Russlands angepisste Patrioten – Ilya Azar bei ‘Meduza’

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2. März 2015 • Analytik und Meinungen, Meinung & Analyse, Nachrichten, Politik, Russland

Artikel von: Ilya Azar
Quelle: Meduza 23.2.2015

Nach Angaben der Polizei nahmen am Samstag, den 21. Februar etwa 35.000 Menschen im Zentrum von Moskau an einer Massendemonstration teil, die von der sogenannten Antimaidan-Bewegung auf die Beine gestellt worden war.

Den ganzen Weg bis hin zum Revolutionsplatz an den Kremlmauern schloss die Demonstration eine Ansammlung von verschiedenen Organisation ein, von der Veteranengruppe ‘Offiziere Russlands’ bis hin zur liberalen Partei ‘Bürgerplattform’ des Besitzers des Basketballvereins ‘Brooklyn Nets’, des Milliardärs Michail Prochorow.

Die Zeremonienmeister der Demonstration, die Antimaidan-Anführer Nikolai Starikow und Sängerin Wika Ziganowa nannten die Euromaidan-Bewegung „ein Goebbels-Embryo, das in eine menschliche Form transplantiert wurde und in einer Kirche tanzt“. Ilya Azar, der am Marsch teilnahm, berichtet für Meduza:

„Wenn wir uns nicht zur Unterstützung für Wladimir Putin bekennen, werden wir alle sterben. Wir werden in den Schützengräben vermodern, weil wir nicht verstanden haben, dass die Faschisten wegen uns kommen. Sie haben uns den Krieg erklärt,“ sagt ein Mann, der sich in eine Fahne in den Farben des patriotischen St.-Georgs-Bands gewickelt hat, zur Erklärung für seine Teilnahme am Marsch. Die Hauptlosung der Demonstration, die am ersten Jahrestag des Sieges von Euromaidan in der Ukraine stattfand, war „Kein Vergeben, kein Vergessen“. [Anm. d. Übers.: Unter dieser Losung finden jährlich Gedenkveranstaltungen an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 statt. Sie wurden allerdings mittlerweile durch inflationären Gebrauch bereits zur bloßen Formalität banalisiert.] Spezielle Videos, auf Großleinwänden ausgestrahlt, erklärten, was denn so unverzeihlich sei.

„Antimaidan“-Demonstranten marschieren durch die Moskauer Petrowka-Straße. Foto: Jewgeni Feldman / Nowaja Gaweta

„Antimaidan“-Demonstranten marschieren durch die Moskauer Petrowka-Straße. Foto: Jewgeni Feldman / Nowaja Gaweta

„Schon immer in seiner Geschichte hat Amerika Kriege gebraucht“

Die Videos fassten die Geschichte der Revolutionen in Syrien, Libyen, Ägypten und der Ukraine zusammen (alle angeblich vom Westen organisiert) und zeigen die Wirtschaftsleistung dieser Länder vor und nach dem Staatsstreich. So sagten sie zum Beispiel, dass der Wert der Hrywnja nach dem Sieg auf dem Euromaidan auf ein Drittel gefallen sei. (Taktvollerweise sagte man nichts über die Schwächung des Rubels.)

Die meisten Demonstranten schienen den Schuldigen an diesem Chaos zu kennen. „Schon immer in seiner Geschichte hat Amerika Kriege gebraucht,“ sagte eine Frau in der Menge besorgt zu ihrer Freundin.

„Der Maidan hat der Ukraine nichts Gutes gebracht,“ wiederholte ein aufgezeichnetes Video des Grigori Leps, der nicht wirklich an dem Marsch teilnahm. „Ich bin gegen den Maidan in all seinen Manifestationen. Ich bin für ein großes, freies Russland.“

Die Organisatoren teilten Poster mit verschiedenen wiederkehrenden Clichés aus: “Heute Maidan, morgen Krieg?”; „Nein zum Faschismus! Nein zum Maidan!”; „Der Bär fragt niemanden um Erlaubnis, und er überlässt seine Taiga keinem!” (eine Anspielung auf eine öffentliche Bemerkung Wladimir Putins im Dezember 2014); „Russland ist ein Land, das sich nicht fürchtet!”; und so weiter.

