Freiwilliger des Roten Kreuzes: „Unser Majdan fand zwischen zwei Flammen statt“

April 2014. Roman während der Behandlung in Wien. - Foto: Pavlo Bishko

April 2014. Roman während der Behandlung in Wien. - Foto: Pavlo Bishko 

10. März 2015 • Empfehlung, Kultur, Menschenrechte, Soziales

Artikel von: Lidiia Akryschora

Zuerst war er ein Tropfen im Ozean, dann fing er an, in einer Uniform des Roten Kreuzes Menschen zu helfen, dann schoss ihm ein Scharfschütze eine Kugel ins Bein, und nach all diesen Ereignissen wird er nicht mehr der sein, der er früher war. Roman Kotljarewski – Biologe und Logistikmanager, während der Revolution Mitarbeiter des Roten Kreuzes – erzählt viele interessante, tragische und traurige Geschichten vom Majdan Nesaleschnosti (Unabhängigkeitsplatz). Obwohl er selbst zu Schaden kam, bereut der Mann die Zeit und die Bemühungen, die er einem der wichtigsten Erlebnisse seines Lebens gewidmet hat, nicht. Ein Ereignis, das ihn, genau wie alle Ukrainer, völlig verändert hat.

Als Roman in der Behandlung in Wien war, besuchte ihn die Journalistin und Aktivistin des lokalen Majdans Lidiia Akryshora im Krankenhaus. Jetzt, wo es Roman schon besser geht, spricht sie speziell für VIDIA mit dem mutigen Freiwilligen über alles, was er erlebt hat. Roman spricht wenig aber treffend. Man wundert sich über seinen Humor, auch darüber, wie er trotz aller Geschehnisse die Geschichten vom Majdan und der Zeit danach mit einem Lächeln erzählen kann. Er hat ein warmes und mildes Lächeln, das manchmal sehr traurig wird.

Als Roman in ehandlung in Wien war, besuchte ihn die Journalistin und Aktivistin des lokalen Majdans Lidija Akrischora im Krankenhaus - Foto: Pavlo Bishko

Als Roman in Behandlung in Wien war, besuchte ihn die Journalistin und Aktivistin des lokalen Majdans Lidija Akrischora im Krankenhaus – Foto: Pavlo Bishko

Ein Tropfen im Ozean des Roten Kreuzes

„Ich kam von Anfang an auf den Majdan, weil ich das Gefühl hatte, ich muss dort sein. Ich kam, um mit meiner Anwesenheit alle Protestierenden zu unterstützen. Jeder von ihnen war ein Tropfen im Ozean“, beginnt Roman Kotljarewski seine Erzählung über den Majdan.

Am 20. Januar, als es zu den ersten Zusammenstößen kam, wies ihm das Schicksal seinen Platz in dieser Revolution der Würde zu. Roman traf auf der Hruschewskyi-Straße zufällig drei seiner Bekannten, die in einer Einheit des Roten Kreuzes arbeiteten. Es stellte sich heraus, dass sein Freund, den er bereits zwanzig Jahren kannte, die Gruppe leitete. „Ich habe sie gesehen und gedacht, das ist genau das, was mir fehlt. Während ich einfach herumstand und wartete, haben sie wirkliche Arbeit geleistet. Sie haben denen geholfen, die Hilfe brauchten. Ich ging zu ihnen und sagte, dass ich mich anschließen will,“ erinnert sich Roman.

Am nächsten Tag ging er ins Büro des Roten Kreuzes, unterschrieb die Verträge (nach der Annahme „der diktatorischen Gesetze“ am 16. Dezember brauchte man rechtsanwaltliche Unterstützung), schloss eine Versicherung ab und begann zu arbeiten. Es wurde in vier Gruppen gearbeitet: Nach Dienstplan war jeder von ihnen alle zwei oder drei Tage im Einsatz.

Im Laufe des nächsten Monats, sagt Roman, gab es keine heftigen Konfrontationen. Sie taten Dienst, arbeiteten, kontrollierten beliebige Situationen. In den Akten des Roten Kreuzes für Januar, Anfang Februar steht: Hilfe bei Ohnmacht, Erfrierung, erste Hilfe bei Verletzungen.

