Menschenrechtlerin von Kämpfern festgehalten: “Die OSZE hat uns betrogen”

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Artikel von: Paula Chertok
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 24. März 2015

Die russische Menschenrechtlerin, Journalistin und Fotografin Wiktoria Iwlewa ist seit mehreren Monaten als Freiwillige im Krisengebiet in der Ost-Ukraine. Iwlewa berichtet von einem beunruhigenden Zwischenfall, der sich letzte Woche auf dem Gebiet der von Russland unterstützten Kämpfer im Donbas ereignet hat. Sie beschuldigt die Mitarbeiter der OSZE, direkt mit diesen Kämpfern zusammenzuarbeiten.

Am 17. März berichtete die Nowaja Gaseta, dass ein Bus, der Zivilisten aus den von den Kämpfern besetzten Gebieten heraustransportierte, an einem Checkpoint bei einem Dorf in der Region Luhansk festgesetzt worden war. Die Menschenrechtsaktivistin Wiktoria Iwlewa begleitete die Flüchtlinge aus der Kriegszone heraus in das ukrainische Gebiet.

Heute berichtet InfoResist.org weitere Details dieser Story. Wiktoria Iwlewa trat bei “Schuster Live” auf und beschuldigte die OSZE-Mitarbeiter offen, mit den von Russland unterstützten Kämpfern im ukrainischen Donbas zu kooperieren. Die Kämpfer stahlen ihr persönliche Dinge und sie wurde davon abgehalten, die Flüchtlinge zu evakuieren, die das von den russischen Stellvertreter-Kräften gehaltene Territorium verlassen wollten. Obwohl sie nach mehreren Stunden freigelassen wurde, wurde der Bus zur Umkehr gezwungen.

“Die OSZE hat uns betrogen. Ich muss das offen aussprechen. Die OSZE-Leute hatten die Liste der Leute, die evakuiert werden sollten. Die Listen hatten sie von der ATO-Kommandozentrale erhalten, damit die OSZE-Mitarbeiter Unterstützung leisten konnten. Irgendwie haben sie die Listen der Gegenseite weitergereicht. Ich weiß weder, warum sie das getan haben oder aus welchen bösen Motiven, noch die Einzelheiten darüber, wie das tatsächlich abgelaufen ist,” sagte sie.

Iwlewa hob hervor, dass die Listen mit denen, die das Gebiet der sogenannten “Volksrepublik Luhansk” (LNR) verlassen wollen, nun in Händen der Kämpfer ist.

“Listen mit den Namen der Menschen, ihre Telefonnummern, unsere persönlichen Daten, meine persönlichen Daten, die persönlichen Daten von zwei Freiwilligen aus Charkiw sind in den Händen der gegnerischen Seite. Gott sei Dank habe ich den Checkpoint passieren können. Ich glaube, mein [russischer] Pass hat mich gerettet. Wenn ich ein Freiwilliger aus Charkiw gewesen wäre, der durch [den Checkpoint] hätte gehen müssen, glaube ich, dass wir lange nichts von ihm hören würden”, betonte sie.

Die Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und Fotografin Wiktoria Iwlewa wurde am 17. März für mehrere Stunden im von Kämpfern der LNR kontrolliertem Gebiet festgehalten. Der Zwischenfall ereignete sich bei einem Checkpoint im Dorf Luhansk-Station. Die Kämpfer beschlagnahmten Iwlewas Geld, Notebooks, Telefone und die Kamera. Der von Iwlewa begleitete Bus, in dem 45 Frauen, Kinder, alte und behinderte Flüchtlinge in Richtung des ukrainischen Gebiets unterwegs waren, wurde tragischerweise zur Umkehr gezwungen und durfte das Kampfgebiet nicht verlassen.

 

 

Artikel von: Paula Chertok
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 24. März 2015

Bild: Titelfoto: d-chemyakin.livejournal
Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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