Terrorist Borodaj über ein win-win: Rinat Achmetow arbeitet mit uns zusammen

Zugenommen? Ja, der Donbas ernährt seine Männer … - Foto: popo.lt

Zugenommen? Ja, der Donbas ernährt seine Männer … - Foto: popo.lt 

Empfehlung, Krieg im Donbas, Russland

Artikel von: Fakty – Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 2. April 2015
Quelle: Fakty

„Ja, Achmetow findet es vorteilhaft, dass seine Unternehmen auf dem Territorium der DVR produzieren. Es ist vorteilhaft für ihn, dass er diese Produkte exportieren kann. Per Schiff. Wohin? Nach Italien. Über Häfen. Welche? Der einzig für ihn erreichbare Hafen ist Mariupol.“

Alexander Borodaj, ehemaliger „Ministerpräsident“ der selbsternannten „Donezker Volksrepublik“ (DVR), berichtete (den Zuhörern bei) einem Nationalistentreffen kürzlich, (der einflussreiche ostukrainische Oligarch) Rinat Achmetow unterstütze die DNR-Terroristen. [Anm. d. Übers.: Hier im Westen hat man ihn, unterstützt durch solche Presseberichte, für einen von den Guten gehalten, einen mutigen Mann, der sich der Fehlentwicklung im Osten der Ukraine durch Einsatz von Autorität, sowie eigenem Hab und Gut entgegenstellt. Gerüchte, dass es sich dabei um Fassade handelt, gab es jedoch stets].

Das Treffen war in Moskau am 14. März von Jegor Proswirin organisiert worden, dem Herausgeber der Website „Sputnik und Pogrom“ [A.d.Ü.: der Name der rechtsextremen Site ist Programm. Wer wissen will, wie Proswirin so tickt, lese sich dieses Machwerk durch, mehr muss man nicht wissen]. Das am 26. März veröffentlichte Video der Veranstaltung findet sich hier. So, wie die Website Tschetvertaja Wlast (Четвертая Власть) (die Vierte Macht), berichtet, ist es das erste Mal, dass so öffentlich die Zusammenarbeit zwischen dem Oligarchen und den Terroristen behauptet wird.

Als er gefragt wurde, warum Rinat Achmetows Besitz in den „Volksrepubliken“ noch nicht verstaatlicht worden sei, anwortete er, das sei nicht nützlich.

Stellen wir uns vor, wir hätten Achmetow verstaatlicht. Die Unternehmen, die Rinat Achmetow gehören und sich auf dem Territorium der DVR befinden, haben die ganze Zeit mit erstaunlicher Stabilität gearbeitet,“ erklärte er. „Achmetow, der die ganze Zeit über ein Stützpfeiler und Fundament ukrainischer Politik war, ein Mann, der informell die Ukraine praktisch „am Leben erhalten“ hat, findet die gegenwärtige Lage vorteilhaft. Lassen Sie mich erklären, warum: Er hat in Establishment und Verwaltung in Kyiw eine Menge Feinde…

Mariupol

… Ja, Achmetow findet es vorteilhaft, dass seine Unternehmen auf dem Territorium der DVR produzieren. Es ist vorteilhaft für ihn, dass er diese Produkte exportieren kann. Per Schiff. Wohin? Nach Italien. Über Häfen. Welche? Der einzig für ihn erreichbare Hafen ist Mariupol.“

Borodaj gab auch explizit an, dass Mariupol nur deswegen noch nicht von den Terrorkräften eingenommen worden ist, weil sie gegenwärtig eine Vereinbarung mit Achmetow hätten. Die „Separatisten“ hätten dem Oligarchen den ukrainischen Hafen überlassen, um ihn zu befähigen, die Produkte der Unternehmen in den besetzten Ländern zu exportieren, und im Gegenzug habe er begonnen, die DVR-Terroristen mit seinen Produkten zu versorgen.

