Europäische Faschisten und Neonazis treffen sich, um russische Interessen zu verteidigen

In Russland wird eine Versammlung von Neonazis aus ganz Europa vorbereitet

In Russland wird eine Versammlung von Neonazis aus ganz Europa vorbereitet 

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Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 20.3.2015

Europas rechtsextreme Parteien wollen an einem „Internationalen Russischen Konservativen Forum“ teilnehmen, dessen Organisatoren hoffen, in Europa unter rechtsextremen und Neo-Nazi-Politikern Verbündete zu finden, die Russland im „Konflikt mit der Ukraine“ unterstützen und sich dafür einsetzen, dass die Sanktionen aufgehoben werden.

Führende Mitglieder vieler rechtsextremer Parteien in Europa sind dabei, nach Russland aufzubrechen, um an einer Konferenz teilzunehmen, die der Gründung einer pan-Europäischen Bewegung anstrebt, die „traditionelle Werte hochhalten“ und „sich für russische Interessen einsetzen“ soll. Wie Kommersant schreibt, hoffen die Organisatoren, „Verbündete in Europa“ zu finden, die Russland im „Konflikt mit der Ukraine“ unterstützen und sich dafür einsetzen, dass die Sanktionen aufgehoben werden.

Der St. Petersburger Oppositionspolitiker Boris Wischnewski bemerkt, dass diese Versammlung von Nationalisten und Neonazis im Vorfeld des siebzigsten Jahrestages des Sieges über Nazideutschland stattfindet. Das ist natürlich nicht die einzige Ironie. Während des gesamten letzten Jahres und darüber hinaus hat Russland fortwährend um die Hilfe von faschistischen und Neonazi-Gruppen geworben, damit diese die Aggression gegen die Ukraine unterstützen, während es beansprucht, in der Ukraine ein „faschistisches Regime“ zu unterstützen. Eine nennenswerte Anzahl von früheren oder gegenwärtigen prominenten oder Führungsfiguren der sogenannten Donetzker oder Luhansker „Volksrepubliken“ wie der Ukrainer Pawel Gubarew, die Russen Alexej Michakow, Alexander Borodaj und Alexander Proselkow, und sehr viele andere haben feste Verbindungen zu russischen rechtsextremen oder Neonazi-Organisationen.

Das „Internationale Russische Konservative Forum“ in St. Petersburg am 22. März wurde von der Partei „Rodina“ organisiert, die vom Rechtsextremismusforscher Anton Shekovtsov als faschistisch bezeichnet wird und vom russischen Vizepremier Dmitry Rogosin geführt wird. Die Website des Forums beginnt mit einem langen Zitat aus Putins Rede vor dem Waldai-Club [Anm. d. Übers.: diese Rede sorgte für viel Furore, da sie als wichtige Grundsatzrede Putins betrachtet wird. Hier in der Rohübersetzung eines deutschen Bloggers], in der der ehemalige KGB-Offizier sagt, viele Euro-Atlantische Länder hätten „effektiv ihre Wurzeln zurückgewiesen, einschließlich der christlichen Werte, die die Basis der westlichen Zivilisation bilden“.

Die „Mission“ des Forums sei die Entwicklung „eines neuen Konzepts für die Entwicklung der Menschheit als Antwort auf die liberal-transnationale Ideologie, die sie zerstört“ und „die Integration der Möglichkeiten von politischen und zivilgesellschaftlichen konservativen Organisationen in Europa und Russland unter Bedingungen von zerstörerischer Instabilität und Wirtschaftssanktionen.“

Konservativ oder faschistisch?

Elf Parteien, von denen einige im Europäischen Parlament vertreten sind, werden dort vertreten sein, einige durch ihre Führer. Die Parteien sind samt und sonders rechtsextrem, einige mit Hang zum Neonazismus, und, wie Wischnewski zeigt, kann man sich bei allen darauf verlassen, dass sie Putin auf internationaler Bühne unterstützen. Dazu gehören: Griechenlands Goldene Morgenröte, die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), Österreichs Freiheitliche Partei, die Britische Nationale Partei, weiter werden die italienische Forza Nuova mit ihrem Führer Roberto Fiore, die Schwedenpartei und andere erwartet. Der Kommersant bemerkt, dass Marine Le Pen vom Front National entschieden hat, nicht zu kommen, und glaubt, dass sie fürchte, vor den Präsidentschaftswahlen 2017 ihre Reputation zu beschädigen. Sicherlich war dazu ein Sinneswandel notwendig, damit sich Le Pen nicht irgendwie verdächtig macht, nachdem sie sich stark mit ihrer Unterstützung für die russische Annexion der Krim im Besonderen und Putin im Allgemeinen profiliert hatte und ihre Partei 2014 einen fetten Kredit von einer russischen Bank bekommen hatte.

Fiore wird von Wischnewski als rechtsextremer Politiker beschrieben, als Nationalist und katholischeer Traditionalist, der die Konservative Richtung des Neofaschismus repräsentiere, obwohl er sich selbst einen Faschisten nenne. Seine Partei stand stramm hinter der russischen Annexion der Krim und Russlands Position in der, wie Wischnewski es formuliert, „ukrainischen Frage“.

Seine Partei war eine der rechtsextremen Parteien, die sich vergangenen August in Jalta trafen, um „den Kampf gegen die faschistische Junta in Kiew“ zu diskutieren [Anm. d. Übers..: eine der „antifaschistischen“ Aktivitäten hier).

Udo Voigt von der NPD ist ein rechtsextremer Politiker und gegenwärtig Abgeordneter im EU-Parlament. Er verbirgt seine antisemitischen und fremdenfeindlichen Ansichten nicht und sah sich schon oft zivilrechtlichen und strafrechtlichen Verfahren für die Anstiftung zum Aufstand und andere Straftaten gegenüber. Er wurde berüchtigt, zum Beispiel, durch die Behauptung, die Zahl von 6 Millionen im Holocaust ermordeter Juden sei übertrieben, die wahre Anzahl sei 340.000. Er bekundete seinen tiefen Respekt für die Soldaten von Wehrmacht, Luftwaffe etc. und für die SS, „die bis zum letzten Tag ihre Pflicht tat“, was ihm in Deutschland 10 Monate auf Bewährung einbrachte und seine Anwesenheit so unmittelbar vor dem Tag des Sieges besonders unpassend macht.

Wischnewski führt weiter aus, dass die Beschreibung der griechischen „Goldenen Morgenröte“ als Neonazi-Partei und neofaschistisch ebenfalls nicht übertrieben ist. Ihre Statuten erlauben als Mitglieder nur jemanden, der „von arischem Blut und griechischer Herkunft“ ist. Ihr Emblem ist eine stilisierte Swastika und ihre Mitglieder verehren offen Adolf Hitler.

Signore Gierre aus Italien wird als Mitglied der „Bewegung für das Donbas“ beschrieben, das die „Kämpfer für Noworossija“ stark unterstützt und sich bemüht, Ihnen „in Europa eine Stimme“ zu geben. Er ist überzeugt, dass „die NATO Russland bedroht und schon in Europa einmarschiert“ ist.

Alexander Kofman, der sogenannte Außenminister der selbsternannten und vom Kreml unterstützten und bewaffneten „Donezker Volksrepublik“ wird ebenfalls anwesend sein.

Kofman und diese „Mischung aus Neonazis und Antisemiten“ wird sich am Sonntag mit den russischen Verteidigern „traditioneller Werte“ à la Putin treffen und genau demonstrieren, wie Russland seine Interessen in Europa vertritt.

Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 20.3.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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