Putins Agenten im Westen (Übersetzung)

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Analytik und Meinungen, Empfehlung, Krieg im Donbas, Meinung & Analyse, Politik, Russland

Artikel von: Informazionnoje Soprotiwlenie
Quelle: Informazionnoje Soprotiwlenie, 9.6.2015
Quelle: Swobodnaja Zona, 9.6.2015

Bevor Russland die Invasion in der Ukraine startete, kam es in Europa zu einem aufwändig vorbereiteten Aufbau einer „Fünften Kolonne“ seitens der russischen Geheimdienste.

Anstelle eines Vorworts

„ … Für die Online – Kriegsführung benötigen wir ein gutes Netzwerk … Man könnte versuchen eigene Soziale- und Informationsnetzwerke auf dem feindlichen Territorium zu bilden, was allerdings schwierig ist. Der Vorteil wäre aber offensichtlich: Es sind Netzwerke, die von Anfang an unter unserer Kontrolle stehen…Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen ist zweidimensional: geopolitisch und zivilisatorisch … Unter der Berücksichtigung völliger Inkompatibilität der beiden sozialen Systeme bzw. der fehlenden Möglichkeit eines gemeinsamen Nenners, besteht nur eine Option der endgültigen Lösung die Vernichtung einer der Konfliktparteien.
A. Bovdunov (föderativer Beauftragter der Eurasischen Jugendunion)

Abgesehen von der Einbindung politischer Parteien sowie russischer Organisationen im Ausland benutzt der Kreml für seine destabilisierenden und desinformativen Machenschaften in Europa sogenannte „Expertennetzwerke“. Diese arbeiten sowohl untereinander, als auch mit „Rossotrudnitschestwo“, der Bundesagentur für Angelegenheiten der GUS im russischen Außenministerium zusammen.

Dabei erfüllen diese Organisationen den gleichen Zweck wie auch Rossotrudnitschestwo: Aufspüren von europäischen Bürgern, die noch nicht durch Kontakt mit im Ausland lebenden Russen aufgefallen sind, und die Beurteilung deren Kooperationsmöglichkeiten mit dem Kreml. Unsere Analyse beschränkt sich auf mehrere Informationsnetzwerke in einigen europäischen Ländern, die bekanntermaßen vom Putins Regime zur Anheizung des Konflikts mit dem Westen genutzt werden.

„Unabhängige Medien“

An dieser Stelle sei Elena Schulz erwähnt. Diese wurde zusammen mit Viktor Seibel bei der „Internationalen Organisation friedlicher Nationen“ in Bugarien als Vertreterin von PEGADA (Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes) bekannt. PEGADA wurde im Dezember 2014 von „neun Durchschnittsbürgern, denen bewusst wurde, dass nicht die Islamisierung, sondern die globale Amerikanisierung das Hauptproblem Deutschlands ist“ gegründet.

Zur Information: PEGADA wurde nach PEGIDA gegründet. Die Entstehung dieser Vereinigung würde hier den Rahmen sprengen, auch wenn einige Fragen offen bleiben. Auffällig ist allerdings, dass die sogenannte „Islamisierung“ der ostdeutschen Bundesländer recht gering ausfällt, dafür aber die Tätigkeit des KGB dort bereits zu Zeiten des Kalten Krieges ausgebreitet wurde.

Das 16-Punkte-Programm von PEGADA beinhaltet u.a. folgende Thesen:

  1. Unverzüglicher Austritt Deutschlands aus der NATO
  2. Die Medien sollen aufhören das Gesellschaftsbewusstsein zu manipulieren. Da „qualitativ hochwertige Berichterstattung und unabhängiger Journalismus“ in den letzten Jahren nicht mehr stattfinden. Was man am Beispiel des Krieges in der Ukraine sowie der Berichterstattung zu MH17 deutlich beobachten konnte.
  3. Keine Hetze mehr gegen Russland. Sofortiger Stopp der Sanktionen.
  4. Kein TTIP
  5. Rücktritt der „beschämenden Regierung der BRD“, die auf Geheiß der USA Russland und Putin persönlich Kriegstreiberei vorwerfen und Kiew unterstützen.

Das o.g. Programm ähnelt denen der bulgarischen Bewegung „Für die Souveränität Bulgariens und anderer Staaten der Welt“, „der Internationalen Organisation friedlicher Nationen“ und der Organisation „Nein zum Krieg – nein zu NATO“ aus Montenegro.

Im Falle von PEGADA sind allerdings nicht nur die Thesen der Bewegung auffällig, sondern wer diese aufstellt. Nämlich solche russischstämmigen Einwanderer wie Elena Schulz.

