Putin und der Rubel

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Analytik und Meinungen, Meinung & Analyse, Russland, Soziales

Quelle: Espreso.tv, 18.8.2015
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 18. August 2015

Präsidentenberater Andrej Belousow hat eingeräumt, dass Russlands Reserven an ausländischer Währung nicht ausreichen, um den Rubel zu stützen.

Dieses Mal verließ sich der Offizielle auf simple Arithmetik. Es sind nur noch 300 Milliarden Dollar übrig. Davon befinden sich 120 Milliarden im Reservefonds der Regierung und im Nationalen Wohlfahrtsfonds – mit anderen Worten: Dies ist Geld für Sozialausgaben. Der Rest ist genug, um neun Monate Güter zu importieren. Danach kommt der ökonomische Kollaps, Leistungsverfall, und Rubel-Abwertung. Somit sind das die Konsequenzen, die die russische Regierung vermeiden möchte, doch, wie sämtliche Daten zeigen, nicht länger vermeiden kann.

Die Wirtschaftsdaten, die das Portal www.zenrus.ru für wichtig hält: (19.8., 18:00): Rubel für Dollar: 66,32; Euro für Dollar: 73,36; Barrel Öl der Sorte Brent: 47,13 Dollar, mit Stand von heute vernichtete Lebensmittel: 598 Tonnen

Die Wirtschaftsdaten, die das Portal www.zenrus.ru für wichtig hält: (19.8., 18:00): Rubel für Dollar: 66,32; Euro für Dollar: 73,36; Barrel Öl der Sorte Brent: 47,13 Dollar, mit Stand von heute vernichtete Lebensmittel: 598 Tonnen

Belousow versuchte zu erklären, warum die russische Zentralbank nicht länger Ressourcen einsetzen will, um den Wert des Holz-Rubel [Anm. d. Red.: abwertender, schon in der Sowjetunion gebräuchlicher Ausdruck für den Rubel, bedeutet „wertlos“] zu stützen. Und indem er das macht, gibt er eine akkurate Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftssituation in Russland. Das ist das Ende der rücksichtslosen Politik Wladimir Putins und seines Zirkels. Das Problem ist, dass die St. Petersburger Sicherheitsgangster und –schurken das Land ausgeraubt und an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Das Einzige, auf das der Kreml weiterhin hofft, ist, dass der Ölpreis wieder steigt. Und was, wenn nicht?

Wenn er nicht steigt, wird nach neun Monaten irgendein Minister die Aufgabe haben, Putin mitzuteilen, daß die Staatskasse leer ist. Und wenn Belousow das verstanden hat, dann wird es jeder verstehen: Der Zusammenbruch ist unvermeidlich. Und was sollen wir in dieser Situation tun? Auf den Crash warten? Flüchten? Zu versuchen, Putin und seine Gangster loszuwerden? Oder sollten die versuchen, Putin los zu werden. Aber wie?

Diese neun Monate versprechen, nicht bloß interessant zu werden: Sie könnten sich als tragisch herausstellen. Der Räuber, der erkennt, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht, beherrscht jeden Spielzug, um nicht nur Macht und Geld, sondern auch sein Leben zu retten. Wir kennen das von Janukowytschs Verhalten. Putin ist nun in einer ähnlichen Lage. Er ist eine lebende politische und ökonomische Leiche. Doch diese Leiche hält die militärischen Fähigkeiten eines desorientierten Landes in seinen Händen, Deswegen müssen wir alle höchst wachsam sein.

Quelle: Espreso.tv, 18.8.2015
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 18. August 2015

Bild: espreso.tv
Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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