Vertriebene von der Krim spielen in Kyiw das Krim-Referendum zum Jahrestag nach

Krim-Referendum in Kyiw, 15. März 2015

Krim-Referendum in Kyiw, 15. März 2015 

Krim, Kultur, Politik, Soziales

Artikel von: RFE/RL – Krym.Realii
Quelle: RFE/RL – Krym.Realii 15.03.2015

In Kyiw organisierten Aktivisten des Zentrums für Bürgeraufklärung „Almenda“ am Sonntag, den 15. März, einen Tag vor dem ersten Jahrestag des Referendums auf der Krim, einen Flashmob mit der Bezeichnung „Sommer, Meer, Strand, Referendum“. Auf diese Weise wollten die Teilnehmer der Aktion die „Absurdität und Unrechtsmäßigkeit des Referendums“ aufzeigen, das vor einem Jahr auf der Krim stattfand, so der Korrespondent von „Krym.Realii“ [Anm. d. Übers: RFE/RL auf der Krim].

Die Aktivisten stellten Tische und eine Wahlurne auf, luden Mitglieder der Wahlkommission ein und hatten Wahlzettel vorbereitet.

„Unsere Wahlzettel sind so, dass es nur eine Antwortmöglichkeit gibt, aber diese ist unterschiedlich formuliert. Es ist egal, wo Sie ihren Haken machen, die Antwort ändert sich nicht. Genau das gleiche geschah beim Referendum auf der Krim. Also, egal wie Sie abstimmten, es war sowieso schon alles entschieden.“, so die Aktivistin Gulnara Abdulgasijewa.

Alle Teilnehmer der Flashmobs waren Vertriebene von der Krim. Sie bekamen die Ereignisse auf der Halbinsel 2014 direkt mit. Am 15. März wollten sie dies den Bewohnern der Hauptstadt zeigen.

„Wir wollten die Bewohner Kyiws daran erinnern, was auf der Krim vor einem Jahr passierte; zeigen, was für eine Farce das Referendum war; sagen, dass die Krim zur Ukraine gehört.“, so Ruslan Netschiporuk, Mitglied des Zentrums für Bürgeraufklärung „Almenda.“

An der improvisierten Abstimmung nahmen insgesamt 112 Personen teil.

Wie zuvor bekannt wurde, fand auch in Lwiw am Sonntag, den 15. März 2015 eine Aktion zum Jahrestag des Krim-Referendums statt, die von Aktivisten von der Krim und gemeinnützigen Organisationen durchgeführt wurde. Die Aktivisten versammelten sich am Denkmal für Taras Schewtschenko auf dem Prospekt Swobody mit den Slogans „Krim – sie gehört zur Ukraine“, „Donbas + Krim = gemeinsames Leid“ und „Putin, Hände weg von der Ukraine.“

Von Ende Februar bis Anfang März 2014 nahmen Truppen aus Russland und von der Krimer Basis der russischen Schwarzmeerflotte ohne Erkennungszeichen die Halbinsel ein. Am 16. März fand auf dem Gebiet der Krim und in Sewastopol das sogenannte „Referendum über den Status der Halbinsel“ statt, mit dem Ergebnis, dass Russland die Krim zu sich aufnahm.

Weder die Ukraine, noch die Europäische Union oder die USA erkennen die Abstimmung an, und sie sind der Meinung, dass Russland die Krim annektierte. Anschließend führten die USA und die Europäische Union zahlreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland ein. Der Westen beharrt weiterhin darauf, dass die Krim Teil der Ukraine ist.

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Übersetzung des Abstimmungszettels für das Krimer Referendum am 15. März 2015:

1. Haben  Sie nichts dagegen, dass auf der Krim zu jeder Badesaison ein Referendum durchgeführt wird?
[ ] Ja, nichts dagegen;
[ ] Nein, nichts dagegen.

2. Haben Sie nichts dagegen, dass am Referendum Bewohner der Krim und Urlaubsgäste teilnehmen?
[ ] Ja, nichts dagegen;
[ ] Nein, nichts dagegen.

3. Haben Sie nichts dagegen, dass die Krim zur Ukraine gehört, wie man es auch dreht oder wendet?
[ ]  Ja, nichts dagegen;
[ ] Nein, nichts dagegen.

Artikel von: RFE/RL – Krym.Realii
Quelle: RFE/RL – Krym.Realii 15.03.2015

Übersetzt von: Christina Riek
Redigiert von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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