Manche Gruppen kamen mit ihren selbst gebastelten Slogans. Leute, die unter einem Transparent marschierten, auf dem stand „Die Schlacht um den Donbas“ (ein seltsames Nebeneinander mit einem andern Schild, auf dem stand „Frieden für den Donbas!“), trugen kleine Blätter mit der Aufschrift „Wir sind der Donbas“. Vertreter aus Tschetschenien kamen mit Jacken, auf deren Rücken das Gesicht des ehemaligen tschetschenischen Präsidenten aufgedruckt war, und Shirts, die vorne das Bild seines Sohnes und Nachfolgers Ramsan Kadyrow trugen. Es gab auch Wladimir Putin T-Shirts.

Die Tschetschenen trugen Poster mit der Aufschrift „Putin und Kadyrow erlauben keinen Maidan” und riefen abwechselnd die Namen ihrer Idole „Ramsan!” „Putin!”

 

"Wir sind Donbas" - Foto: Philipp Kirejew

“Wir sind Donbas” – Foto: Philipp Kirejew

Nach den Tschetschenen kamen die Delegationen von Inguschetien und Dagestan, die gut gelaunt ihre Flaggen mit anderen Demonstranten teilten. Zwei ältere Damen drehten sich nach mir um und reagierten ziemlich beleidigt, als ich sie fragte, von wo sie die denn hätten und antworteten: „Wir sind von Wladiwostok, na und? Das ist doch alles die eine Sowjetunion!“

„ ..Wir müssen den richtigen Moment finden, um wieder abzuhauen …“

Die meisten der Teilnehmer des Marschs, die die Petrowka-Straße Richtung Revolutionsplatz füllten, trugen das Symbol russischen militärischen Heldenmuts, das St.Georgs-Band. Allen Berichten zufolge waren es sehr wenige Personen, die aus eigener Entscheidung zur Demonstration gekommen waren. Schon früh am Tag kamen Busse an, die Leute aus den ländlichen Gebieten außerhalb Moskaus ablieferten, und die lokalen Studenten machten auch kein Geheimnis daraus, dass sie von ihren Universitäten zur Teilnahme gezwungen worden waren.

„Der Marsch wird nicht sehr lange dauern, und wir müssen ja nicht den ganzen Weg mitgehen“, sagte eine junge Frau, bemüht, ihren Freund zu beruhigen.

„Aber wir müssen den richtigen Moment finden, um wieder abzuhauen, lass uns etwas weiter vorne gehen“, antwortete der Freund.

Die, die sich auf der Website „Massovki.ru“ für den Marsch angemeldet hatten, bekamen 300 Rubel (ca. $5), doch viele Studenten, die man zu dem Ereignis getrieben hatte, freuten sich schon über die russische Flagge, die sie kostenlos bekamen.

„Ich bin zufrieden. Ich werde nicht mit leeren Händen nach Hause kommen, wenn meine Mama fragt, wo ich gewesen bin“, sagte ein junger Mann, der mit einer russischen Flagge herumwedelte. „Gehen wir danach ins Mickey D?“ fragte sein Freund. „Nein, wir müssen Patrioten sein“, antwortete der scharf. [Anm. d. Übers.: Mickey D ist ein lokaler Slang-Begriff für die amerikanische Fast-Food-Restaurants McDonalds.]