Skype - Schaltung zu Elena Schulz bei der Konferenz der „Internationalen Organisation friedlicher Bürger“

Skype – Schaltung zu Elena Schulz bei der Konferenz der „Internationalen Organisation friedlicher Bürger“

Wie die Recherchen ergaben ist Schulz eine in Stuttgart praktizierende Diplom-Psychologin, sowie vermutlich ein Mitglied des Koordinationsrates russischsprachiger Vereine in Deutschland „Russkoe pole“.

Abgesehen von PEGADA existiert in Deutschland eine weitere Organisation Namens „EnDgAmE“ (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas), die eine antiamerikanische, antiukrainische sowie antiisraelische Haltung propagiert. Bei einer Veranstaltung von „EnDgAmE“ im Februar 2015 waren sowohl Schulz als auch eine gewisse Evelin Pietza zugegen. Sie behauptet, eine unabhängige Journalistin zu sein, der das Schicksal der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass nicht gleichgültig ist. Dabei gehört Pietza, laut der russischen Internetnachrichtenagentur „Anna News“, zur deutschen Filiale von „Russia Today“. In Kooperation mit Pietza und anderen Journalisten und Bloggern Deutschlands verbreitet die o.g. Agentur Kremlpropaganda. Die Liste der deutschen „Experten“ findet man im Webauftritt von „Anna News“ (s.u.)

Netzwerk russischer Meinungsmacher in Deutschland (Liste von „Anna news“)

Netzwerk russischer Meinungsmacher in Deutschland (Liste von „Anna news“)

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 Hier gibt es einige, aus russischer Sicht vielversprechende Deutsche, auf die wir näher eingehen möchten. Zum Beispiel, Mark Bartalmai, der zusammen mit Pietza für den Kreml arbeitet. Ebenso wie Pietza positioniert er sich als unabhängiger Reporter. Bartalmai ist der Inhaber solche Internetseiten wie „Ukranian Agony“, „Remembers TV“, „Keep a close eye on“. Er war in der Ostukraine und traf sich dort mit den Separatisten/Terroristen um in deren Sinne propagandistische Videos herzustellen. Abgesehen davon, unterhält er Kontakte zu den sog. Nachtwölfen.

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Selbstverständlich sind Bartalmai und Pietza in ihrer Arbeit dem Regime und Putin selbst sehr verbunden. Aus diesem Grund sind sie immer gern gesehene Gäste sowie Verfasser von Beiträgen bei „Anna News“, einer weiteren Internetnachrichtenagentur namens „News Front“, bei „Russia Today“ sowie den deutsche Internetzeitungen „Nouviso TV“ und „Quer-Denken TV“.

Die beiden letztgenannten Medienvertreter sind dafür bekannt prorussische Beiträge aus dem deutschen Magazin „COMPACT“ zu verbreiten. Dieses ist dafür zuständig das positive Bild des Kremlregimes in Deutschland weiter zutragen. Der Chefredakteur des Magazins „COMPACT“ ist Jürgen Elsässer, der mit der AfD eng zusammenarbeitet.

„News Front“, „Nouviso TV“, Klagemauer TV“ und „Quer-Denken TV“ sind Internet-Nachrichtenagenturen und Fernsehsender, die dank engen Teamworks ein Netzwerk aus im Internet frei verfügbaren Quellen aufbauen, welche im Interesse des Kreml stehen. Die oben genannten kremltreuen Propagandisten sind keinesfalls die einzigen in Deutschland und wurden hier lediglich als Beispiel genannt. Ähnliche Netzwerke sind in fast allen europäischen Ländern vorhanden. Sie werden von „Russia Today“, der Videoagentur „Ruptly“ und dem Radiosender „Golos Rossii“ (Stimme Russlands) unterstützt.

Informationsnetzwerk des Kreml in der BRD

Informationsnetzwerk des Kreml in der BRD

 

 

 „COMPACTe“ Beziehungen in Deutschland

Das Magazin „COMPACT“ sowie sein Chefredakteur Elsässer sind im Hinblick auf dessen Tätigkeit im Umfeld der Putinversteher ebenfalls aufgefallen.

Zur Information: Jürgen Elsässer ist ein bekennender Eurasier, ehemals Kommunist und Atheist. Er ist Verfechter der sog. “jüdisch-freimaurerischen” Verschwörungstheorie und der Erweiterung der Eurasischen Union von Lissabon bis Wladiwostok. Die Verbindung zu Russland besteht durch die internationale eurasische Bewegung und das Institut der Demokratie und Zusammenarbeit.