„So, wisst Ihr jetzt, warum wir Mariupol im September nicht eingenommen haben, obwohl die Möglichkeit bestand? Wie hätte er denn sonst seine Produkte aus – der „Republik Donezk“ nach Italien bringen können? Ja, offensichtlich gibt es keinen anderen Weg. Anders kriegt er sie nicht raus. So, wie er sagt, muss er sie aus der Ukraine rausbringen und das kann er nur über Mariupol. Der Hafen von Odessa wird von Kolomojsky kontrolliert, und der würde Achmetow niemals dorthin lassen. So, wie er sagt, ist Mariupol die einzige Möglichkeit, dass seine Geschäfte laufen. Deswegen müsse der Hafen weiter unter der blau-gelben ukrainischen Fahne bleiben.“

Und weiter: „Achmetow hat seine Produkte nach Italien exportiert und sein Geld dafür bekommen“, fügte Borodaj hinzu.

Eine win-win-Situation

„Wofür hat er das Geld denn ausgegeben? Ja, natürlich, in erster Linie für sich, wofür sonst. Und kennt Ihr den Betrag der humanitären Hilfe, die Achmetow der DVR zuteil werden lässt? Die DVR lebt zum Teil von dieser humanitären Hilfe. Und in Achmetows Betrieben werden die Beschäftigten, Bürger der DVR, bezahlt. Stellt Euch vor, wir hätten die Betriebe von Achmetow verstaatlicht. Dann wäre all das unser Eigentum geworden. Und was hätten wir dann damit angefangen? Hätten wir die Produkte nach Italien gebracht und dort verkauft? Wem? Hätten wir die Produkte nach Italien geschafft und dort verkauft? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass Vertreter der DVR in Mailand an eine Bürotüre klopfen, ‚Hier haben wir Euren Stahl, 100.000 Tonnen‘“?

Borodajs Monolog und sein Eingeständnis, dass es Übereinkünfte zwischen den „Separatisten“ der DVR und Rinat Achmetow gibt, riefen bei den Teilnehmern des Treffens einen Sturm der Entrüstung hervor. Proswirin unterbrach Borodaj mehrmals umd sagte, dass jedweder russische Oligarch die Produkte der DVR hätte exportieren können. Doch Borodaj stellte fest, dass russische Oligarchen dazu nicht in der Lage seien.

Eine soziale Revolution im Donbas hat niemand versprochen

„Niemand von den russischen Oligarchen würde ein solches Projekt übernehmen. Zunächst: Russland hat viele ähnliche Produkte und weiß nicht wohin damit. Unsere Herstellungskapazitäten sind nur zu 40% ausgelastet. Internationale Verträge werden für bestimmte Ladungen abgeschlossen und dann neu ausgehandelt. Und jeder Experte könnte die Quelle der gestohlenen Produkte leicht nachvollziehen. [Anm. d. Übers.: „gestohlene Produkte“???]

Mit anderen Worten: Russen können Achmetows Produkte nicht verkaufen. Das ist schlicht nicht realistisch. Und was, wenn sie nicht verkauft würden? Es gäbe keine humanitäre Hilfe und die Arbeiter, Ingenieure und die anderen würden nicht bezahlt. Und was würde das für die „Republik von Donezk“ bedeuten? Hunger, ganz einfach Hunger. Nicht das, was wir jetzt haben, sondern echten, schlimmen Hunger.“

Geschockt durch die zynischen Kommentare von Borodaj stellte Proswirin fest, das sich soeben herausstelle, dass der Krieg im Donbas wohl vergeblich war. „Alles wird genau gleich sein, nur die Symbole werden sich ändern, und die halbe Stadt wird ausgebombt sein. Du kannst gegen oder für Faschismus sein, Antifaschist oder Faschist, oder garnichts, wenn Du die Hauptsache akzeptierst: dass die Ergebnisse der Privatisierungen der neunziger Jahre unantastbar sind…“, so Proswirin sarkastisch.

Als Antwort sagte Borodaj, niemand habe im Donbas eine soziale Revolution versprochen. Der Hauptzweck des Krieges sei eine imperialistische, nationale Revolution im Namen von Großrussland.

Artikel von: Fakty – Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 2. April 2015
Quelle: Fakty

Bild: popo.lt
Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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