Er erinnert sich aber an die gespannte Atmosphäre, nachdem das Gebäude der Stadtverwaltung übergeben wurde. Nicht alle Majdaner waren mit dieser Entscheidung einverstanden.

Februar 2014, Hruschewskyi Straße. Roman (links) im Einsatz auf dem Majdan. Rechts – Maksym Popow, der gute Freund Romans. Sie fingen gemeinsam beim Roten Kreuz an, ohne es miteinander vereinbart zu haben. Maksym zog Roman heraus, als er verletzt wurde.

Februar 2014, Hruschewskyi-Straße. Roman (links) im Einsatz auf dem Majdan. Rechts – Maksym Popow, der gute Freund Romans. Sie fingen gemeinsam beim Roten Kreuz an, ohne es miteinander vereinbart zu haben. Maksym zog Roman heraus, als er verletzt wurde.

Das Rote Kreuz leistete nicht nur Erste Hilfe, sondern bereinigte auch Konflikte. Denn, so sagt Roman, auch auf dem Majdan vertrauten die Leute den Menschen mit dem roten Kreuz auf dem Rücken. So wie es zum Beispiel in der Situation war, als die Militärs das Ukrainische Haus auf dem Europäischen Platz einnahmen. Dort standen etwa 200 Wehrdienstleistende ohne Waffen. Dann erschien eine große Anzahl von Demonstranten. Das Rote Kreuz stand zwischen den Fronten, ermöglichte Verhandlungen und half, Konflikte zu vermeiden. Eine besondere Rolle dabei spielte Wassyl Schurawel. Er hielt die Menschenmenge von Gewalt ab.

„Wir waren wie ein Stoßdämpfer zwischen ihnen und den Protestierenden“

„Das sind Menschen. Sie hatten den Befehl, dort zu stehen, und vertraten nicht jene Seite, die uns lieb war, aber, wenn man sich die Uniform des Roten Kreuzes anzieht, hat man kein Recht, eine Seite zu bevorzugen. Selbst wenn wir zum Dienst hinausgingen, führten wir keine Gespräche zu politischen Themen, weil das Rote Kreuz neutral ist und so bleiben sollte,“ beantwortet Roman die Frage über die moralische Komponente der Hilfe in solch einer schwierigen Situation. Entsprechend den Grundsätzen des Roten Kreuzes leistet man jeder Seite Hilfe. Deshalb wurden sowohl Majdaner, als auch Berkutpolizisten und die Soldaten der Sicherheitskräfte behandelt.

In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2014 leistet Roman mit einer Gruppe Freiwilliger des Roten Kreuzes einem verletzten Soldaten der Sicherungsstreitkräfte Erste Hilfe. - Foto: Mustang Wanted

In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2014 leistet Roman mit einer Gruppe Freiwilliger des Roten Kreuzes einem verletzten Soldaten der Sicherheitskräfte Erste Hilfe. – Foto: Mustang Wanted

Am 18. Februar kam es zu folgender Situation: die Truppen der Sicherheitskräfte zogen sich zurück, zwei Soldaten stolperten und fielen hin. Viele Demonstranten sind auf sie zugerannt und haben sie beinahe totgeschlagen. Roman erzählt, dass er und sein Freund versuchten, die Milizionäre herauszuholen. Zuerst wurden auch sie von Demonstranten geschlagen. Nachdem die Leute sahen, dass sie Mitarbeiter des Roten Kreuzes waren, hörten sie auf, sie zu schlagen. Die zwei Soldaten wurden zur medizinischen Hilfsstelle gebracht.

Viele Menschen wurden in solchen Situationen gerettet. Kotljarewski erinnert sich: „In einem der Höfe haben wir eine Verbandsstation organisiert. Die Soldaten sagten: „Wir haben gesehen, dass ihr allen helft, deswegen werden wir euch beim Vormarsch nichts tun.“ Und wirklich, als sie zum Angriff übergingen, haben sie den fünf Leuten in unserem improvisierten Spital nichts angetan. Sie sind einfach vorbeigegangen.“

Nachdem die Berkut den Oktober-Palast der Kultur eingenommen hatten, schaffte ein Mann es nicht rechtzeitig, aus dem Palast zu fliehen, und versteckte sich. Eine Gruppe des Roten Kreuzes gab ihm einen Arztmantel, und er ging hinaus, als ob er Arzt wäre.