Am 17.03.2014, dem Tag nach dem unrechtmäßigen Referendum auf der Krim, wurde in Deutschland von „gewöhnlichen Bürgern“ eine „Mahnwache für den Frieden 2014“ mit dem Zweck „Russland und den Kampf gegen die westliche Einstellung in der Ukrainekrise zu unterstützen“ abgehalten. Die Mitglieder dieser Bewegung behaupten, dass eine sogenannte „Internationale Finanzoligarchie“ einen Krieg gegen Russland anzettele und dabei volle Unterstützung einer regelrechten „Medien-Mafia“ genießen würde. Viele von diesen „gewöhnlichen Bürgern“ leugnen den Holocaust, sind der Meinung, dass all das Böse in der Welt einen Ursprung im „jüdischen Geld“ hat und sind fest von der o.g. Verschwörungstheorie überzeugt.

Seitdem organisieren u.a. Mitglieder der Bewegung „Mahnwache für den Frieden 2014“ in verschiedenen deutschen Städten wöchentlich Montagsdemonstrationen. Solche Veranstaltungen finden meist unter den Mottos „Für den Frieden“, „Gegen finanzielle Sklaverei“, „Gegen den Krieg mit Russland“ oder „Gegen die aggressive Politik der EU und NATO“ usw. statt. Diese Bewegung ist strukturiert und gut vernetzt. Es wird meist über soziale Netzwerke zu den Demos aufgerufen. Einer der Anführer der o.g. Bewegung ist Lars Mährholz, ein „gewöhnlicher Deutscher“, der an Verschwörungstheorien glaubt und daran, dass die Quelle allen Übels in der Welt des letzten Jahrhunderts die FED (Federal Reserve) der USA ist. Ebenso wie der russische Populist Dugin und seine Anhänger zählt sich Mährholz weder zu den Rechten, noch zu den Linken. Seiner Meinung nach ist die Krise in der Ukraine nicht durch die militärische Invasion des Kremls verursacht worden, sondern durch die aggressive Politik der USA gegen Russland. Jürgen Elsässer ist stets ein willkommener Gast auf den Montagsdemos.

Jürgen Elsässer auf einer antiamerikanischen Kundgebung

Jürgen Elsässer auf einer antiamerikanischen Kundgebung

Solche Bewegungen wie PEGADA oder „Mahnwache für den Frieden 2014“ gibt es in fast allen europäischen Staaten. Viele davon sind in den Nullerjahren, nach Putins Machtübernahme in Russland, entstanden.

„Das Schönheitsinstitut“

Abgesehen von der Zusammenarbeit mit den deutschen „Pazifisten“ besteht zwischen Jürgen Elsässer und dessen Magazin eine enge Zusammenarbeit mit der französischen Dependance des russischen “Instituts für Demokratie und Zusammenarbeit” unter der Leitung der Duma-Abgeordneten Natalija Narotschnizkaja in Paris.

Zur Information: Das Institut für Demokratie und Zusammenarbeit (Институт демократии и сотрудничества, engl. Institute for Democracy and Cooperation) ist eine Denkfabrik mit Sitz in Moskau und Filialen in Paris und New York. Es wurde im Januar 2007 mit dem Ziel gegründet, die Lage der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Staaten zu beobachten. Finanziert, laut eigener Angaben, durch Spenden aus Russland.

Natalija Narotschnizkaja ist nicht nur Duma-Abgeodnete, Historikerin und Politologin sondern auch seit 2003 im Heimat-Block vertreten. Seit 2008 leitet sie das “Institut für Demokratie und Zusammenarbeit” in Paris. Zwischen 2009 und 2012 wurde sie Mitglied der präsidialen Kommission der Russischen Föderation für den Widerstand der Geschichtsfälschungsversuche zu Lasten Russlands.

Zusammen mit dieser Denkfabrik veranstaltet das Magazin „COMPACT“ in Deutschland Konferenzen und Meetings. Evaluiert werden dort „angesichts der Anstrengungen seitens der USA einen Konflikt zwischen der EU und Russland zu entfachen“ die Aussichten auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland.