„Wir sind für ein vereinigtes Europa, in dem Russland die Führungsrolle spielt … das sich von Wladiwostok bis zum Ärmelkanal erstreckt.“

Am Tag vor dem Marsch versprachen die Anführer des Antimaidan, dass mehr als 100 Organisationen an dem Event teilnehmen würden. Zusätzlich zu den Gruppen, die sich üblicherweise auf pro-Kreml-Demonstrationen zeigen (wie die Offiziere Russlands, die ‘Kampf-Bruderschaft’ und die [Schirinowski-Partei] LDPR), gab es auch einige unerwartete Gruppen. So, zum Beispiel, schlossen sich Mitglieder und Unterstützer der (Wirtschafts-) liberalen ‘Bürgerplattform’ dem Marsch an. Deren Sponsor und Gründer ist der Milliardär Michail Prochorow, den fast sechs Millionen liberale Russen in den Präsidentschaftswahlen von 2012 unterstützt hatten. Die Aktivisten der ‘Bürgerplattform’ marschieren mit Parteihalstüchern (und ohne St.Georgs-Band) und erklären, warum sie nichts dabei finden, wenn eine liberale politische Partei an einer patriotischen Anti-Oppositions-Demo teilnimmt.

„Unter Rifat (Schaikutdinow, der, nach der Vereinigung der Krim mit Russland, die liberalere Irina Prochorowa als Führer der Bürgerplattform ersetzt hat), hat sich unser Kurs geändert, und die Partei unterstützt nun die russische Außenpolitik und macht sich für Änderungen im Wirtschaftsleben stark. Ich unterstütze einen solchen Kurs und ich gehe bestimmt nicht auf die Demonstration (der Opposition) am 1. März,“ sagte mir eine Frau von der Bürgerplattform.

Ein gut angezogener junger Mann in ihrer Gruppe fühlte sich jedoch offensichtlich weniger wohl. „Ich bin mir nicht wirklich sicher, was ich hier mache“, sagte er mir und zuckte mit den Schultern.

Andrej Bogdanow, der frühere Chef der Demokratischen Partei Russlands (DPR) und Freimaurer-Großmeister, zeigte sich ebenfalls auf dem Antimaidan-Marsch. Als Pro-Kreml-Stratege hatte Bogdanow geholfen, Dutzende von Ablenkungsparteien zu kreieren. Zur Zeit ist er fleißig dabei, die Kommunistische Partei der Sozialen Gerechtigkeit (bekannt als KPSS – die gleichen Anfangsbuchstaben benutzte die sowjetische Kommunistische Partei) aufzubauen, von der er hofft, sie möge der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, der zweitstärksten Partei des Landes, in den nächsten Parlaments- und Regionalwahlen Stimmen abnehmen.

„Erinnert Ihr Euch, wie wir – seitdem sind nur ein paar Jahre vergangen – den Kongress unter den Fahnen der Europäischen Union und dem Slogan „Russland ist Europa“ abhielten,“ sagte er ganz entspannt. „Wir sind für ein vereinigtes Europa, in dem Russland die Führungsrolle spielt. Ich war in Italien und Frankreich, und die Kommunisten dort wünschen sich ein Europa, das sich von Wladiwostok bis zum Ärmelkanal erstreckt.“

„Der Maidan ist die Konzentration alles anti-russischen unter Nazi-Flaggen und den Liedern von Makarewitsch“…

Die Stadtverwaltung genehmigte den Organisatoren des Antimaidan, ihre Hauptbühne zwischen dem Hotel Moskwa und dem Staatlichen Historischen Museum im Herzen Moskaus aufzubauen, unmittelbar außerhalb des Kreml. (Das Büro des Bürgermeisters verbannte den – zunächst geplanten – Protestmarsch der liberalen Opposition am 1. März in den Vorortbezirk von Maryino). Der verschwörungstheoretische Autor Nikolai Starikow und die Sängerin Wika Ziganowa führten die Demonstration an und begannen mit einer emotionalen, lyrischen Aufzählung der vielen Sünden des Euromaidan. [Anm. d. Übers.: Wika Ziganowa durfte am 18.Oktober 2014 in Anwesenheit von Igor Strelkow-Girkin die „Nationalhymne von Neurussland“ vorstellen, wofür sie von ihm einen Strauß roter Rosen bekam und ihm umarmen durfte. Oleg Zarjow war auch da und trug den gleichen Anzug und das gleiche Hemd wie Girkin.]

