„Unsere Gesellschaft ist krank.“ – Brief des Präsidenten des russischen Museumsbundes

Michail Piotrowskij

Michail Piotrowskij 

Empfehlung, Kultur, Russland

Artikel von: Michail Piotrowskij, Präsident des russischen Museumsbundes
Quelle: Webseite der Eremitage, St. Petersburg, 17.08.2015

Der russische Museumsbund hält den Überfall auf die Ausstellung der modernen Kunst in der Moskauer Manege für eine Attacke marginaler Kräfte auf kulturelle Rechte.

Wir sehen darin eine erneute Provokation gegen die Russisch-Orthodoxe Kirche, einen Versuch, sie als primitiv-aggressiv darzustellen und die Arbeit an der Wiederherstellung harmonischer Zusammenarbeit zu stören, die Museen und Kirchen gerade führen.

Das russische Museumsbund betrachtet Handlungen dieser seltsamen Aktivisten mit halluzinogenen Spitznamen als eine wahre Lästerung, Blasphemie und Glaubensverletzung.

Wir schlagen allen russischen Museen vor, dringlich Übungen zum Schutz von Ausstellungen mit eigenen Kräften durchzuführen, denn die Polizei wird ab November keine Museen mehr bewachen.

Das russische Museumsbund beginnt juristische Konsultationen zur Erarbeitung von Gesetzesentwürfen, die Kulturobjekten einen Schutz gegen Überfälle und eine richtige gesetzliche Qualifikation von Gewaltakten garantieren.

Erstaunt sind wir über die gesellschaftliche Reaktion auf die Ereignisse: über die unklare Information, über das inadäquate Grinsen und den nervösen Ton.

Unsere Gesellschaft ist krank.

Michail Piotrowskij

Präsident des russischen Museumsbundes

Artikel von: Michail Piotrowskij, Präsident des russischen Museumsbundes
Quelle: Webseite der Eremitage, St. Petersburg, 17.08.2015

Übersetzt von: Anna Lange-Böhmer
Redigiert von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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