Dank psychologisch geschickter Tricks und Verhandlungen wurden laut Roman viele Menschen aus Gefängnistransportern der Miliz und den Händen der Berkut buchstäblich herausgezogen. Es kam auch vor, dass die Milizionäre befürchteten, in den Angriff gehen zu müssen, und das Rote Kreuz baten, sie zu verbinden, um sagen zu können, dass sie ernsthaft verletzt seien.

Morgen des 19. Februars 2014. Majdan Nesaleschnosti. Foto: Mstyslaw Tschernow

Morgen des 19. Februars 2014. Majdan Nesaleschnosti. Foto: Mstyslaw Tschernow

Am 18. Februar patrouillierte die Gruppe der Mediziner das Gebiet neben der Schowkowytschna-Straße. An der Ecke der Instytutska-Straße befand sich eine Filiale der Pravex-Bank. Ein Sicherheitsmann und fünf Mitarbeiterinnen der Bank waren zur Arbeit gekommen. Als die Zusammenstöße begannen, ging der Manager zum Roten Kreuz hinaus und bat um Hilfe, die Frauen herauszuführen. Auf dem Dach des Gebäudes saßen damals Berkutpolizisten, die Gasgranaten und Ähnliches hinunter warfen. Man musste deren Kommandeur bitten, damit er Befehl gab, fünf Minuten lang nichts hinunter zu werfen, um einen Korridor für die Evakuierung der Frauen zu schaffen. Der Kommandeur gab per Funk den Befehl auf das Dach, und die Berkut hörte auf, zu schießen. Das ermöglichte die Evakuierung der Bankmitarbeiterinnen durch das Fenster. Roman erklärt: „Wir waren in gewissem Maße wie ein Stoßdämpfer zwischen ihnen und den Protestierenden. So konnten wir den Menschen helfen. Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden. Später ist sogar ein Milizgeneral zu uns gekommen und hat gesagt, falls wir Medikamente brauchen, sollten wir nur ihn benachrichtigen und sie würden geliefert.“

Die fatale Geschichte des blauen Helmes

Während der Konflikte erlebten und sahen die Mediziner viel – auf sie wurden Steine geworfen, sie erhielten ab und zu einen Stromschlag. Aber damals hatten sie keine Angst, sie mussten ihre Arbeit tun. Richtig schlimm wurde es aber am 20. Februar.

20. Februar 2014, Instytutska Straße. Roman kommt (erster rechts) mit der Gruppe der freiwilligen Mediziner an den schon gestorbenen Ustym Golodnjuk heran. - Foto: Busenko Mykola

20. Februar 2014, Instytutska-Straße. Roman kommt (erster rechts) mit der Gruppe der freiwilligen Mediziner an den schon gestorbenen Ustym Golodnjuk heran. – Foto: Busenko Mykola

Roman erinnert sich, dass er am 19. Februar nach Hause fuhr, um sich zu erholen. Er und sein Freund hatten vor, am 20. Februar in der Früh ins Büro des Roten Kreuzes zu gehen. Da sie vor jedem Einsatz die Nachrichten lasen, wussten sie, was sie erwartete. „Damals haben wir Angst bekommen, niemand sang, alle waren darüber erschrocken. Es gab sehr viele Verwundete und Ermordete,“ erinnert er sich.

Roman war klar – er konnte nicht kneifen. Allein weg zu gehen, bedeutete das ganze Team zu schwächen und zu erschrecken. Dann wurde ihrer Gruppe mitgeteilt, sie müsse auf die Instytutska-Straße, weil es dort viele Verletzte gab. Die Gruppe teilte sich auf – die Frauen halfen im Hotel “Ukrajina”, Roman sammelte mit drei Medizinern die Verwundeten ein und brachte sie zum Hotel.