Die Antimaidan-Bühne auf dem Manegenplatz in Moskau, Foto: Stanislaw Krasilnikow/TASS/Vida Press

Die Antimaidan-Bühne auf dem Manegenplatz in Moskau, Foto: Stanislaw Krasilnikow/TASS/Vida Press

„In Kiew ist eine Beerdigungsgesellschaft an die Macht gekommen. Der Maidan ist ein Festival des Todes“, sagte Starikow.

„Die Hauptwaffe des Maidan sind Lügen, die zu Tausenden von Toten geführt haben, Hunderttausenden von Verwundeten und Millionen von alten Menschen und Kindern, die jetzt Entbehrungen erleiden,“ fügte Ziganowa hinzu.

„Der Maidan ist ein Embryo von Goebbels, transplantiert in eine menschliche Form, der in einer Kirche tanzt“, sagte Starikow, der damit erst anfing.

„Der Maidan ist die Konzentration alles Anti-Russischen unter Nazi-Flaggen und den Liedern von Makarewitsch“, fügte Ziganowa hinzu.

„In Russland wird es keinen Maidan geben!“ sangen Starikow und Ziganowa dann zusammen, obwohl fast niemand in der Menge mitsang.

„Fahr zur Hölle, Maidan!“ kreischte Ziganowa zum Schluss, beinahe aufgelöst in Tränen.

Nach diesen einleitenden Worten lauschte die Menge einer Gruppe von Antimaidan-Unterstützern aus Odessa – Eltern, deren Kinder am 2. Mai beim Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa starben. „Der Tod meines Sohnes zerriss mir das Herz. Es ist unmöglich, das zu vergessen,“ so eine Mutter von der Bühne herunter.

„ … weiß ich tief in meinem Herzen, dass es in Russland keinen Maidan geben wird… “

Natürlich – die Sprecher der Demonstration konnten nicht widerstehen, die Aufmerksamkeit auf die Führer der russischen Opposition zu lenken. So trugen beispielsweise Aktivisten von Einiges Russland (der Putin-Partei) Plakate, die „Navalny, den Dieb“ angriffen. Alexej Balyberdin, ein Arbeiter von UralVagonZavod, einer Panzerfabrik, die einst gedroht hatte, Demonstrationen der liberalen Opposition mit Gewalt auseinanderzubrechen.

„2011 schien es so zu sein, dass die Opposition am Ende war, doch nun ersteht sie wieder auf! Diese Verräter sind eine unwichtige, kleine Gruppe, doch wir müssen im Gedächtnis behalten, dass das arrogante und zynische Leute sind, die vor nichts Halt machen, um unser Land zu zerstören. Vor drei Jahren wollten wir mit einem Panzer in die Versammlung der Opposition fahren, doch heute denke ich, dass einige harte Worte genug sind, um ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen. Und wir sind bereit dazu,“ sagt Balyberdin. Als Nächstes wurde die Menge mit einer Performance der Popmusikerin Julia Tschitscherina traktiert, die Starikow einen „Star des russischen Rock“ nennt. Tschitscherina weist darauf hin, dass Kyiw sie eine Terroristin nennt, weil sie im von den „Separatisten“ kontrollierten Luhansk ein Konzert gegeben habe.

„Und die, die massenhaft ihr eigenes Volk töten und ihre Städte in Ruinen verwandeln, nennen sie Helden. Wir müssen unser Land vor solchem Wahnsinn retten!“ Das sagte Tschitscherina, bevor sie eines ihrer Lieder sang.

Die Demonstration endete mit einer Rede von Russlands Lieblings-Führer einer Motorrad-Rockergang, Alexander Saldostanow alias „Chirurg“, der sagte: „Ich rufe Euch auf, Euch alle hinter dem russischen Präsidenten zu versammeln, wie wir das in den kritischen Stunden in Sewastopol und auf der Krim gemacht haben. Wenn ich Euch in die Augen schaue, weiß ich tief in meinem Herzen, dass es in Russland keinen Maidan geben wird. Lass sich dieses hinterhältige, orange Wiesel seine schiefen, giftigen Zähne an uns ausbeißen!“

