Schanna Nemzowa mit Lech-Wałęsa-Solidaritätspreis ausgezeichnet

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Empfehlung, Krim, Politik, Russland

Artikel von: Deutsche Welle; radiopolsha.pl
Quelle: Deutsche Welle, 4.8.2015
Quelle: Radio Polsha, 4.8.2015

Die russische Journalistin Schanna Nemzowa ist in Warschau mit dem Lech-Wałęsa-Solidaritätspreis des polnischen Außenministeriums ausgezeichnet worden. Sie wird für ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte geehrt.

Das polnische Außenministerium zeichnet Nemzowa mit dem Lech-Wałęsa-Solidaritätspreis ausdrücklich für die Fortsetzung des politischen Kampfes ihres Vaters aus. Bei der Übergabe der mit insgesamt einer Million Euro dotierten Auszeichnung betonte der polnische Präsident Bronisław Komorowski, der Preis sei nicht nur Nemzowa zuerkannt, sondern auch der Erinnerung an ihren Vater, den im Februar ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow. Komorowski würdigte zudem alle diejenigen “russischen Patrioten, die denken, dass ein besseres, größeres, schöneres Russland kein Russland sein muss, das andere fürchten”.

Die 31-Jährige war nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters auf Konfrontationskurs zum Kreml gegangen. Die Wirtschaftsjournalistin warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie den staatlichen russischen Medien vor, die politische Verantwortung für dessen Tod zu tragen.

Wegen Drohungen nach Deutschland gekommen

Mit ihren Äußerungen gegen die Kreml-Führung sah sich Nemzowa nach eigenen Angaben zunehmend Drohungen ausgesetzt. Im Juli emigrierte sie nach Deutschland. Seit August arbeitet sie für das russischsprachige Programm der Deutschen Welle in Bonn.

Nemzowa sagte, sie hoffe, dass die Auszeichnung viele in Russland überzeuge, “dass es sich lohnt, weiter zu kämpfen”. Ihr Vater sei nie von seinen Überzeugungen abgerückt. “Am wichtigsten ist, dass die Menschen daran glauben, dass Russland ein freies Land sein kann.” Von der Preissumme sind 250.000 Euro für Nemzowa bestimmt, das übrige Geld fließt in Entwicklungs- und Hilfsprojekte, die sie auswählen kann.

Unterstützung für krimtatarischen Fernsehsender

Laut einem Bericht von radiopolsha.pl sollen die rund 700.000 Euro in erster Linie Wohltätigkeitsprojekten in Ländern der Östlichen Partnerschaft zugute kommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ukraine. Nemzowa hat dem Bericht zufolge bereits klare Vorstellungen von der Verwendung der Gelder: “Ein Teil kommt den Familien und Hinterbliebenen der ‘Himmlischen Hundertschaft’ zugute, ein weiterer Teil fließt in den Wiederaufbau von Schulen und den Kauf von Gerätschaften in denjenigen Regionen mit vielen Binnenflüchtlingen”, so die Preisträgerin.

Darüber hinaus wird mit dem Geld ein krimtatarischer Fernsehsender unterstützt, der derzeit von Kyiw aus senden muss. Nemzowa erklärt ihre Beweggründe: “Der Sender ist ein Hort der freien Meinungsäußerung und objektiven Berichterstattung über die Situation auf der Halbinsel”

Artikel von: Deutsche Welle; radiopolsha.pl
Quelle: Deutsche Welle, 4.8.2015
Quelle: Radio Polsha, 4.8.2015

Bild: picture alliance
Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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