Er erinnert sich, wie er im Chaos Schüsse, Blut und Qualm sah. Die Jungen liefen, verteidigten sich mit Schildern und baten ständig: „Geht weiter hinauf, dort gibt es viele Verwundete. Habt keine Angst, sie schießen nicht auf Mediziner.“ Ein Mann kam mit der nächsten Bitte zu ihm. Er schaffte es nicht, zu sprechen, er blutete aus dem Mund. Es stellte sich heraus – seine Lunge war durchschossen. Die Männer vom Roten Kreuz verbanden ihn und brachten ihn ins Hotel “Ukraina”. Heute, sagt Roman, weiß er, dass es diesem Verwundeten wieder gut geht.

20. Februar 2014, Instytutska Straße. Roman (zweiter von rechts) und das Team der freiwilligen Mediziner untersucht den Körper von Ustym Golodnjuk. Einige Sekunden später wird Roman von einem Scharfschützen verwundet. - Foto: Mstyslaw Tschernow

20. Februar 2014, Instytutska-Straße. Roman (zweiter von rechts) und das Team der freiwilligen Mediziner untersucht die Leiche von Ustym Golodnjuk. Einige Sekunden später wird Roman von einem Scharfschützen verwundet. – Foto: Mstyslaw Tschernow

Als sie die Instytutska-Straße weiter hinaufgingen, sahen sie den Jungen im blauen Helm auf dem Platz vor der Bank „Arkada“. Es war klar, dass er schon tot war, aber sie mussten sicher gehen und ihn aus dieser blutigen Schlacht herausholen. Erst später gibt er zu, dass die traurige Geschichte des blauen Helmes diejenige des ewigen Helden Ustym Golodnjuks ist.

In dem Moment, als die Mediziner Ustym auf die Trage legten und begannen sich aufzurichten, bekam Roman, wie er jetzt scherzhaft sagt, „das Geschenk“. Die Kugel des Scharfschützen drang in seinen rechten Oberschenkel ein. Dies seine Rettung zu nennen wäre in solch einem Fall natürlich ein grausamer Sarkasmus, doch nachdem sich Roman das Video wieder und wieder angesehen hat, stellte er fest, dass es ihn tatsächlich gerettet hatte. Wenn er nicht aufgestanden wäre, dann hätte die Kugel den Hals oder den Kopf getroffen.

20. Februar 2014, Instytutska Straße. Die Kollegen leisten dem verwundeten Roman Erste Hilfe. - Foto: Mstyslaw Tschernow

20. Februar 2014, Instytutska-Straße. Die Kollegen leisten dem verwundeten Roman Erste Hilfe. – Foto: Mstyslaw Tschernow

„Danach Krankenzimmer und viele Gäste“

Sofort nach dem Schuss dachte Roman ganz naiv, es seien Gummikugeln gewesen, weil er einen starken Schlag ins Bein fühlte, aber schon nach einer Sekunde wurde er auf die Trage gelegt, und die Regel “auf Mediziner schießt man nicht” war nicht mehr gültig für diesen Krieg der Würde. Danach sieht er Bilder wie in einem Film: das Hotel “Ukrajina”, die Spritze, die Verwaltung, der Rettungsdienst, das Krankenhaus, das Röntgen, der Operationssaal. Dann sein Krankenzimmer und viel Besuch von Freunden während der zwei Wochen im 12. Krankenhaus auf dem Boulevard Druschby Narodiw, wo Roman behandelt wurde.

Viele Freiwillige besuchten ihn dort. Sie wollten ihn zur Behandlung ins Ausland bringen. Zuerst sollte Roman die zweite Operation in Polen machen lassen, dann in Tschechien. Sogar in die USA wollten sie ihn bringen. Er meinte, zuerst sollten die Schwerverletzten oder Schwererkrankten ins Ausland gebracht werden. Und er wolle warten, bis sich sein Zustand stabilisiert hatte, weil sein Bein möglicherweise amputiert werden musste. Schließlich entschloss er sich, in die österreichische Hauptstadt Wien zu fahren, um dort zusätzliche Operationen machen zu lassen.