Alexander „Der Chirurg“ Saldostanow (Mitte), rechts daneben mit Blick in die Kamera: Netrebko-Impressario Oleg Zarjow - Foto: Jewgenij Feldman/Nowaja Gaseta

Alexander „Der Chirurg“ Saldostanow (Mitte), rechts daneben mit Blick in die Kamera: Netrebko-Impressario Oleg Zarjow – Foto: Jewgenij Feldman/Nowaja Gaseta

„Wir haben die Befreiung Russlands und die Säuberung Russlands von der „Fünften Kolonne“ angestoßen.“

Hier endete die Demonstration und die Menge begann, sich zu zerstreuen. Eine Gruppe von Demonstranten transportierte auf einer Trage einen Dummy, der in einen orangefarbenen Overall gekleidet war,

Daneben sprach der Duma-Abgeordnete der rechtsgerichteten Nationalen Befreiungsbewegung, Jewgenij Fedorow, zu einer kleinen Versammlung von Unterstützern und fasste den Erfolg der Demonstration zusammen:

„Wir haben heute etwas sehr wichtiges gemacht! Wir haben die Befreiung Russlands angestoßen und die Säuberung Russlands von der „Fünften Kolonne. Der Anfang ist gemacht, und das wird entweder in einem Staatsstreich oder in der Souveränität Russlands enden,“ sagte Fedorow, der glaubt, dass Russland von den Vereinigten Staaten versklavt wird, und Wladimir Putin als Führer einer sich entwickelnden nationalen Befreiungsbewegung betrachtet.

„Ich komme selber aus Wladiwostok“, sagte einer von Fedorows Unterstützern, „sagt mir, was können Menschen in meiner Region tun, um zu helfen?“

„Im Moment nichts. Doch es wird eine Zeit kommen, da werden die höchsten Mächte ihre Ressourcen aktivieren und ein Flugzeug schicken, um Dich nach Moskau zu bringen,“ sicherte Fedorow dem Mann zu.

„Mutterland! Freiheit! Putin!“ fingen die Fedorow umgebenden Leute an zu singen.

“In sechs Monaten wird es eine Million von uns geben, und der Sieg wird unser sein, bevor das Jahr endet. Dank Euch, dass Ihr diese Last tragt. Dank Euch, dass Ihr Russland vorwärts bringt!“ schloss Fedorow und ging fort.

Aufmerksam wurde die Rede Fedorows von einem Mann verfolgt, der ein Portrait des Anti-Kriegs-Rockmusikers Andrej Makarewitsch trug, auf dem geschrieben stand: „Ein Maidan-Organisator.“

Andere wiederum trugen auch andere Portraits. Einige trugen Bilder des Putin-Kritikers Michail Chodorkowskij, oder früherer Politiker wie Boris Nemzow und Michail Kasjanow oder anderer Oppositioneller.

Ein Portrait von Andrej Makarewitsch - Foto: Philip Kirejew

Ein Portrait von Andrej Makarewitsch – Foto: Philip Kirejew

„Warum zeigst Du hier ein Bild von Makarewitsch herum?“ sagte ein herantretender Mann. „Den muss man einfach vergessen und aus dem Gedächtnis streichen.“ – „Vergessen???“ Das ist einer der Hauptorganisatoren des Maidan!!!“ antwortete der junge Mann. „Ja, is’ klar, wir wissen nicht mal, ob er überhaupt bei den Maidan-Protesten war,“ räsoniert der zweite Mann. „Bist Du ein Makarewitsch-Unterstützer, oder was?“ giftete der junge Mann. „Nein, nein, aber ich finde, er ist bloß ein Opfer.“ „Ja, es ist klar, dass die Amerikaner die Hauptorganisatoren sind, aber … „ sagte der junge Mann und wurde leiser.

In diesem Moment kam eine alte Frau, die einen violetten Schal trug, zu dem jungen Mann, beugte sich zu dem jungen Mann herunter und sagte ganz ruhig, „Du bist ein Hundsfott, Du Judas.“ Dann drehte sie sich herum und ging.

 

Artikel von: Ilya Azar
Quelle: Meduza 23.2.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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