Weltweit Solidaritätsbekundungen für Nadija Sawtschenko an ihrem Geburtstag am 11. Mai

#FreeSavchenko von Marija Djorditschuk

#FreeSavchenko von Marija Djorditschuk
 

Empfehlung, Kultur, Menschenrechte

Artikel von: Alya Shandra, Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 14. Mai 2015

Nadija Sawtschenko verbrachte ihren 34. Geburtstag in Russland hinter Gittern. Es war der 329. Tag seit ihrer illegalen Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren. Menschen auf der ganzen Welt schickten Geburtstagswünsche an die ukrainische Pilotin, die zu einem Symbol der Unabhängigkeit der Ukraine wurde. Am weltweiten Solidaritätstag #FreeSavchenko am 11. Mai 2015 hielten sie Kundgebungen ab und nahmen an einem Twitter storm mit dem Hashtag #FreeSavchenko teil, bei dem rund 25.000 Tweets versendet wurden.

Dies war nicht der erste Tag der globalen Unterstützung für die ukrainische Kriegsgefangene. Am 5. Januar 2015 gab es den ersten Twitter storm, wonach ein Journalist (der US-Regierungssprecherin) Jen Psaki die Frage nach der illegalen Inhaftierung von Nadija Sawtschenko stellte; weitere weltweite Aktionen und Twitter storms folgten am 26. Januar und 1. März.

Für Ronald Wendling war es schon das 32. Mal, dass seine Gruppe von Aktivisten in Berlin vor der russischen Botschaft zu einer Kundgebung zusammenkam, um Nadijas Freilassung zu fordern.

Ronald Wendling, ein ehemaliger politischer Gefangener in der DDR, sagte, dass die jeden Woche von ihm organisierte Mahnwache mehr als nur ein Protest gegen Nadijas illegale Entführung und Gefangenschaft bedeutet.

“Menschen die aus politischen Gründen in eine Gefangenschaft geraten, wo auch immer auf dieser Welt, haben zumeist nur wenig Möglichkeiten, sich selbst gegen die illegale Haft zu wehren. Deshalb benötigen sie die Unterstützung derer, die in Freiheit leben. Es gibt hier so etwas wie eine moralische Pflicht.

Viele Menschen, die eine illegale Gefangenschaft erleben müssen, werden bleibende Schäden mit sich tragen. Sie werden krank. Nicht immer gleich, oft erst viele Jahre später. Und dann wird es schlimm für die betroffenen Menschen.
Auch deshalb ist es wichtig, dass diese Menschen Unterstützung von uns erhalten. Und davon müssen sie erfahren. So wie Nadija auch. Wenn sie weiß und immer wieder erfährt, sie steht nicht allein, überall auf der Welt bemühen sich Menschen um sie, dann wird sie stärker und übersteht diese illegale Gefangenschaft leichter.”

In der Hauptstadt des Heimatlands Nadijas, der Ukraine, gab es Kundgebungen zu ihrer Unterstützung auf dem zentralen Platz in Kyiw, dem Maidan Nesaleschnosti (Unabhängigkeitsplatz, auch kurz “Maidan” genannt), bei dem ukrainische Aktivisten Luftballons mit der Aufschrift #FreeSavchenko steigen ließen und ein großes Herz mit Geburtstagswünschen bildeten, die Nadija im Gefängnis übergeben werden.

Auf dem gleichen Platz fand auch eine Kundgebung der Partei Batkiwschtschyna statt, als deren Mitglied Nadija Sawtschenko Abgeordnete des ukrainischen Parlaments ist, auf der auch Nadijas Schwester Wira anwesend war.

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Am Abend wurde die russische Botschaft mit #FreeSavchenko-Projektionen beleuchtet.

Internet-Nutzer aus der ganzen Welt schickten Nadija Sawtschenko ihre Grüße. Unter ihnen waren eine Handvoll Politiker, die Russland öffentlich weiterhin auffordern, Sawtschenko und andere politische Gefangenen freizulassen.

Die US-amerikanische Vertretung bei der NATO:

Die US-amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power:

Das Außenministerium von Litauen:

Nadija erhielt Grüße und Unterstützung aus der ganzen Welt: In Newcastle, Seattle, Bordeaux, Dnipropetrowsk, Slovjansk, Mariupol, Turin, New York, Sofia, Neapel, Berlin, Teheran, Warschau, Kiew, Austin, Moskau, St. Petersburg und Lisabon versammelten sich Menschen zu ihrer Unterstützung.

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In der portugiesischen Stadt Porto veranstalteten Aktivisten eine Aktion “Vergebliches Warten” vor dem Bahnhof São Bento, sie erklärten den Passanten die Lage der ukrainischen politischen Gefangenen in Russland (Video)

In Kyiw und Paris machten Aktivisten mit Street-Art-Kunstwerken auf Nadijas Fall aufmerksam:

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In Russland waren die Soldaritätsaktionen zur Unterstützung Nadijas wie schon früher von Verhaftungen und Repressalien durch die Polizei gekennzeichnet. In Moskau wurden Aktivisten wegen ihrer Fahnen und Plakaten am Gefängnis Nadijas ihrerseits inhaftiert:

Bei einer Demonstration in der Nähe des Moskauer FSB-Büros wurden drei Journalisten und vier Aktivisten festgenommen. Die Journalisten wurden später freigelassen, die Aktivisten befinden sind noch im Gewahrsam.

Erstaunlich genug: In St. Petersburg durften die Aktivisten eine kleine Demonstration durchführen:

Eine Briefkampagne, bei der Nadija Sawtschenko per Mail Geburtstagskarten geschickt wurden, fand in den Wochen vor ihrem Geburtstag statt. Viele Menschen nahmen teil und organisierten massenweise Briefe an Nadija in die Gefängniszelle, darunter auch Geoffrey Pyatt, US-Botschafter in der Ukraine:

Nadija Sawtschenko dankte  in einem Brief aus dem Gefängnis ihren Anhängern dafür, dass sie “ihre Stärke mit ihr teilen”.

Gegen Nadija Sawtschenko wurde kürzlich zusätzlich wegen illegalen Grenzübertritts nach Russland angeklagt, zusätzlich zur Anklage als Mittäterin an der Ermordung von zwei Journalisten. Nadija Sawtschenkos Verteidigung hat ein unbestreitbares Alibi vorgelegt, das vom Gericht ignoriert wurden. Laut Michael Newton, einem Experten im internationalen Recht, begeht Russland durch die Inhaftierung Sawtschenkos ein Kriegsverbrechen.

Alle Veröffentlichungen von Euromaidan Press auf Deutsch über Nadija Sawtschenko finden sich hier.

Artikel von: Alya Shandra, Euromaidan Press (engl.)
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 14. Mai 2015

Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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