Um einen Einblick in die Besonderheiten und Tätigkeiten des Instituts zu bekommen, würde es an dieser Stelle ausreichen die Thesen, „Frieden mit Russland. Für ein souveränes Europa“ der veranstaltenden Konferenz der Organisationen, in Berlin im November 2014, zu nennen:

  1. Deutschland ist in allerlei Hinsicht ein von den USA besetzter Staat;
  2. Das Ziel der USA ist es einen Krieg zwischen Deutschland und der EU zu entfachen um die beiden größten Gefahren für die amerikanische Vorherrschaft aus dem Weg zu räumen;
  3. Deutschland und Russland sind die gewichtigsten Alliierten in Eurasien. Sowohl geopolitisch als auch basierend auf der eng verbundenen gemeinsamen Vergangenheit;
  4. Der Ursprung der Zusammengehörigkeit und der Zusammenarbeit Deutschlands (Europas) mit Russland (Eurasien) stellt das Christentum dar;
  5. Der liberale Westen, geleitet von den USA, will die traditionelle europäische Kultur und das Christentum – als ihren Ursprung – vernichten;
  6. Mehr als die Hälfte der Deutschen unterstützt die Politik Putins oder Russland, im absoluten Gegensatz zu dem, was von den offiziellen „deutschen“ (von Washington aus dirigierten) Medien propagiert wird;
  7. Deshalb hat die Befreiung Deutschlands vom amerikanischen Einfluss die oberste Priorität!
  8. Es ist notwendig ein „Großes Europa“ aufzubauen. Ein kontinentaler Zusammenschluss der EU und der EAU (Eurasische Union) mit Deutschland und Russland, als gleichberechtigte Partner, an deren Spitze. Das Ziel ist eine multipolare Welt ohne Neokolonialismus und Unterdrückung anderer Völker aufzubauen;
  9. Eine absolute Unterstützung der Wiedervereinigung der Krim mit Russland und der Gründung des Staates Noworossija (Neurussland)!

Die genanten Thesen der Konferenz sind thematisch eng mit dem Programm, das PEGADA und andere vom Kreml initiierten Projekte, aufgestellt haben, verbunden.

Die Gäste- und Rednerlisten der Konferenz sind ebenfalls einer Beachtung wert:

Aus Russland – Natalija Narotschnizkaja; der Präsident der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Russischen Föderation Wladimir Jakunin; Juri Kofner, der Vorsitzende des Eurasien-Clubs des MGIMO (das Staatliche Moskauer Institut für Internationale Beziehungen) und der Bewegung „Junges Eurasien“.

Zur Information: Jakunin ist ein Absolvent der KGB Hochschule und nach veröffentlichten, aber nicht offiziellen, Angaben immer noch ein Offizier des russischen Geheimdienstes. Nach eigenen Angaben hat er 22 Jahre bei den Geheimdiensten gearbeitet.

Aus Deutschland – Jürgen Elsässer; der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Willy Wimmer; der ehemalige Bundestagsabgeordnete Andreas von Bülow; Alexander Gauland, Stellvertretender Sprecher und Gründungsmitglied der Euro-kritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD).

Aus Frankreich: Der Abgeordnete und ehemalige Minister Claude Goasguen; John Laughland, Studiendirektor des Instituts für Demokratie und Zusammenarbeit in Paris.

Aus der Schweiz: Der Abgeordnete des Nationalrats Oskar Freysinger.

Solche Konferenzen veranstaltet Frau Narotschnizkaja ebenfalls in Frankreich, wo sie wohnhaft ist. Unter den Geschäftspartnern des Instituts finden sich u.a. folgende Organisationen:

  1. Das italienische “Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Geopolitik und verwandter Wissenschaften”, welches ein Freund von Alexander Dugin, Tiberio Graziani, leitet. Das Institut kooperiert auch mit dem italienischen Magazin „Geopolitica“ von Claudio Mutti. Dieser ist genauso für seine eurasischen Ansichten bekannt.
  2. Das Netzwerk „Voltaire“ von Thierry Meyssan. Es handelt sich hierbei um eine gemeinnützige Organisation, die sich hauptsächlich mit den Verschwörungstheorien bezüglich der Weltherrschaft der Juden, mit den ukrainischen „Faschisten“ und mit amerikanischen Plänen zur Vernichtung Russlands, beschäftigt. Auch Meyssan ist ein Bewunderer Dugins.
  3. „Das Zentrum zur Erforschung der Interventionen“ ist auch eine gemeinnützige Organisation „zur kritischen Analyse der verbreiteten Doktrin des Interventionismus“. Gemeint ist die angebliche Einmischung der starken Staaten in die Angelegenheiten der Schwächeren. Die imperialistische Einstellung des Kremls wird von dieser Organisation, selbstverständlich, nicht wahrgenommen. Geleitet wird die Einrichtung vom o.g. John Laughland und Daniel McAdams, vom „The Ron Paul Institute for Peace and Prosperity“.
  4. Einzelne Experten auf den Gebieten der internationalen Beziehungen, der Geopolitik und des Sicherheit. Das sind ehemalige Diplomaten, Politiker, Offiziere des französischen Militärs.
  5. Wladimir Jakunin

De facto ist eine der wichtigsten, aber unausgesprochenen Aufgaben des Instituts in Europa, öffentliche Diskussionsmöglichkeiten zu veranstalten um Interessenten für die Zusammenarbeit mit dem Kreml herauszufiltern, die in der Lage wären, meinungsbildende Maßnamen zu ergreifen. Ebenso wie die Rekrutierung von Europäern, die für eine Belohnung bereit wären, Putin und Russland bedingungslose Ergebenheit zu schenken.

