Ehemaliger Botschafter Sri Lankas in Moskau des Waffenverkaufs an Rebellen in der Ostukraine beschuldigt

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Krieg im Donbas, Nachrichten, Politik, Russland

Quelle: Colombo Sunday Times 23.3.2015

Kyiw beschwert sich bei der Regierung [Sri Lankas], der ehemalige Botschafter Weeratunga ist untergetaucht

Udayanga Weeratunga, ehemaliger Botschafter Sri Lankas in Russland, wird von der Ukraine wegen der Beteiligung an Waffenlieferungen an die separatistischen Rebellen in diesem Land beschuldigt. Die Regierung von Präsident Petro Poroschenko hat dem Außenministerium in Colombo eine diesbezügliche Beschwerde mit Detailangaben über die Beteiligung Weeratungas übermittelt, sagte Außenminister Mangala Samaraweera der Colombo Sunday Times. “Wir werden eine umfassende Untersuchung in dieser Angelegenheit durchführen”, sagte Samaraweera. Die Vorwürfe gegen Weeratunga betreffen nach den Recherchen der Sunday Times den Verkauf von Sturmgewehren und anderen Handfeuerwaffen.

Udayanga Weeratunga, der in der ukrainischen Hauptstadt Kyiw wohnhaft war und Eigentümer des Restaurants Club Lanka ist, das Gerichte aus Sri Lanka serviert, wurde vom ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapakse zum Botschafter in der Russischen Föderation ernannt. Weeratunga ist ein Neffe von Mahinda Rajapakse. Er war nach der Amtsübernahme des damaligen Präsidenten Rajapaksa rekordverdächtige neun Jahre lang in Moskau im Dienst, bis Minister Samaraweera zeitgleich mit allen anderen politischen Beamten, die die Missionen in Übersee leiteten, seinen Rückruf nach Colombo befahl. Allerdings ist Weeratunga nicht nach Sri Lanka zurückgekehrt. Sein Aufenthaltsort ist nicht bekannt, und er konnte gestern nicht kontaktiert werden.

Während seiner Amtszeit als Botschafter war Weeratunga an einer Reihe von militärischen Beschaffungen für Sri Lanka beteiligt. Einige von ihnen werden jetzt von der neu eingerichteten Abteilung der Polizei für die Ermittlungen in Bezug auf Finanzverbrechen (Financial Crimes Investigation Division – FCID) untersucht. Dazu gehören die Beschaffung von MiG-27 Jagdbombern der srilankischen Luftwaffe (SLAF).

Die pro-russischen Rebellen bekämpfen die ukrainischen Truppen größtenteils in der Provinz Donezk in der östlichen Region des Landes. Seit dem seit 12. Februar ist ein brüchiger Waffenstillstand – die Minsker Übereinkunft – in Kraft; der 10 Monate dauernde Konflikt hat mehr als 6.000 Todesopfer gefordert. Den pro-russischen Rebellen war zuvor schon die Missachtung einer früheren Waffenruhe, die in den frühen Tagen des Waffenstillstands in Kraft war, vorgeworfen worden. Berichte besagen, dass die unmittelbaren Schusswechsel inzwischen verlangsamt sind.

Der ehemalige Präsident Rajapaksa hatte enge Verbindungen zum gestürzten pro-russischen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und Kyiw während Janukowytschs Präsidentschaft mehrfach besucht.

(Anmerkung: in dem Video wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den Empfängern der Waffen um dieselben Terroristen handelt, denen auch der Abschuss des malaysischen Flugzeugs MH-17 zur Last gelegt wird.)

Quelle: Colombo Sunday Times 23.3.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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