Mustafa Najjem: Kommentar zum Terroranschlag von heute

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31. August 2015 • Analytik und Meinungen, Empfehlung, Meinung & Analyse, Nachrichten

Artikel von: Mustafa Najjem
Quelle: Mustafa Najjem Facebook

Für alle, die den heutigen Blödsinn aus Dummheit, Unverständnis oder Mangel an Einsicht mit dem Maidan vergleichen.

Bis zum ersten Toten auf dem Maidan blieben wir fast zwei Monate friedlich. Wir standen in der Kälte unter Knüppeln, Böllern, Lärm- und Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschossen. Aber auch nach all dem war niemand so zynisch, eine Handgranate in die Menge zu werfen. Nicht aus Angst, Feigheit oder Mangel an Handgranaten erhob keiner einfach die Hand, sondern weil die Leute verantwortlich und sich über die möglichen Folgen bewusst waren.

Gibt es heute viele Unzufriedene? Ja. Sowohl hier, wo Frieden ist, als auch an der Front – Dutzende, Hunderte, wenn nicht Tausende Soldaten sind mit ihren Kommandeuren und der politischen Führung des Landes unzufrieden. Sie haben keine Probleme mit der Entschlossenheit, den Waffen oder Gefühlen. Aber es kommt ihnen auch nicht in den Sinn, eine Handgranate unter die Beine ihrer Mitstreiter zu werfen.

Und mir kann niemand sagen, dass es den Protestlern vor der Rada heute schwerer fiel, Menschen zu töten oder sie zu Invaliden zu machen. Das kann mit nichts gerechtfertigt werden. Es geht nicht um Politik, sondern um Werte.

Und mich bedrückt bei aller Uneinigkeit unter den politischen Kräften die einfache Tatsache, dass man auf friedlichem Territorium nicht töten darf. Noch schlimmer ist, sich mit diesen Toten zu vermarkten, um politische Punkte zu sammeln.

Artikel von: Mustafa Najjem
Quelle: Mustafa Najjem Facebook

Bild: Tikhon Dzyadko Facebook
Übersetzt von: Übersetzerteam Euromaidan Press auf Deutsch

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