“Ich möchte in der Ukraine sterben.” – Weitere Opfer der Krim-Annexion

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13. März 2015 • Krim, Menschenrechte, Soziales

Artikel von: Halya Coynash, Charkiwer Menschenrechtsgruppe
Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 13.3.2015

Zu den Menschen, die in Simferopol zum Gedenken an den 201. Geburtstag des ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko am 9. März zusammenkamen, gehörte Klawdija Iwaniwna. Sie erklärte dem Sender Tschornomorska-TV, sie sei gekommen, “um die ukrainische Sprache, die sie liebt, zu hören und zu fragen, ob sie bald von dieser Besatzung befreit werden.”

Video (ab 1’19”)

Sie wirkt gequält, während sie spricht, aber der Sinn ihrer Worte sind klar:

“Ich vermisse die Ukraine, ich so liebe. Ich möchte in der Ukraine sterben. Ich will diese Besatzer nicht, ich hasse sie!”

In diesen ergreifenden Tagen um den ersten Jahrestag der russischen Invasion und der Annexion der Krim gibt es eine lange Liste von Opfern:

Reschat Ametov, ein 39-jähriger Vater von drei kleinen Kindern, wurde während er an friedlichen Protesten teilnahm entführt und brutal ermordet.

Der Krimtatarenführer Mustafa Dschemiljew und Vorsitzende der Medschlis des krimtatarischen Volks [Volksvertretung],  Refat Tschubarow, und andere wurden aus ihrer Heimat verbannt.

Zu den spurlos “Verschwundenen” gehören Aktivisten der Zivilgesellschaft und junge Krimtataren, die aus ihren Wohnungen entführt wurden.

Verhaftet und bizarrer Straftaten Angeklagte sind u.a. der ukrainische Regisseur Oleg Senzow, der Aktivist Oleksandr Koltschenko und stellvertretender Vorsitzende der Medschlis, Achtem Chyyhoz.

Die meisten, wenn nicht alle, wurden vom Besatzungsregime aufgrund ihres Widerstands gegen die russische Annexion ins Visier genommen.

Es gibt jedoch noch unzählige weitere Opfer. Viele waren gezwungen, ihre Heimat Krim zu verlassen, weil sie nicht mehr unter der Besatzung leben konnten oder wollten.

Bereits im März 2014 hatte eine andere ältere Dame aus Feodossija versucht, den als Besatzer geschickten russischen Soldaten das Folgende zu verstehen zu geben:

“Wir müssen vor niemandem verteidigt werden.
Ich habe keine Angst.
Verstehen Sie, Angst ist die Psychologie eines Sklaven.”

Umstehende, darunter auch Paramilitärs der sogenannten “Selbstverteidigung”, die zusammen mit russischen Soldaten die Repressionsmaßnahmen gegen Oppositionelle verüben, schrien die 82-jährige pensionierte Lehrerin Nadija Mykolajiwna Samojlowa nieder, und der Rest ihrer Worte ist schwer zu verstehen.

Man beschimpfte sie als “Provokateurin” und warf sie zu Boden.

Weitere Details hier: Bitterer Jahrestag auf der Krim – Opfer der russischen Annexion

Artikel von: Halya Coynash, Charkiwer Menschenrechtsgruppe
Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 13.3.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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