 

April 2014. Roman während der Behandlung in Wien. - Foto: Pavlo Bishko

April 2014. Roman während der Behandlung in Wien. – Foto: Pavlo Bishko

Dort wurde Roman noch zwei weitere Male operiert und lernte die lokale Medizin eineinhalb Monate lang kennen. Er erzählt, dass er mit den Österreichern im Krankenzimmer sehr viel kommunizierte. Einerseits, war er ein Held, weil er ihnen wahre Informationen mitteilte, andererseits war es traurig, weil man manchmal überzeugen musste, dass es auf dem Majdan keine Faschisten gab.

Seit Mai ist Roman wieder in seiner Ukraine. Er kehrt zum normalen Leben zurück, wenn man das so nennen kann. Er trainiert sein Bein und wartet auf den Frühling. Dann erinnert er sich wieder an Krankenhaus- und Operationssaalwände – man muss den Fixateur aus dem Bein herausnehmen.

Das Leben zum Preis der Revolution

Nachdem ein Jahr vergangen ist, erzählt Roman über die erlebten Ereignisse mit sehr geteilten Gefühlen. Einerseits, haben viele Menschen nicht verstanden, was geschehen ist. Er sagt, dass einige seine Bekannten ihn bis heute fragen, wie viel man ihm für den Majdan gezahlt habe. Andererseits, hat der Majdan die Menschen gelehrt, empathisch zu sein, nicht nur für sich zu leben, sondern auch anderen etwas zu geben. Viele Menschen haben verstanden, dass sie Dinge beeinflussen können, und sind deshalb zu Triebkräften gesellschaftlicher Veränderungen geworden.

April 2014, Wien. Besuch der Ausstellung „Ich bin ein Tropfen im Ozean“, die dem Majdan gewidmet ist. - Foto: Pavlo Bishko

April 2014, Wien. Besuch der Ausstellung „Ich bin ein Tropfen im Ozean“, die dem Majdan gewidmet ist. – Foto: Pavlo Bishko

Roman erzählt über das Beispiel seiner Mutter, die ihrer Herkunft nach Russin ist. Sie unterrichtete russische Sprache und Literatur. Nach dem, was geschehen ist, bemüht sie sich, nur noch Ukrainisch zu sprechen, und ist unglaublich stolz, in so einem schönen Land zu leben. „Es ist natürlich nicht die beste Art und Weise, zu lernen, sein eigenes Land zu lieben und Patriotin zu werden“, ergänzt Roman, „aber ich bin wahnsinnig glücklich, dass in den Ukrainern die Vaterlandsliebe erwacht ist.“

Über den Krieg im Osten meint Roman, dass besser vorbereitete Menschen und keine Jugendlichen dorthin fahren sollten. Sie werden dann Kanonenfutter, deren Aufenthaltsdauer an der Front ein Tag ist. Das macht keinen Sinn! Er meint, es ist wirklich wichtig, sich damit zu beschäftigen, was man wirklich kann.

April 2014, Wien. Der erste Spaziergang nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. - Foto: Pavlo Bishko

April 2014, Wien. Der erste Spaziergang nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. – Foto: Pavlo Bishko

Roman fuhr früher viel auf Dienstreisen nach Afrika. Er bemerkt ironisch, dass er während der Bürgerkriege im Sudan und Kongo war, verwundet aber wurde er zuhause, auf dem heimischen Majdan. Trotzdem bereut er seine Tätigkeit während des Majdans nicht. Er bereut auch nicht, dass er ein Tropfen im Ozean war. Auch wenn er gewusst hätte, dass alles so kommen wird, hätte er sich wieder der Gruppe des Roten Kreuzes angeschlossen. Die Argumentation ist einfach: „Meine Anwesenheit dort bedeutete, Leben zu retten. Wenn wir nur einen Menschen gerettet hätten, wäre es gut gewesen. Da wir aber viele gerettet haben, ist es unglaublich.“

Artikel von: Lidiia Akryschora

Übersetzt von: Hanna Salyey
Redigiert von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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