Madonna: Ich trete nie mehr in Russland auf

Madonna hat geschworen, niemals mehr in Russland aufzutreten Das Bild zeigt sie mit dem ukrainischen Roma-Punkrocker Eugene Hütz (Gogol Bordello), mit dem sie häufig auftritt - Foto: gypsycaravanmovie.com

Madonna hat geschworen, niemals mehr in Russland aufzutreten Das Bild zeigt sie mit dem ukrainischen Roma-Punkrocker Eugene Hütz (Gogol Bordello), mit dem sie häufig auftritt - Foto: gypsycaravanmovie.com 

22. August 2015 • Krieg im Donbas, Kultur, Russland

Artikel von: Joe Williams
Quelle: Pink News, 12.8.2015

Der Star sagte, dass es, wegen der Behandlung der LGBT-Community im Land, unwahrscheinlich ist, dass sie dorthin zurückkehren wird.

Die Sängerin machte diese Aussagen in einem Interview, das ihre im September beginnende Tournee promoten sollte.

Bei dieser Tournee wird sie in 35 Städten in Nordamerika, Europa und Australien auftreten.

Doch die Sängerin hat erklärt, dass Russland sich nicht auf der Liste befinde, wie The Moscow Times berichtet.

Ich werde nie mehr in Moskau oder St. Petersburg auf der Bühne erscheinen, denn ich will nicht in Orten auftreten, in denen homosexuell zu sein gleichbedeutend mit einem Verbrechen ist.

Der konservative St. Petersburger Abgeordnete Vitali Milonow – berüchtigt für seine Anti-LGBT-Ansichten – antwortete fix auf Madonnas Erklärung. [Anm. d. Übers.: Der Hauptinitiator des Gesetzes gegen „homosexuelle Propaganda Milonow hat sich schon einen stabilen Ruf als Homosexuellen-Hasser erworben, sei es, dass er 2013 gegen Madonna, Lady Gaga und Ramstein Anzeige erstattete, sei es, dass er forderte, einer bekannten Schauspielerin „wegen Masturbation“ den Titel als „verdiente Künstlerin“ abzuerkennen. Bei den Terroristen in der Ostukraine ließ er sich 2014 zumindest fotografieren].

Milonow in der Ostukraine – Foto: Blog von Andrej Malgin

Milonow in der Ostukraine – Foto: Blog von Andrej Malgin

In einem Interview mit Russlands Nachrichtenagentur nannte Milonow die Sängerin eine „heuchlerische alte Dame“ und beschuldigte sie, die Rechte von Homosexuellen über das der Kinder zu stellen, die wegen des Konflikts in der Ostukraine leiden würden.

Zuvor hatte die Sängerin bereits Wladimir Putins Regime vorgeworfen, es zeige „eklatante Intoleranz gegenüber den Rechten von Homosexuellen, künstlerischer Freiheit, Redefreiheit und Menschenrechten allgemein“.

Als sie 2012 über die Verhaftung der Mitglieder der sich auch für die Rechte von Homosexuellen einsetzenden Band Pussy Riot sprach, sagte sie:

„Ich war schockiert und aufgebracht, als ich das gehört hatte, und sprach während meiner Show in Moskau auf offener Bühne darüber. Dafür bekam ich mehrere Todesdrohungen. Was mir klar wurde, als ich nach Russland ging und sah, was mit Pussy Riot passierte, und was mit der homosexuellen Community, war, welches Glück ich habe und hatte, dass ich in einem Land lebe, in dem ich sagen kann, was ich denke.“

„Für den Rest der Welt ist es an der Zeit, so tapfer zu sein, wie Pussy Riot, aufzustehen gegen Menschen wie Präsident Putin, die die Menschenrechte nicht respektieren und jede Form von Unterdrückung, Diskriminierung und Ungerechtigkeit verewigen“.

Wir alle haben die moralische Verpflichtung, aufzustehen für jeden, der verfolgt wird, ob in unserer Straße oder am anderen Ende der Welt.“

Artikel von: Joe Williams
Quelle: Pink News, 12.8.2015

Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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