Putins Adjutant und die Toten auf dem Maidan

Putin und Surkow, 15. Februar 2012, Quelle: premier.gov.ru via Wikimedia

Putin und Surkow, 15. Februar 2012, Quelle: premier.gov.ru via Wikimedia 

Analytik und Meinungen, Krieg im Donbas, Meinung & Analyse, Russland

Artikel von: Paul A. Goble
Quelle: Euromaidan Press (englisch) 20.2.2015

Im Watergate-Klassiker „All the President’s Men“ (dt: „Die Unbestechlichen“), warnt (Whistleblower) Deep Throat, es sei wichtig, wenn man eine Verschwörung aufdecke, nicht zu schnell vorzugehen, sondern von außen Ringe Richtung Zentrum zu bauen. Sonst könnten sich die Verschwörer zu sicher fühlen und die Möglichkeit, dass den wirklich Verantwortlichen etwas geschieht, ist minimiert.

Und obwohl es jetzt genau so offensichtlich ist für die, die Augen haben, zu sehen, dass Wladimir Putin den Angriff auf Ukraine und Ukrainer genauso orchestriert hat, wie es Richard Nixon war, der den Einbruch und dessen Vertuschung organisiert hat, ist es wichtig, schon einmal Beweismaterial gegen den Kreml-Chef zu sammeln , und zwar genauso, wie man es gegen den in Ungnade gefallenen amerikanischen Präsidenten gemacht hat.

Das passiert jetzt.

Walentyn Nalywaitschenko, der Chef des ukrainischen Geheimdienstes, sagte, seine Offiziere hätten Aussagen von denen, die verdächtigt würden, auf dem Maidan auf ukrainische Demonstranten geschossen zu haben, dass sie von Wladislaw Surkow geführt worden seien, Putins engstem Gefolgsmann.

Zusätzlich sagte Dmitrij Muratow, der Herausgeber der „Nowaja Gaseta“, auf Echo Moskwy, dass das Papier, das die Zeitung nun in ihrem Besitz habe [Anm. d. Übers.: hier ist die Übersetzung], welches bestätige, „dass der Plan für den Krieg in der Ukraine in der Präsidialverwaltung des russischen Präsidenten entwickelt worden“ sei, also von der Entourage des Präsidenten.

Das Dokument zeige, sagte Muratow, „dass dieser Plan im Kreml zwischen dem 4. und 15. Februar letzten Jahres entwickelt worden sei, das heißt, bevor Wiktor Janukowytsch aus Kyiw floh. Und es führt aus, dass Russland in der Ukraine intervenieren müsse, damit es nicht die Kontrolle über die Gas-Pipelines und einen großen Markt verliere.

Das Kreml-Dokument führt aus, dass Moskau „die zentrifugalen Bestrebungen mehrerer Regionen“ der Ukraine nützen solle „mit dem Ziel, die Vereinigung der östlichen Oblaste mit Russland in der einen oder anderen Form zu initiieren“ Die ersten, so das Dokument, sollten laut Muratow die Krim und Charkiw sein.

Der Plan des Kremls skizziert auch Russlands diplomatische Strategie. Moskau müsse auf Verhandlungen bestehen, um „die Krise zu lösen“, auch wenn es das Problem selbst verursacht habe. Moskau müsse die „Föderalisierung oder sogar Konföderation“ der Ukraine verlangen, um prowestliche Gruppe im Land zu blockieren.

Dann, so das Dokument, müssen die Krim und andere Teile der Südostukraine in die Moskauer Zollunion integriert werden und der letzte Schritt müsse ihre „Vereinigung“ mit Russland sein, denn Russland sei, wie die russischen Diplomaten sagten, „der einzige Garant für wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität“.

Zumindest sollten diese Entwicklungen im jüngsten „Fall“ Anlass geben zu einer drastischen Erweiterung der Liste russischer Funktionäre, die daran gehindert werden sollen, in den Westen zu reisen. Doch darüber hinaus sollte es das Ende derer bedeuten, die Putin als unschuldig darstellen, was die Ukraine betrifft.

Wie der Watergate-Fall vor 40 Jahren zeigte, wird Putin noch Verteidiger haben, genau wie seinerzeit Nixon. Doch die Schlinge zieht sich zu, und es ist schon lange an der Zeit, zu erkennen, dass Putin dessen schuldig ist, wofür man ihn anklagt, was auch immer seine Unterstützer sagen mögen, und dass er, wie Nixon, gestoppt werden muss, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.”

Weitere Informationen zu Person Wladislaw Surkow in einem Artikel von Peter Pomenrantsev: “Der unbekannte Autor des Putinismus”

Artikel von: Paul A. Goble
Quelle: Euromaidan Press (englisch) 20.2.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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