nacht arbeiten, damit die Soldaten bekommen, was sie brauchen und wir ihre Rechte wahren“.

Artikel von: Sean Cronin
Quelle: The National.ae , 24. Februar 2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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