Geschäftsbeziehungen

Die letzte Ebene, die hier angesprochen wird ist die wirtschaftliche Dimension. In Zeiten der globalisierten Welt sind Wirtschaft und Politik dermaßen miteinander verbunden, dass es oft kaum möglich ist herauszufinden was zuerst da war: Das wirtschaftliche oder das politische Interesse? Bei dem Aufbau der europäischen Netzwerke hat der Kreml ein besonderes Augenmerk auf die Wirtschat gelegt. Der Unmut der europäischen Wirtschaftstreibenden ist nicht nur als Reaktion auf die Sanktionen gegen Russland und der Angst den realen sowie potentiellen Verlusten zu zuschreiben, sondern auch der Kremlpropaganda. Die auf zahlreichen Foren und Formaten zur „Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“ betrieben wird. Eine besonders gewichtige Rolle spielt dabei der Präsident der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Russischen Föderation Wladimir Jakunin, der u.a. den einzig möglichen Transportweg der russischen Terroristen im Donbass ermöglicht.

Zum Beispiel ist Jakunin im Vorstand des Deutsch-Russischen Forums und des Franzosisch-Russischen Dialogs. Als Folge seiner Beteiligung haben die Vorsitzenden dieser Organisationen, Matthias Platzeck und Thierry Mariani – die u.a. dazu aufgerufen haben, die Krimannexion anzuerkennen – eine unabdingbare Ergebenheit gegenüber Russland, Putin und allen anderen vom Kreml produzierten politischen Richtungen entwickelt.

Hinzukommt, dass Jakunin der Oberhaupt des weltweiten Forums „Dialog der Zivilisationen“ ist. Das ist eine NGO, welches darauf spezialisiert ist den Dialog zwischen den Nationen zu fördern, indem sie mit staatlichen, religiösen und sonstigen Vereinen kooperiert.

Genauso wie Putin, Dugin, Narotschnizkaja, Elsässer, Graziani und Meyssan propagiert Jakunin in Rahmen seines Forums die Idee einer Freihandelszone von Lissabon nach Wladiwostok.

Einer der Hauptmerkmale der im Mai 2014 stattgefundenen Konferenz des Deutsch-Russischen Forums und des Dialogs der Zivilisationen zum Thema „Europa ist verloren in Interpretationen“ war die Grundsteinlegung für eine Freihandelszone zwischen Lissabon und Wladiwostok sowie Beseitigung von zunehmenden Differenzen. Was in etwa bedeutet, dass die Putinversteher und deren Freunde im Kreml Europa gerade zwei Monate nach der Annexion der Krim eine Vorherrschaft Russlands unter anderem Namen aufzwingen wollten.

Im Allgemeinen lässt sich die Aufgabe der Wirschaftsagenten zum heutigen Zeitpunkt so zusammenfassen: Erstens, einzelne Regierungschefs der EU dazu zu bringen die Sanktionen gegen Russland aufzuheben und zweitens, die Idee einer Freihandelszone mit Russland zu verbreiten.

agentsSchlussfolgerung:

Man kann davon ausgehen, dass bevor Russland seine Invasion in der Ukraine startete in Europa ein aufwändig vorbereiteter Aufbau der sog. Fünften Kolonne seitens der russischen Geheimdienste stattfand. Es sind keine Kosten und Mühen gescheut worden um eigene, kontrollierte Netzwerke in Europa aufzubauen. Daher ist die am Anfang dieses Textes aufgeführte Aussage von Herr Bowdunow, dass Russland Europa vernichten müsse kein Zufall oder Versprecher, sondern ein Indikator der seit Jahren geführten Propaganda gegen den Westen. Die Ukraine ist lediglich ein Zwischenglied in dieser Kette.

szona-logoArtikel aus Swobodnaja Zona

 

Erstveröffentlichung in Информационное-Сопротивление-300x111Informazionoje Soprotiwlenije

Artikel von: Informazionnoje Soprotiwlenie
Quelle: Informazionnoje Soprotiwlenie, 9.6.2015
Quelle: Swobodnaja Zona, 9.6.2015

Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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