USA beschuldigt im UN-Sicherheitsrat die Militanten des Mordes an 500 Zivilisten in Debalzewe

Wuhlehirsk, etwa 10 km westlich von Debalzewe, 16. Februar 2015. -Foto  REUTERS/Baz Ratner

Wuhlehirsk, etwa 10 km westlich von Debalzewe, 16. Februar 2015. -Foto REUTERS/Baz Ratner  

Krieg im Donbas, Menschenrechte, Nachrichten, Russland

Artikel von: Unian
Quelle: Unian 6.3.2015

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, behauptete, dass in der Stadt Debalzewe in der Region Donezk die Leichen von 500 Zivilisten aufgefunden wurden, die von pro-russischen Kämpfern erschossen wurden.

Power stellte dies am Freitag in einer Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in New York fest.

Nach ihren Angaben nutzen die Separatisten die bestehende Waffenruhe für Umgruppierungen, und Russland versorge sie bei weit geöffneten Grenzen weiterhin uneingeschränkt mit Waffen.

In ihrer Beschreibung der Situation rund um das Dorf Schyrokyne äußerte sie Bedenken, dass die nahe gelegene Stadt Mariupol, die derzeit unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung ist, das nächste Ziel für die Separatisten und das russische Militär zu werden droht.

Power wies auch auf die Situation in Debalzewe hin, wo “Hunderte von Leichen” gefunden worden seien. Sie bezog sich dabei Insbesondere auf die von den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellten Informationen, denen zufolge nach dem Angriff von Militanten in den Kellern von Wohngebäuden in Debalzewe 500 Leichen gefunden wurden. Ihr zufolge hatten die Menschen in den Kellern und Häusern Schutz vor dem Feuer der pro-russischen Separatisten gesucht.

“Ein Bericht der OCHA [UN-Nothilfeagentur] vom Ende des letzten Monats besagt, dass am Ende der Belagerung 500 Leichen in Häusern und Kellern gefunden wurden -. 500 Leichen. Die Häuser und Keller, wo die Menschen Zuflucht vor der endlosen Flut von in Russland hergestellten Mörsern und Raketen suchten, die auf die Einwohner der Stadt herabregneten, die nicht fliehen konnten,”sagte sie.

Power sagte auch, einer der Rebellenführer habe einmal erklärt, dass diejenigen, die die Stadt verlassen, unter ihrem Feuer fallen werden:

“Während der Wochen dauernden Belagerung hatte Ende Januar der selbst ernannte Führer der von  Russland unterstützten Separatisten angekündigt: ‘Jeder, der [die Stadt] verlässt, wird in den Bereich des Feuers unserer Artillerie kommen. Ab heute ist die Straße unter Beschuss.’ Und so blieb den verbliebenen Bewohnern nur die Wahl, entweder Ihr Leben zu riskieren, indem sie blieben, oder Ihr Leben zu riskieren, indem Sie gingen. In beiden Fällen wurden Zivilisten getötet, und noch einmal, 500 Leichen wurden in den Häusern und Kellern gefunden, wo die Menschen Zuflucht gesucht hatten,” sagte sie.

Diese Toten und die Vertriebenen seien die verheerenden Folgen dieses Konflikts. “Ein weiterer – und darüber sprechen wir  nur noch selten in diesem Rat – ist die anhaltende illegale Besetzung und versuchte Annexion der Krim durch ein ständiges Mitglied des Rates. Die Krim ist nicht nur wichtig, weil dies eine anhaltende Verletzung der territorialen Integrität eines souveränen Staates darstellt – eine Verletzung, die von Moskau inszeniert und mit einem Schein-Referendum kaschiert werden sollte -, sondern auch, weil dies eine Vorschau auf die Art von Herrschaft bietet, die wir in den anderen besetzten Teilen der Ukraine von denjenigen erwarten könnten, die sich als Teil Neurussland ansehen,” sagte Power.

Der Sprecher der OSZE-Mission Michael Bociurkiw hatte bereits berichtet, dass es in Debalzewe kein Haus mehr gebe, das nicht zerstört oder beschädigt worden war.

Artikel von: Unian
Quelle: Unian 6.3.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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